Nach Ansicht der Bahn und des NVR ist ein stabiler 10-Minuten-Takt der S 11 nur mit einem durchgängig doppelten Gleis möglich. Die Initiative „Thielenbruch – Bündnis Heideterrasse” sieht das anders.

Der Planungsauftrag für die Bahn ist es zwar, den engen Takt mit einer durchgängigen Zweigleisigkeit auf der bisher eingleisigen Strecke zwischen Dellbrück und Gladbach herzustellen. Sachlich betrachtet sei das aber auch möglich, wenn der 560 Meter kurze Abschnitt im Naturschutzgebiet Thielenbruch eingleisig bleibt, argumentiert die lokale Initiative.

Das sei auch das Ergebnis eines Treffen am 4. Februar von Deutscher Bahn, Nahverkehr Rheinland sowie der betroffenen Naturschutzbehörden und Naturschutzverbände.

Allerdings seien dafür zusätzliche Maßnahmen wie ein zusätzliches Gleis im Bahnhof Bergisch Gladbach notwendig. Selbst Verspätungen, so die Initiative, von bis zu 5 Minuten könnten auch bei einer eingleisiger Strecke im Thielenbruch aufgefangen werden, ohne dass es zu einer Verspätungsübertragung auf folgende Züge komme.

Größere Verspätungen würden allerdings dazu führen, dass eine S-Bahn wie bisher bereits in Dellbrück oder zukünftig in Duckterath „umkehrt”.

Genau das führt dazu, dass der NVR für die Zweigleisigkeit plädiert: „Zur Sicherstellung einer für die Fahrgäste zufriedenstellenden Betriebsqualität ist ein durchgehender zweigleisiger Ausbau notwendig. Nur so lässt ich eine vorzeitige Wende von Zügen in Dellbrück vermeiden”, sagt NVR-Sprecher Holger Klein.

Der eigentliche Engpass auf der Strecke liegt wie bekannt ohnehin nicht im Thielenbruch, sondern am Kölner Hauptbahnhof und Deutzer Bahnhof.  Auch hier sollen neuen Gleise bzw. Bahnsteige im Rahmen des Ausbaus des gesamten Bahnknoten Köln gebaut werden.

Die Darstellung der Trasse durch die Bahn

Nach Angaben der Bahn sollen in den anstehenden Leistungsphasen 3 und 4 die unterschiedlichen Szenarien eingehender geprüft werden. Klar sei, dass der noch aufzustellende Umweltbericht auch die 0-Variante, also die Eingleisigkeit im Thielenbruch, zum Gegenstand haben wird.

Nach Ansicht der Initiative würde der Bau eines zweiten Gleises im Naturschutzgebiet Thielenbruchs einen erheblichen Eingriff in das „nahezu einmalige Schutzgebiet” bedeuten, der möglicherweise nicht kompensierbar sei. Nur wenn „zwingende Gründe des überwiegenden öffentlichen Interesses” nachgewiesen werden, seien Eingriffe in das FFH-Gebiet möglich. Aus Sicht der Naturschutzverbände seien die nicht gegeben.

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3 Kommentare

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  1. Auch ich pflichte meinen beiden Vorrednern bei. Bei Allem, was eine Verkehrswende erleichtert tun wir uns schwer, sei es, es handelt sich um Radschnellwege, Stromtankstellen, S-Bahnstreckenausbau, …. Immer morgen, immer nicht hier.
    Ich finde Jugendliche sollten freitags in die Schule gehen aber wahrscheinlich haben sie recht, wenn sie eine “Fridays for future” vorziehen.

  2. D a kann ich Thomas B. nur beipflichten. Naturschutz, so wichtig er ist, darf nicht zum Selbstzweck werden. Auch m.E. sind die hoffentlich vielen Autos, die durch Nutzung der S-Bahn von der Straße wegbleiben, genug öffentliches Interesse, um die Naturbelange zu überwiegen.

  3. Ohne ein durchgehendes zweites Gleis kann man sich den kompletten Ausbau eigentlich sparen. Wenn die Züge am Ende doch wieder in Dellbrück kurzgesetzt werden müssten, wäre das Ziel verfehlt und die Leute zuckeln weiter mit dem eigenen Auto durch die Gegend.

    Ich denke auch die Naturschutzverbände sollten hier das größere Ganze sehen: ein attraktiver ÖPNV bringt Nutzer von der Straße auf die Schiene- und das dient letzten Endes der gesamten Umwelt. Statt ihre Energie auf die Verhinderung des zweiten Gleises zu verwenden könnten die Initiativen ja zusammen mit dem NVR und der Bahn daran arbeiten wie man einen Eingriff in den Thielenbrucher Moor so umweltschonend wie eben möglich gestalten könnte.