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Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de. Twitter: @gwatzlawek

7 Kommentare zu “Freie Kunstszene der Stadt verliert wichtigsten Standort”

  1. Als Mieter und somit Betroffener der Auflösung des A24 danke ich allen, die öffentlich Stellung beziehen und uns damit moralisch unterstützen.
    Jetzt, eine Woche nachdem wir die Kündigung erhalten haben und erste Recherchen dürchführten realisieren viele von uns erst, wie schwierig bis aussichtslos die Suche nach neuen Atelierräumen ist. Nach dem ersten Schock folgt nun die Erkenntnis, dass wir uns in einer existenziellen Krise befinden.
    Was gibt dieser Firma BEHREM und deren Verwaltungsgesellschaft BEOS das Recht, uns obendrein noch zu verhöhnen? Im Kündigungsschreiben sichert man uns die Unterstützung bei der Suche nach neuen Räumen zu und bedauert, uns im Technologiepark keine geeigneten Flächen anbieten zu können. Gleichzeitig werden auf Immobilienportalen freie Räumlichkeiten von 190 bis über 8300 qm angeboten.

  2. Lieber Lothar Sütterlin,
    hab Dank für Deinen empathischen Brief,
    der der A24 -Seele gut tut.
    Eine Stadt ohne Kunst, ohne Künstler,
    ist eine Stadt ohne Seele.
    Künstler brauchen Räume und
    Räume brauchen Kunst.

  3. Lieber Lothar! Liebe A24 Unterstützer!
    Es tut gut, in dieser Situation Solidarität zu bekommen. Vielen Dank dafür!!!!
    Bis jetzt konnte ich meine Bilder nicht bergen, weil uns Öffnungszeiten vorgeschrieben werden, die ich mit einer Vollbeschäftigung nicht einhalten kann. Ich mache mir Sorgen um meine Arbeiten.
    Uns wird der Zugriff verwehrt, als hätten wir nicht regelmäßig Miete gezahlt, sondern uns gesetzwidrig verhalten.
    Dieses Atelier nach 9 Jahren zu verlieren ist bitter. Es war mein künstlerisches Zuhause und Rückzugsort. Aber der Umgang mit uns, der setzt noch eine Schippe drauf.
    Das Brandschutzargument ist fadenscheinig und das Gutachten hat bisher keiner gesehen.

  4. Lieber Lothar,

    danke für Deinen Kommentar – Du sprichst uns A24 Künstlern aus der Seele- wir suchen alle verzweifelt nach neuen Atelierräumen. Schade, dass scheinbar die Kunst und die Künstler immer geopfert werden….

  5. Ein wesentliches Element der freien Kunstszene in Bergisch Gladbach soll beseitigt werden. Das Atelierhaus war Kristallisations- und Ausgangspunkt von Ideen. Was auch immer die wirklichen Gründe für die Schließung sein mögen, soll hier nicht erörtert werden. Ich frage mich aber nun: Ist dadurch Bergisch Gladbach jetzt die einzige Großstadt in Deutschland, die weder an das Fernverkehrsnetz der Bahn angeschlossen ist noch ein identifizierbares Zentrum für die freie Kunstszene hat?
    Eine Großstadt zeichnet sich unter anderem durch eine freie Kunstszene aus. Sie ist die Hefe im Teig, aus dem immer wieder neue Impulse ausgehen und Quell von sozialen und städtebaulichen Verschiebungen. München hat von seiner Kunstszene Schwabing erheblich profitiert, Berlin von der in Kreuzberg und Köln von der in der Südstadt, die alte Spinnerei in Leipzig ist gerade herausragendes Beispiel für die Entwicklung einer Szene mit internationalem Nimbus – sie hat unter anderem den Eintrag im Register des immateriellen Weltkulturerbes für Druckkunst erreicht. Selbst Trier – eine etwas kleinere Großstadt als Bergisch Gladbach – hat eine weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte freie Kunstszene, die sich in der TUFA konzentriert. Und Bergisch Gladbach?
    Mir drängt sich immer mehr der Eindruck auf, Bergisch Gladbach sei keine Großstadt, habe aber ein sehr hohes Potential, um den Sprung in die Riege der Städte zu schaffen. Es gibt Museen, Theater, Konzertsäle und Ausstellungsräume. Aber es braucht auch Visionäre, die nicht nur ihren eigenen (kurzfristigen, materiellen) Vorteil im Fokus haben. Ich meine, die Stadt Bergisch Gladbach und ihre Verwaltung sind in der Pflicht, auch unkonventionellem Denken und Schaffen einen Raum zu geben. In Anbetracht der vielen ungenutzten Räume sollte es Orte geben, die dafür geeignet sind.
    Häufig wird von Verwaltungsstellen damit argumentiert, dass dies und jenes wegen der Vorschriften nicht machbar sei. Sind aber nicht viele der Vorschriften gerade deshalb gemacht worden, damit sich die Verwaltung dahinter verstecken kann? Die Einschaltung von Gutachtern ist einerseits Zeugnis von der Unfähigkeit, einen Sachverhalt selbst zu bewerten, andererseits kann ein Gutachten den Auftraggeber exkulpieren. Man kann dann nur hoffen, dass der Gutachter objektiv bleibt und seine Ermessensspielräume nicht einseitig im Sinne seines Auftraggebers verwendet.

  6. Liebe Frau Naroska, gut gemeint ist nicht auch gleich gut gemacht. Es geht hier nicht darum, einfach nur ein Haus zur Verfügung zu stellen, auch wenn das als Abhilfe und Nothilfe kurzfristig schon bestimmt willkommen wäre und ein gut gemeinter Vorschlag ist. Es ist auch zunächst begeisternd, wenn man das eine, vielleicht den Abriss eines alten Gebäudes, mit dem anderen, einem neuen Standort, einer neuen Unterkunft für das Atelierhaus A 24 verbinden könnte.
    Tatsächlich aber ist es vielmehr. Es ist auch nicht nur eine ganz spezielle Historie von mittlerweile 12 Jahren des Atelierhauses A 24 am Ort im Technologiepark. Dazu kommt die Lage am Rande der Kölner Bucht, an der Abrisskante der Kölner Tiefebene, wo in früheren Jahren der Luftkurort Bockenberg angepriesen wurde.
    Es ist ein ganz spezifischer Standort, Technologie getrieben, innovativ und mit außergewöhnlichem Spirit. Nicht nur der Erfolg des Technologieparks lässt sich trotz erheblicher und ständiger Veränderungen daran festmachen, an dieser außergewöhnlichen Lage. Auch der Erfolg einer der größten Arbeitgeber dieser Stadt mit seinen weltweit erfolgreichen Produkten der Biotechnologie, lässt sich von dieser Lage beflügeln.
    Es ist die Inspiration dieser Lage, auf dem Höhenrücken, quasi im Königsforst gelegen, Nahe dem Forsthaus Steinhaus, dem Eingangstor und Portal für das Naturschutzgebiet Königsforst, für die Bergische Heideterrasse und als Informationszentrum für die Ressource Wald. 
    Zusammengenommen sind es all diese Einflussfaktoren, die ein erfolgreiches künstlerisches Arbeiten beflügeln. Immerhin sind es 27 Künstler mit einem zwischenzeitlich recht erfolgreich entwickelten Galeriebetrieb mit Besucherandrang.
    Es wäre also sehr zu begrüßen, wenn eine Unterkunft im Nahbereich dieses offensichtlich so inspirierenden Standortes gefunden würde. Auch käme es der weiteren Entwicklung dieser, wenn auch schon reich an Jahren, aber so jungen künstlerischen und sehr erfolgreichen Initiative für die Stadt zu Gute.
    Das Atelierhaus A 24, gelegen am Rande der Kölner Bucht, inspirierend für Künstler und Besucher. Viel Erfolg wünsche ich für die weitere Entwicklung.

  7. Das alte Arbeitsamt oder ehemalige Stadtarchiv wäre als Künstlerhaus bestens geeignet. Aber Künstler werden in Bergisch Gladbach offenbar ebenso wenig geschätzt wie “erhaltenswerte Gebäude”.
    Bereits Ende September haben sich engagiere Bürger mit einer Unterschriftenaktion an den Gestaltungsbeirat der Stadt Bergisch Gladbach gewandt:
    “Eine große Anzahl von Bürgern sind sehr in Sorge, dass nach einem Abriss des alten Arbeitsamtes ein klotziger Neubau entstehen könnte . . .
    Für das markante Gebäude am Anfang des „Strundorfs“ könnte eine andere Nutzung gefunden werden.
    Die Nachbarschaft und viele andere Mitbürger und Mitbürgerinnen würden es begrüßen . . .
    Ich lege insgesamt 108 Unterschriften der Personen bei, die es für keine gute Idee halten, das ehemalige Stadtarchiv abzureißen und als „Baufläche“ zu vermarkten. Diese regen deshalb an, über eine angemessene Nutzung des vorhandenen Gebäudes nachzudenken.”
    Es wäre durchaus eine angemessene Nutzung gewesen, dort ein Künstlerhaus einzurichten.

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