Anfang Juli hatten sich Igor Ferlan (Mitte) als operativer Geschäftsführer und die Juristen Christian Köhler und Gordon Geiser als Manager vorgestellt. Mit ihrem Konzept konnten sie sich nicht durchsetzen.

In letzter Minute gesteht auch der Zanders-Eigentümer Mutares ein, dass es für die Führung der insolventen Papierfabrik in eigener Verantwortung keine Basis gibt. Doch das ist nur eine Formalie. 

Seit öffentlich wurde, dass Zanders in ernsten Zahlungsschwierigkeiten steckt, führt die Beteiligungsgesellschaft Mutares einen Eiertanz auf: In der ersten Pressemitteilung wurde das Wort „Insolvenz” mit aller Gewalt vermieden, statt dessen war von einer „Fortführung in Eigenverantwortung” die Rede. Doch schnell hatten die Gläubiger klar gemacht, dass sie dafür keine Basis sehen. Statt dessen sei ein externer, vom Gericht bestellter Insolvenzverwalter mit starken Rechten notwendig.

Genau das wird das Amtsgericht Köln voraussichtlich in den nächsten Tagen entscheiden: Der bislang vorläufig agierende Insolvenzverwalter Marc d’Avoine wird mit großer Wahrscheinlichkeit regulär das Zepter übernehmen. Die von Mutares eingesetzten Manager haben sich angeblich schon von der Belegschaft verabschiedet – einen entsprechenden Bericht des Stadt-Anzeigers wird vom Unternehmen weder bestätigt noch dementiert.

Am Samstag gab die Mutares AG jetzt offiziell bekannt, „dass die Tochtergesellschaft Zanders GmbH ihren Antrag auf Sanierung in Eigenverwaltung heute zurückgezogen hat”.

Die Manager seien „zur begründeten Einschätzung gelangt, dass der vorläufige Gläubigerausschuss mit Ablehnung des vorgestellten Sanierungskonzepts in Eigenverwaltung anderweitigen Lösungen für die Gläubiger und die Gesellschaft den Vorzug gibt.”

Noch einmal zählt Mutares auf, was seit der Übernahme von Zanders vor drei Jahren erreicht worden sei:  Umsatz und Unternehmensergebnis seien deutlich verbessert, durch gemeinsame Anstrengungen der Mitarbeiter und des Managements die Personalkosten reduziert sowie durch Investitionen in Forschung und Entwicklung neue Geschäftsfelder erschlossen worden. Damit sei der Standort deutlich modernisiert worden. Unter anderem durch die Investition in ein betriebseigenes Gaskraftwerk.

Das alles habe jedoch nicht ausgereicht, um die „dauerhaft hohen Kosten für Betriebsrenten” und die stark gestiegenen Rohstoffpreise zu kompensieren.

Für die Mutares AG selbst, beruhigt das Unternehmen die eigenen Aktionäre, ergeben sich durch die aktuellen Entwicklung der Tochtergesellschaft in Bergisch Gladbach „keine wesentlichen Auswirkungen” auf das Jahresergebnis sowie den Anlagewert der Gruppe.

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  1. Mutares soll doch mal sagen,
    Wieviel er denn noch investiert
    hat.
    Darüber schweigen sich alle aus.
    Feststeht er will auch noch mal
    den “Rahm” abschöpfen wie andere
    vor ihm.