Auf der Gierather Straße nach Köln. Foto: Bernd Werheid

Sogenannte Radschnellwege werden im Moment von vielen Seiten (JU, SPD, Runder Tisch Rechtsrheinischer Verkehr) propagiert. Einer stadtübergreifenden Initiative geht das aber nicht schnell genug: Sie fordert eine solche Verbindung zwischen GL und Köln als Symbol einer Verkehrswende – und legt konkrete Vorschläge vor.

Die „Initiative Radschnellweg GL-K“ hatte sich im vergangenen November gegründet. Ihr gehören Organisationen wie der ADFC und ProVelo, Arbeitsgruppen von Parteien, Bürgerinitiativen, Bürgervereine und Einzelpersonen an. Aus Bergisch Gladbach sind u.a. Bernhard Werheid (ADFC) und Friedhelm Bihn an Bord.

Damit es mit den Plänen für einen schnell Verbindung voran geht, hat sie jetzt einen detaillierten Routenvorschlag ausgearbeitet (siehe Karte). Dieser Radschnellweg führt vom Finanzamt in Gronau über die alte Straßenbahntrasse durch Dellbrück und Holweide nach Mühlheim; es gibt eine Variante über die Straße Rodemich und jeweils einen Zubringer aus Bensberg und Refrath. Die alte Bahndammtrasse und die Querspange spielen dabei zunächst keine Rolle.

Die folgende Karte zeigt die Hauptstrecke und alternative Routen:

„Wir brauchen eine umgehende und abschnittsweise Realisierung dieses Radschnellweges zwischen den beiden Großstädten auf einem der Hauptpendlerströme von und nach Köln”, betonte Helmut Röscheisen als Sprecher der Initiative und Vertreter des BUND-Landesverband NRW.

Nach seiner Meinung gebe es in Verwaltung und Politik kein Interesse an einer Verkehrswende und der gezielten Förderung des Fahrradverkehrs zu Lasten des Autoverkehrs. Daher sei es nun die Aufgabe der Zivilgesellschaft, „durch konkrete Vorschläge und öffentlichen Druck” dagegen anzukämpfen. „Wir lassen uns auch nicht mehr mit Machbarkeits- und sonstigen Studien vertrösten, die häufig das Ziel haben, überfällige Maßnahmen zu verzögern und auf unbestimmte Zeit zu verschieben,“ sagt der BUND-Mann.

Günter Hermkes, zweiter Sprecher der Initiative und Vertreter der Grünen in der Bezirksvertretung Mülheim, sieht die Radverbindung von Gladbach nach Köln als geeignet für ein Pilotprojekt: „Diese Radverbindung wäre mit relativ wenigen Mitteln und Umbaumaßnahmen kurzfristig zu gestalten.“ Zudem würde sie die Bergisch Gladbacher Straße und den Individualverkehr zwischen den Stadtbezirken Mülheim und Kölner Innenstadt enorm entlasten.

Zudem würde ein solcher Radschnellweg auch die Sicherheit der Nutzer verbessern.

Zur Sache: Radschnellwege

Die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW (AGFS) definiere Radschnellwege als leistungsstarke direkt geführte Verbindungen. Sie böten die Chance, den Radverkehr über längere Wegstrecken zu gewinnen.

Nach Angaben der Initiative benutzen in Deutschland mehr als 60 Prozent der 30 Millionen Pendler auf dem Weg zur Arbeit das Auto, obwohl bei über der Hälfte die Entfernung für den Weg zur Arbeit unter 10 km beträgt.

Die Erfahrungen aus unseren Nachbarländern zeigee, dass Radschnellwege zwischen 3 und 15 km auch durch die steigende Nutzung von Elektrofahrrädern den motorisierten Autoverkehr zunehmend ersetzen können.

Weitere Informationen finden sich auf der Website der Initiative.

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Redaktion

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3 Kommentare

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  1. Meine Frau und ich nutzen diese schöne Strecke ebenfalls sehr oft und sind, wie Herr Voss, ziemlich zufrieden damit. Um einen großen Ausbau sollte es also gar nicht gehen (und so verstehe ich das Vorhaben der Initiative auch nicht). Hilfreich wäre aber eine Reihe punktueller Verbesserungen (insbesondere die katastrophale Ampelschaltung an der Frankfurter Straße umstellen, die Überquerung der Heidelberger Straße sicherer gestalten, die Holperstrecken zwischen Finanzamt und Gierather Straße sowie im Thielenbruch glätten und einige Vorfahrtregelungen überprüfen) und zudem eine einheitliche Farbmarkierung und Beschilderung der Strecke. Das Ganze dann nicht nur für die Nutzer, sondern auch als Zeichen an die Kommunalpolitik, auch an anderer Stelle (und zwar dort, wo es zur Zeit nicht so angenehm zu radeln ist) mehr für den Radverkehr zu tun.

  2. Mir ist sehr daran gelegen diese Strecke, die ja zig Leute aus GL schon als ihren Radschnellweg täglich nutzen (wird ja auch langsam langweilig, aber es gibt ein paar
    alternative Umwege…) nur „leicht zu verbessern“.
    Da geht einiges an Strecke durch Wohngebiete; diese Leute wollen wir doch auf unserer Seite haben!? Also keine aufwändigen, monatelangen Bauabschnitte, und vor allem keine „E-Bike Raser Strecke“ daraus machen !

    Von mir aus kann auch alles bleiben wie’s ist ;-))

  3. Da beraten, planen, verwerfen, geben für viel Geld Machbarkeitsstudien in Auftrag, planen erneut, verschieben usw. etliche Entscheidungsträger, wie man die immer lauter werdenden Forderungen aus der Bevölkerung, endlich dem Verkehr Herr zu werden, noch besser ignorieren kann. Eine Bürgerinitiative muss vormachen, wie man weiterkommen könnte, was den Verhinderern solcher Pläne ein Schlag ins Gesicht sein muss. Leider besteht auch jetzt die Gefahr, dass Bürgermeister, 1. Beigeordnete, Verwaltungen und „Volksvertreter“ diesen Vorschlag wieder vor sich herschieben, unüberwindliche Hindernisse erfinden und vor allem monetäre Gründe ins Feld führen, weshalb dieser Schellweg nicht möglich sei. Sie gebärden sich wie Bundespolitiker, die meinen, am Tropf der Lobbyisten zu hängen, die von Automobilherstellern und der Mineralölindustrie ins Feld gesandt werden, nur ja diese Deutschland bedrohende Stimmung gegen den motorisierten Individualverkehr einzudämmen.
    Unsere hiesigen Bürgerinitiativen haben mit Erfolg gegen den ehemaligen FNP-E. erfolgreich gekämpft. Vielleicht kann man auch Aktivitäten in Richtung des Radschnellwege-Vorhabens auf die Beine stellen, denn dieser Plan könnte wegweisend sein.