Friedhelm Bihn (1. Vorsitzende des Inklusionsbeirates), Holger Thien (Mitglied des Inklusionsbeirates), Bernd Martmann (Co-Dezernent) und Monika Hiller (Inklusionsbeauftragte) sind zufrieden mit dem Ergebnis.

Ein neuer Weg, eine Tür, die sich per Knopfdruck öffnet, und ein Aufzug: Das Bergisch Gladbacher Rathaus ist jetzt auch für Menschen mit Gehbehinderung oder Kinderwagen erreichbar. Zumindest bis in den ersten Stock.

Das historische Rathaus in der Stadtmitte ist nun auch für mobilitätseingeschränkte Menschen zugänglich. Die letzten Arbeiten für einen barrierearmen Zugang in das Gebäude sind abgeschlossen. Über einen neu angelegten Weg am Charly-Vollmann-Platz gelangen nun auch Menschen mit Gehbehinderung und Personen mit Kinderwagen in das Innere des Gebäudes, wo sie mit einem Fahrstuhl in den ersten Stock des Hauses gelangen. Dieser Weg ist außerdem mit einem Blindenleitweg ausgestattet worden.

Eine neu angelegte Tür auf der Rückseite des Rathauses kann von außen und innen per Knopfdruck geöffnet werden. „Die Kosten für den Umbau des Platzes neben dem Rathaus belaufen sich auf circa 130.000 Euro“, gibt Co-Dezernent Bernd Martmann an. Etwa 40 Prozent der Summe ist in den Umbau des barrierearmen Weges zur Rückseite des Rathauses geflossen, ohne den der Platz nicht umgebaut worden wäre.

Gesamtkosten von rund 644.000 Euro

75.000 Euro hat die Abteilung Verkehrsflächen aus dem Fachbereich für Umwelt und Technik übernommen. Der Durchbruch und der Einbau der automatischen Tür hat noch einmal etwa 25.000 Euro gekostet. Damit belaufen sich die Kosten, gemeinsam mit dem Aufzug, der vergangenes Jahr in dem Gebäude eingebaut worden ist, auf etwa 644.000Euro.

Der Einbau des Aufzuges ist expliziter Bestandteil der Zielvereinbarung zur Barrierefreiheit der städtischen Gebäude, die die Stadt mit dem Inklusionsbeirat geschlossen hat. Der Inklusionsbeirat war auch aktiv an der Planung beteiligt und brachte wertvolle Hinweise mit ein.

Impulsgebend für die konkrete Umsetzung war ein Antrag der CDU-Fraktion von März 2016. Beraten wurde das Thema in mehreren Sitzungen des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz, Infrastruktur und Verkehr. Im Frühjahr 2017 fasste der Ausschuss letztendlich den Maßnahmebeschluss.

Der neue Weg verläuft zwischen Parkplatz und Rathaus bis zur Tür auf der Rückseite des Gebäudes. 

Der für die Planung und Bauausführung zuständige städtische Immobilienbetrieb stellte im Zuge der Beratungen vier mögliche Varianten vor: So wurde ein gläserner Aufzug im Treppenhaus genauso wie ein Anbau an der Rückseite des Gebäudes in Betracht gezogen.

In der engeren Auswahl standen letztendlich zwei Varianten, die beide den Zugang vom Foyer aus vorsahen. Für erstere hätte das Besprechungszimmer der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und im Obergeschoss ein Raum des Schiedsmanns weichen müssen.

In der Version, die mehrfach überarbeitet und schlussendlich im Februar 2017 beschlossen wurde, ist der Lift auf der linken Seite des Foyers angesiedelt. Auch hier mussten Räume weichen; konkret fiel die Damentoilette im Erdgeschoss und die Küche in der ersten Etage dem Umbau zum Opfer. Ein Ersatz für die fortfallenden Nutzungen war in der Planung bereits eingearbeitet. Die Denkmalschutzbehörde gab für diese Lösung grünes Licht.

Vorteil auch für Hochzeitsgäste

Auch eine behindertengerechte Toilette fehlte bislang im Rathaus. Bereits vor Beginn der Aufzugarbeiten wurde ein Technikraum im Erdgeschoss entsprechend umgebaut. Im Januar 2018 begannen dann die Arbeiten am Aufzugschacht. Die kurze Treppe zu den Geschäftsräumen der CDU-Fraktion wurde zurückverlegt. Diese Verlagerung ermöglicht nun die direkte Anbindung des Aufzuges an die Eingangshalle im Erdgeschoss – eine pfiffige Idee aus den Reihen des Inklusionsbeirates.

„Dass der Umbau nun abgeschlossen ist, ist nicht nur ein Vorteil für die Besucher, denen die Treppe aufgrund ihrer persönlichen Situation bislang den Zugang zum Bürgermeisterbüro verwehrte, sondern es ermöglicht auch Hochzeitpaaren beispielweise mit Mobilitätseinschränkungen, sich im Ratssaal das Ja-Wort geben zu können. Auch für die Gäste von Trauungen, die mit Kinderwagen kommen oder eine Gehbehinderung haben, ist es ein großer Gewinn“, freut sich Monika Hiller, die Inkusionsbeauftragte der Stadt Bergisch Gladbach.

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Pressestelle Stadt BGL

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