Die Trasse durch den Thielenbruch. Foto: Archiv

Der Rheinisch-Bergische Naturschutzverein (RBN) stellt den zweigleisigen Ausbau der S-11-Strecke in Thielenbruch in Frage. Für einen 10-Minuten-Takt sei das nicht nötig.

Damit unterstützt der RBN das Bündnis Heideterrasse, das bereits einen Verzicht auf den Ausbau in Thielenbruch gefordert hatte. Im Gegensatz dazu halten Bahn und des NVR für einen stabilen 10-Minuten-Takt ein durchgängiges doppelten Gleis für notwendig.

In einem offenen Brief an Rainer Deppe, den Kreisvorsitzenden der CDU und umweltpolitischen Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag, berichtet der RBN aus einem Treffen der Bahn mit Umweltverbänden zum  Ausbau des Bahnknoten Köln, bei dem die Politiker nicht eingeladen gewesen seien.

Dort habe die Bahn Untersuchungen vorgestellt, dass nach dem geplanten Ausbau des Kölner Hauptbahnhofs, des Deutzer Bahnhofs und der Zweigleisigkeit zwischen Duckterath und Gladbach ein 10-Minuten-Takt auch mit längeren Zügen bis Bergisch Gladbach möglich sei. 

Ein weiterhin eingleisiger Betrieb auf der 500 m Strecke zwischen Dellbrück und Duckterath wäre mit der heutigen Signal- und Weichentechnik problemlos und absolut sicher möglich, habe die Abteilung Technik der Bahn erläutert.

In Dellbrück ankommende Verspätungen bis zu fünf Minuten könnten durch einen dreigleisigen Ausbau des Bahnhofs in Bergisch Gladbach aufgefangen werden. 

Allerdings könnten Verspätungen von mehr als fünf Minuten immer noch dazu führen, dass der Zug, in Dellbrück gewendet wird, um wieder in den Fahrplantakt zu kommen. 

Diese Verspätungen seien aber zu keinem Zeitpunkt durch die Eingleisigkeit verursacht, sondern entstünden schon auf der vorangehenden Strecke. Und zwar in erster Linie im Kölner Hauptbahnhof und im Deutzer Bahnhof,  weil die Züge auf den Gleisen 9 und 10 im 3-Minuten-Takt verkehren und der planmäßige Fahrgastwechsel von 2,5 Minuten im Berufsverkehr nicht eingehalten werden könne. Dieses Problem werde aber durch die Erweiterung der beiden Bahnhöfe um jeweils zwie Gleise behoben.

Hinzu kämen allerdings technische und Personal-Probleme, die eine lange Geschichte haben und so schnell nicht zu beheben seien. Verspätungen auf Grund der Personalsituation seien also trotz Ausbau weiterhin möglich, räumt der RBN ein.

Allerdings sei es fraglich, ob es Sinn mache, die alten Fehler durch ein 500 Meter langes zweites Gleis durch das Naturschutzgebiet Thielenbruch beheben zu wollen.

Damit argumentiert der RBN gegen das zweite Gleis in Thielenbruch – macht aber gleichzeitig klar, dass die Naturschutzverbände „gewiss die eifrigsten Verfechter des Ausbaus öffentlicher Verkehrsmittel und nicht die vorgeblichen Blockierer (sind), wie es manchmal den Anschein hat.” 

Weiter Beiträge zum Thema:

Geht es auch eingleisig durch den Thielenbruch?

370 Millionen Euro für den Ausbau der S 11

Thielenbruch: Noch ist Eingleisigkeit nicht vom Tisch

Thielenbruch und Gladbach: Neue Details zum 2. Gleis

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

2 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Was verstehen die Naturschützer mal wieder nicht ?
    Das die Natur geschützt wird wenn weniger Autos fahre weil die Verbindung mit der S-Bahn günstig ist.?
    Manchmal muss man uns vor den Naturschützern schützen damit die Natur geschützt wird.
    Das ist Orientierung in die Zukunft denn wenn die Straßen noch voller werden und die Menschen sehen das sie mit der Bahn schneller sind, anschließend keinen Parkplatz suchen müssen, haben wir mehr für die Natur gemacht als die paar Büsche stehen zu lassen.Auch ich bin älter aber ich kann doch sehen was gut für uns und die Zukunft ist .
    Auch wenn man die Natur schützen will muss man doch sein Denken nicht ausschalten.

  2. Na das nenne ich doch mal richtige Weitsicht. Für 500 Meter Wildnis wird wohl wieder jahrelang diskutiert und natürlich auch blockiert. In dieser Zeit verpesten wir weiterhin die Umwelt mit unseren Autoabgasen. Es passt irgendwie zu unserer „Großstadt“ Bergisch Gladbach. Hier ist das alte Kleinbürgertum noch reichlich vertreten. Anstatt unsere Stadt zukunftssicher und schnell an das umweltfreundliche Schienennetz anzuschliessen werden erst mal alle Waffen aufgefahren die es zum Verhindern gibt.
    In diesem Sinne freue ich mich schon auf die Demonstrationen…
    .. Ich werde dabei sein… für das zweite Gleis!!!
    Ich gehöre schon zur älteren Generation… aber ich denke Zukunftsorientiert…