Daoud Nassar leitet das palästinensischen Friedensprojekt „Tent of Nations“. Am Otto-Hahn-Gymnasium berichtet er über die aktuelle Situation in seiner Heimat. Und wie junge Leute auch aus Bergisch Gladbach das Projekt unterstützen können. 

Bis zum Monatsende laufen noch die Deutsch-Palästinensischen Kulturtage, im Zuge dessen Daoud Nassar einen Vortrag über die Geschehnisse in Palästina und sein Projekt „Tent of Nations“ gehalten hat.

Er beginnt mit einem Sprung in das Jahr 1916, in dem der Großvater von Daoud Nassar das Grundstück erworben habe, für das die Familie seit 1991 kämpfe. Denn die Fläche werde seitdem von der israelischen Regierung als Teil ihres Staatsgebiets beansprucht.

Doch Nassars Familie ließ sich nicht so einfach vertreiben, berichtet der Palästinenser im OHG. Sie verfügten über alle nötigen Dokumente, die den Besitz des Geländes bewiesen. Es folgte ein nun seit 27 Jahren andauernder Gerichtsstreit. Versuche, die Familie zu vertreiben, blieben erfolglos, sagt Nassar: Sie kenne ihre Rechte und wolle um sie gewaltfrei kämpfen. So sei das Projekt „Tent of Nations“ entstanden.

„Auch wenn die Lage aussichtslos scheint, kann man immer noch etwas tun“, sagt Daoud Nassar. Er hätte es mit der Unterstützung seiner Familie und internationalen Hilfsorganisationen geschafft, sein Grundstück zu einem Ort des Friedens und der Toleranz zu machen.

Das Ziel des Projektes sei es, gewaltlosen Widerstand zu leisten und aus der schwierigen Situation etwas Positives zu erschaffen. „Wir weigern uns, Feinde zu sein“ lautet das Motto, aus dem das Friedensprojekt seine Kraft schöpfe.

Um diese Nachricht zu verbreiten, werden verschiedene Projekte zum Beispiel zur Weiterbildung von Frauen, Workcamps und ein Sommercamp für Kinder angeboten. Auch Besucher sind herzlich willkommen, jährlich kämen etwa 8000 Interessierte, berichtet Nassar.

Nach dem Vortrag gibt es eine Fragerunde, die die SchülerInnen der Integrations-AG vorbereitet haben. Sie wollen wissen, wie sie helfen und sich engagieren können.

Finanzielle Unterstützung durch Spenden oder das Sponsor a tree“-Programm seien sehr willkommen, aber Daoud Nassar erzählt auch von einem Volunteer-Programm, auf das sich auch die Schüler aus Bergisch Gladbach bewerben können.

Die Tätigkeit eines Volunteers sind vielfältig: Hilfe bei der Ernte, beim Ausbau der Infrastruktur, im Geschenkeshop oder als Reinigungskraft, im Zelt der Nationen gibt es immer etwas zu tun.

Mehr Informationen dazu, gibt es auf der Website des Friedensprojekts.

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