Das historische Rathaus, Amtssitz von Bürgermeister Lutz Urbach. Foto: Marcus Ruhkiek

Im Rathaus haben auch die Fraktionen ihre Arbeitsräume. Auch unter dem Dach. Foto: M. Ruhkiek

„Ein Aufzug soll Menschen mit Behinderung den Zugang auch zum ersten Stock des Rathauses ermöglichen“, titelte der Kölner Stadtanzeiger. Das ist toll. Nur hat das Rathaus mehr als nur zwei Stockwerke. Und weiter oben sitzt tatsächlich noch jemand.

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Seit Jahren wird dafür gestritten, Menschen mit Behinderung Teil der Gesellschaft sein zu lassen. Gott sei Dank! Es werden immer mehr Gesetze geschaffen, die dafür sorgen, dass Arbeitgeber ihre Betriebe behindertengerecht gestalten/gestalten müssen, genauso wie Neubauten auf dem Wohnungsmarkt immer behindertengerechter werden oder auch unsere öffentlichen Gebäude.

Öffentliche Gebäude … wie auch unser schönes, historisches Rathaus. Gut so, schließlich sollen auch Menschen im Rollstuhl unseren Bürgermeister besuchen dürfen, auch sollten sie an Veranstaltungen in einem der beiden Ratssäle teilnehmen dürfen. Und genau so sollten sie auch die Möglichkeit haben, wenn sie denn möchten, politisch in einer unserer Fraktionen mitarbeiten und mitentscheiden zu dürfen.

Hinweis der Redaktion: Markus Winterscheidt gibt mit diesem Beitrag die Position der Fraktion „Die Linke mit Bürgerpartei GL” wieder.

Schließlich sitzen alle Fraktionen unserer Stadt ebenfalls in diesem wunderschönen Rathaus. Wer sich bei einer dieser Fraktionen politisch beteiligen möchte, kann jederzeit an deren öffentlichen Sitzungen teilnehmen. Dies steht jedem Bürger und jeder Bürgerin frei. Natürlich nur, wenn er oder sie auch die Treppen in der Lage ist zu steigen, solange es keinen Aufzug gibt.

Und dieser soll nun kommen. So können nun endlich auch Menschen mit Behinderung nicht nur unserem Bürgermeister einen Besuch abstatten, sondern sind endlich auch in der Lage politische Entscheidungen in den Fraktionen der CDU, SPD, FDP und auch der Grünen mittragen zu können.

Moment mal. CDU, SPD, FDP und Grüne? Fehlt da nicht noch die ein oder andere Fraktion?

Richtig. Im zweiten Stock sitzt die Fraktion Die Linke mit Bürgerpartei GL und die Alfa-Fraktion, auch haben dort oben fraktionslose Ratsmitglieder ihre Büros, die sich ebenfalls über die Mitarbeit seitens der Bürger und Bürgerinnen dieser Stadt freuen.

Dadurch, dass die Planung des Aufzuges nur bis in den ersten Stock reicht, werden die oberen Räumlichkeiten weiterhin für Behinderte unzugänglich gehalten.

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In den oberen Räumen finden jedoch auch Sozialberatungen statt. Allerdings nicht von einer der großen Parteien, also braucht man auch nicht dafür zu sorgen, dass Menschen mit Behinderung diese erreichen können.

Dies wiederspricht eindeutig dem Gleichheitsgebot nach Art. 3 des Grundgesetzes, sowie dem § 5 Gleichbehandlung des Parteiengesetzes.

„Natürlich ist es schön, wenn etwas für Menschen mit Handicap getan wird. Und natürlich ist unser Rathaus ein sehr schönes Rathaus. Aber, wenn die Stadt nicht in der Lage, oder (wegen der historischen Bedeutung) nicht willens ist, alle Räumlichkeiten Menschen mit Behinderung zugänglich zu machen, dann muss man sich überlegen, ob unser Rathaus noch den Anforderungen der heutigen Zeit genügt, und als Verwaltungssitz weiterhin verwendet werden sollte“, sagt Thomas Klein, Vorsitzender der Fraktion Die Linke mit Bürgerpartei GL.

Markus Winterscheidt

Aktiv in der Partei Die Linke in Bergisch Gladbach und sachkundiger Bürger für die Fraktion Die Linke mit Bürgerpartei GL.

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1 Kommentar

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  1. Als ALFA-Fraktion begrüßen wir, dass alle Bürger der Stadt nun auch den (Kleinen) Ratsaal, das Bürgermeisterbüro sowie das Büro für Trauungen etc. erreichen können.

    Dass die Fraktionen nicht alle erreicht werden können ist schade, aufgrund der finanziellen Lage aber notwendig.

    Darüber hinaus präferierten wir jedoch stets die einfache Variante des Aufzuges in der Mitte des Treppenhauses. Diese Variante wurde jedoch, mit Verweis auf ein Gutachten, bzw. eine Stellungnahme (Verbot nicht beinhaltet), von der Verwaltung nicht gerechnet und abgelehnt. Grund sei der dadurch verbaute Blick auf das Fenster und die Deckenkonstruktion.

    Wir hätten die Mehrkosten gerne verhindert, sind jedoch von den anderen Fraktionen überstimmt worden.

    Sollten wir Bedarf bei Fraktionssitzungen haben, so werden wir uns um einen Ausweichort kümmern.