Viele Benefizveranstaltungen haben das Projekt „Neue Orgel für St. Clemens” begleitet und finanziell möglich gemacht. Nun ist es soweit: Die Orgel wird in der Kirche aus vielen Tausend Teilen zusammengesetzt.

Der Bau der neuen Orgel für St. Clemens in Paffrath wurde 2017 in Angriff genommen. Seit Februar 2019 wird sie aufgebaut. Jetzt durfte ich bei einem Pressetermin dabei sein und schauen, wie weit der Aufbau schon gediehen ist.

Warum musste überhaupt diese neue Orgel gebaut werden? Beim Reinigen der alten Orgel wurde festgestellt, dass es Schimmelstellen und Defekte gab. Es musste geprüft werden, ob eine Reparatur möglich und sinnvoll war.

Die alte Orgel war im Gewölbe der Kirche rund um das Fenster aufgebaut. Die neue Orgel enthält viele noch brauchbare Teile der alten Orgel. Der alte Orgelprospekt steht immer noch in dem Gewölbe. Auch viele Orgelpfeifen sind wie früher um das Fenster herum aufgebaut.

Aber die großen Orgelpfeifen stehen jetzt im Kirchenraum und der Sitzplatz des Organisten ist nicht mehr davor sondern zwischen diesen großen Pfeifen. Auch der Organist wird seine Orgel zukünftig ganz anders wahrnehmen als früher.

Die alte Orgel


Wenn sie fertig ist, wird sie aus ca. 1600 Pfeifen bestehen, die zwischen 5 Metern und 20 Zentimetern lang sind. Mit dem dem Fuß, dem unteren Teil, in dem der Ton erzeugt wird. Ohne Fuß gemessen sind einige der Pfeifen nur 9 Millimeter groß.


Als musikalischer Laie hatte ich Probleme mit dem Verständnis der Begriffe. Sie wurden mir geduldig erklärt, aber das Verständnis reicht immer noch nicht um es weiterzugeben, ohne Verwirrung zu stiften. Was ich aber verstanden habe ist, dass es zwe Tastenebenen (Manuale) gibt, ähnlich dem Klavier, auf denen die Töne mit den Händen gespielt werden und zusätzlich Pedale für die Füße.

Alle Töne der Orgel werden ausschließlich mit den Händen oder Füßen erzeugt. Es gibt keine Elektronik im gesamten Instrument. Dabei fand ich es erstaunlich, wie leicht die Tasten anzuschlagen gehen und wie wenig Kraft man in den Fingern braucht, um solche starken Töne zu erzeugen.

Der Verzicht auf Elektronik hat den Vorteil, dass jederzeit defekte Teile ersetzt werden können und die Orgel vom technischen und digitalen Fortschritt immer unabhängig bleibt.

Aber sie hat einen Motor, der für ausreichend Luft für die Pfeifen sorgt, die mit den Pedalen gespielt werden. Sie funktionieren mit Blasebälgen. Davon gibt es fünf Stück in der Orgel und diese Blasebälge öffnen und schließen sich mit Hilfe des Motors. Die dazu gehörenden Orgelpfeifen besitzen Klappen, die die Pfeife öffnen oder verschließen. Diese Steuerung geschieht über die Pedale. Der Organist bestimmt so mit seinen Füßen, wie lange eine Orgelpfeife Luft aus dem Blasebalg bekommt und wie viel.

Der Orgelbauer, Herr Martin Scholz, muss jetzt dafür sorgen, dass alle Orgelpfeifen richtig klingen. Er sagte, dass eine Orgel jedes Instument imitieren kann, wenn die Pfeifen richtig intoniert sind.

Martin Scholz sagte auch, dass St. Clemens mit dieser Orgel zum ersten Mal eine Orgel besitzt, die zur Architektur und zur Akustik der Kirche passt. Und darüber freut sich nicht nur er, sondern auch Pastor Wilhelm Darscheid und der Organist Andreas Dewey.

v.l.n.r.: Pastor Wilhelm Darscheid, der Orgelbauer Martin Scholz, der Organist Andreas Dewey

Sie alle freuen sich auf den 26. Mai, wenn die Orgel mit einem Gottesdienst geweiht wird und anschließend zum ersten Mal mit einem Konzert zeigt, was in ihr steckt. Der Tag wird als Festtag geplant, nicht zuletzt als Dankeschön für alle, die sich mit Benefizveranstaltungen und Spenden an dem Projekt beteiligt haben. Ich denke, ich werde mir das anhören, denn ich habe noch nie eine Orgel live erlebt.

Zum Abschluss für die, die sich auskennen und Ahnung haben, ein paar Zahlen:

Die Orgel hat 27 Register und ca. a. 1600 Pfeifen.
Die Maße: 6,20 m hoch / 3,60 m breit / 3,90 m tief
Sie hat das stolze Gewicht von ca. 6 Tonnen

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(Frau Wirrkopf) Seit 1980 bin ich Bürger dieser Stadt, das ist fast mein halbes Leben. Nach 6 Jahren Hartz IV genieße ich nun seit Herbst 2012 meine wohlverdiente Rente. Ich lebe gerne hier. Daran, dass ich mehr Zeit als Geld habe, hat sich aber auch mit der Rente nichts geändert. Darum bin ich mit...

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