Das historische Verwaltungsgebäude der Zanders GmbH, Bergisch Gladbach. Foto: Thomas Merkenich

Foto: Thomas Merkenich

Aktualisierung 31.8.2018: Der vorläufige Konkursverwalter Marc d’Avoine arbeitet nach eigenen Angaben an einer Sanierung. Parallel dazu verhandele er mit potenzielle Käufern. Diese Verhandlungen seien vielversprechend, ein Abschluss noch in diesem Jahr möglich, zitiert ihn der KSTA.

Für eine erfolgreiche Sanierung seien Anpassungen beim Personal notwendig. Ab Samstag muss das Unternehmen wieder selbst die Gehälter zahlen. Die Zanders GmbH selbst rechnet „in den nächsten Tagen” mit einer Entscheidung des Kölner Amtsgerichts über das endgültige Insolvenzverfahren. KSTA/BLZiGL

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Der ursprüngliche Artikel vom 30.8.: Die Zanders GmbH rechnet „in den nächsten Tagen” mit einer Entscheidung des Kölner Amtsgerichts über das endgültige Insolvenzverfahren. Damit sei der weitere Gang der Dinge noch völlig offen, sagte Zanders-Sprecher Tobias Müller dem Bürgerportal.

Im Juni hatte die traditionsreiche Papierfabrik Insolvenz angemeldet, daraufhin hatte das Amtsgericht den Wuppertaler Rechtsanwalt Marc d’Avoine als vorläufigen Insolvenzverwalter eingesetzt. Das Arbeitsamt übernahm die Gehaltszahlungen für Juni, Juli und August – womit der 1. September zu einem wichtigen Stichtag wird. Denn dann muss Zanders wieder selbst die Gehälter zahlen.

Experten vermuten, dass d’Avoine inzwischen dem Gericht einen Bericht vorgelegt hat, ob eine Insolvenz in Eigenverwaltung (wie von Zanders angestrebt) oder die Eröffnung des regulären Insolvenzverfahrens mit einem Insolvenzverwalter und einem Insolvenzplan möglich sind – oder nur eine Liquidierung bleibt.

Der Gläubigerausschuss wird davon in Kenntnis gesetzt, die Entscheidung liegt aber allein beim Gericht. Erst wenn der Beschluss in Bergisch Gladbach vorliegt, kann und will Zanders die Öffentlichkeit über den Stand der Dinge informieren.

Der Kölner Stadt-Anzeiger hatte am Donnerstag berichtet, die von Zanders-Eigentümer Mutares eingesetzten Manager hätten sich bereits mit einem Schreiben an die Belegschaft verabschiedet. Die Begründung für den angeblichen Rückzug: Der Gläubigerausschuss habe einstimmig gegen die Insolvenz in Eigenverwaltung und damit gegen das Restrukturierungskonzept von Mutares gestimmt.

Allerdings hatte das Gericht schon bei der Eröffnung des vorläufigen Verfahrens Ende Juni den Vorschlag von Zanders auf eine Eigenverwaltung abgelehnt.

Ob es dieses Schreiben tatsächlich gibt, dazu sagt Zanders-Sprecher Müller nichts. Er verweist aber darauf, dass wirklich alle Beteiligten immer wieder betont hätten, dass der Prozess der Restrukturierung der Papierfabrik fortgesetzt werden soll.

Erst vor wenigen Wochen war die Umstellung von Kohle auf Gas abgeschlossen worden.

Die Chonologie der Ereignisse:

Zanders: Insolvenz in Eigenverwaltung

Zanders stellt Verfahren auf dem Weg zur Insolvenz klar

Gericht leitet bei Zanders Insolvenzverfahren ein

Agentur für Arbeit zahlt bei Zanders auch die Zuschläge

Mutares legt bei Zanders Geld auf den Tisch

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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