Cornelia Scherzberg. Foto: Katharina Krause/RBK

Heute ist der bundesweite Tag des Gesundheitsamts. Cornelia Scherzberg, die Leiterin des Amtes in RheinBerg erklärt aus diesem Anlass ihre Aufgaben – und was ihr dabei besonders am Herzen liegt.

Am 19. März findet auf Initiative des Robert-Koch-Institutes deutschlandweit erstmalig der Tag des Gesundheitsamtes statt. Dr. Cornelia Scherzberg ist seit 2013 Leiterin des Gesundheitsamtes und gibt einen Einblick in die tägliche Arbeit. 

Was sind die wesentlichen Aufgaben des Gesundheitsamtes?

Viele Menschen kennen uns, weil sie mit ihren Kindern zur Schuleingangsuntersuchung kommen. Andere haben schon mal eine Hygiene-Schulung bei uns besucht, um danach in der Gastronomie arbeiten zu dürfen. Das Aufgabenspektrum des Gesundheitsamtes ist aber deutlich größer und vielen gar nicht bekannt: Wir kümmern uns um ganz viele Themen in Hinblick auf die Gesundheit der Menschen vor Ort. Dabei geht es sowohl um medizinische Aspekte, aber eben auch um das physische, psychische und auch soziale Wohlbefinden.

Soziales Wohlbefinden – was ist damit gemeint?

Prävention und Gesundheitsförderung sind hier die Schlagwörter. Da nehmen wir auch an verschiedenen Landesprojekten, wie etwa den „Kommunalen Präventionsketten“ teil. Mit dem Projekt „Kleiner Mund ganz gesund“ nehmen wir das Thema Mundhygiene bei Kindergartenkindern in den Blick und beim Pilotprojekt „Fit zur Schule“ geht es darum, die gesunde Entwicklung von Vorschulkindern zu fördern. Wichtig sind auch die „Frühen Hilfen“ -da unterstützen wir zum Beispiel Familien, damit ihre Kinder gesund und sicher aufwachsen. Hier wird das soziale Umfeld im Ganzen betrachtet.

Und wie hilft das Gesundheitsamt konkret?

Unsere Hebammen und Kinderkrankenschwestern besuchen im Jahr rund 90 Familien, je nach Bedarf meist ein bis zweimal in der Woche. Sie geben Tipps und Hilfestellungen zu Pflege, Ernährung, Entwicklung und Verhalten der Kinder. Daneben beraten sie Eltern aber auch zum Umgang mit Geschwisterkindern: zum Beispiel, wenn das Neugeborene krank ist, und die Eltern Entlastung brauchen, um sich gut um das Baby kümmern zu können.

Dann helfen die Hebammen und Kinderkrankenschwestern bei einer Lösung und vermitteln auch gezielt an andere Hilfestrukturen. Eine ganz praktische Unterstützung kann auch die Begleitung zu Ärzten oder Krankenhäusern sein, wenn die Eltern da unsicher sind. 

Was kostet diese Leistung die Familien?

Selbstverständlich ist diese Unterstützung für die Familien kostenfrei und auch vertraulich. Bis zum 3. Lebensjahr des Kindes kann sie genutzt werden. Aber natürlich kommt das Gesundheitsamt nur, wenn die Familien das auch wollen. Der Kontakt entsteht dabei meist durch Kliniken, Ärzte oder auch das Jugendamt, wenn diese wahrnehmen, dass die Familien Hilfe benötigen könnten.

Worum kümmern Sie sich noch?
Um die Sicherheit der Menschen, etwa wenn es um die Versorgung mit sauberem Trinkwasser geht. Unsere Hygienekontrolleure beraten sowohl die Eigentümer privater Brunnen als auch die öffentlichen Wasserversorger. Da gibt es regelmäßige Routine-Kontrollen, deren Ergebnisse gemeinsam besprochen werden.

Aber es werden auch Maßnahmen durchdacht, die Auswirkungen auf das Trinkwasser- und Leitungssystem haben könnten, wie etwa Baustellen. Hier schauen wir gemeinsam, was getan werden muss, um die Menschen beispielsweise vor Krankheitserregern zu schützen. Denn die hervorragende Qualität des Trinkwassers in Deutschland ist ein hohes Gut, da sind wir sehr sensibel und gehen natürlich auf Nummer sicher.

Wasser ist ein gutes Stichwort….

Das stimmt, denn die Hygienekontrolleure sorgen auch für einen sicheren Badespaß der Menschen im Rheinisch-Bergischen Kreis. Die Wasserqualität in Schwimmbädern muss eine Vielzahl an Kriterien erfüllen, etwa den richtigen Chlor- und ph-Wert. Nur dann können die Menschen ohne gesundheitliche Risiken baden. Daher wird jedes öffentliche Schwimmbad mindestens einmal jährlich sorgfältig kontrolliert.

Finden Kontrollen auch in anderen Bereichen statt?

Wir sind Aufsicht für viele Themen, etwa in den Alten- und Pflegeheimen sowie in den Krankenhäusern. Aber auch die Apotheken kontrollieren wir regelmäßig. Dabei wird beispielsweise unter die Lupe genommen, ob Medikamente richtig gelagert sind oder Salben und andere Medizinprodukte korrekt hergestellt wurden.

Es wird auch geschaut, ob das Personal ausreichend geschult ist und Apotheker vor Ort sind. Wenn Mängel festgestellt werden, muss die entsprechende Apotheke nachbessern. Durch diese Kontroll- und Aufsichtsaufgaben tragen wir dazu bei, dass ein hoher Standard für die Menschen in der Region gewährleistet wird.

Welcher Themenbereich liegt Ihnen besonders am Herzen?

In den letzten Jahren waren wir sehr aktiv, um für das Impfen zu werben. Dazu gehen wir in Schulen, klären auf und kontrollieren die Impfpässe. Der Infektionsschutz ist grundsätzlich eine wichtige Aufgabe. Treten zum Beispiel hochansteckende und gefährliche Krankheiten wie Masern auf, schauen wir, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die weitere Ausbreitung zu verhindern.

Im Zusammenhang mit multiresistenten Erregern arbeiten wir eng mit Krankenhäusern sowie Alten- und Pflegeheimen zusammen und beraten, was diese dagegen tun können. Erst kürzlich haben wir das Hygiene-Siegel an Alten- und Pflegheime verliehen, die in diesem Bereich besonders gut aufgestellt sind.

Unsere Aufgaben sind vielfältig und abwechslungsreich. Dabei arbeiten wir mit vielen Akteuren in der Region zusammen und sorgen dafür, dass die Menschen im Rheinisch-Bergischen Kreis immer einen kompetenten Ansprechpartner für gesundheitliche Fragestellungen haben.

RBK

Rheinisch-Bergischer Kreis

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