Die Künstlergruppe Zweifellos wird zehn und präsentiert in ihrer Ausstellung Druckfrisch 2019 ab heute in die VHS 17 regionale und nationale Größen sowie geladene Künstler aus Belgien und England. Ein kleiner Vorgeschmack.

Ganz traditionell werden in den Ausstellungswerken Drucktechniken verschiedenster Art gezeigt, von Radierung, über Holzschnitt und sogar Lithografie, die zum ersten mal in einem Beitrag von Walter Hanel vertreten ist.

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Druckfrisch ist eine feste Größe in Gladbach. Nicht nur hier. Von großem Stolz beseelt, war die Arbeit für die diesjährige Ausstellung für die Künstler eine ganz besondere. Die UNESCO hatte im März 2018 die traditionelle Druckkunst in die Liste des immatriellen Weltkulturerbes aufgenommen.

Für VHS-Leiter Michael Buhleier und die Organisatoren Dagmar vom Grafen-Connolly, Monika Klein und Janko Arzenšek entsprach diese Ausstellung umso mehr einer adäquaten Würdigung dieser Jahrhunderte alten Kunstform. Michael Buhleier eröffnet die Ausstellung am Dienstag, 30. April 2019, um 19 Uhr; Mitorganisatorin Dagmar vom Grafen-Conolly hält im Anschluss eine Einführung in die Welt der Druckgraphik.

Andrea Radermacher-Mennicken (Raeren/Belgien)

Druckfrisch. Wie immer war Name auch Programm. Jeder Künstler hat seine eigene Technik druckfrisch zur Meisterschaft entwickelt oder präsentiert jeweils druckfrisch die aktuellsten Werke seiner experimentell-kombinatorischen Druckkunst. Heute ist Vernissage. Lassen Sie sich die seltene Gelegenheit eines persönlichen Gesprächs mit einem dieser Künstler nicht entgehen. Ob als Experte oder als Laie, man lernt wahnsinnig viel über Originalität und einzigartige Techniken.

Im Folgenden ein kleiner Einstieg in das Universum der Druckgraphik, das geschichtlich und handwerklich so vielschichtig ist, wie seine Macher.

“Druckfrisch” wird bis zur letzten Minute in ein stimmiges Arrangement gehangen. “Der Hahn ist tot” ist eine inspirierte Würdigung von Karl-Heinz Jeiter für seinen Hahn. In Serie ist diese handwerklich aufwändige Drucktechnik mit z.B. echten Federn ein visuelles Erlebnis. Beinahe poetisch wird der Komposition nun die richtige Dramaturgie verliehen.

Lothar Sütterlin ist gewissermaßen einer der geistigen Eltern von Druckfrisch. Er entschied sich für eine “direkte Ätzung, also konzentrierte Salpetersäure mit dem Pinsel aufgetragen” für seinen Beitrag  “das Nordmeer”. Ein Druck, dem ein Aquarell vorrausging, das vom Künstler direkt vor Ort, in Norwegen angefertigt wurde.

Absprengtechnik mit Zuckertusche.”Erst guck ich und dann druck ich.” Man muss eben wissen, wie man es macht, damit man weiß, was passiert. Die Künstlerin macht Serien aus Zwischen-Zuständen. Der gelenkte Zufall. Eine Art Dialog mit dem Material. Papier, Hüllen, Gummibänder werden zum Druckwerzeug umfunktioniert.  Die spielerische Herangehensweise einer Kunstvermittlerin aus dem Hans Arp Museeum.

“Gedankenspiele” mit einer Collagen-Drucktechnik. Chine-Collé inspirierte die Künstlerin Mirjana Stein-Arsic (Jülich) zu einer experimentellen Serie mit (gekratzten) Zeichnungen auf der Radierplatte. Hier zeigt sie das tiefe Schwarz, dass in jedwedem Druckverfahren nur sehr schwer zu erzeugen ist. Ebenso schwer ist es da wieder ein Motiv herauszuholen. Ein spannendes Experiment, aus dem sich etwas ganz Eigenes entwickelt. Für einen solchen Moment, sagt  die Künstlerin, “muß man seinem Stil treu bleiben”.

Der eigentlich 40-teilgen Serie gingen Zeichnungen vorraus. Dann folgte ein adäquates Verfahren im Holzschnitt mit zwei übereinander gedruckten Platten. Für Jo Bukowski (Augsburg) stehen sie für zwei Welten, die aufeinanderprallen. In der Kunst des Professors der Alanus Hochschule geht es um Beziehungen. “Ich bin nicht ganz für mich alleine. Wir leben in einer Beziehung und in einem Kontext. Wir leben in dem Spannungsfeld einer lebendigen Augenblicklichkeit”.

Janko Arzenšek (Remagen) hat für Druckfrisch seine Liebe zur Konstruktion und zum Geometrischen weiterentwickelt. Mit einer speziellen Schablonen-Drucktechnik druckte er diese beiden Radierungen: eine  “Spirale im Kopf” und “Profil mit Kopfbedeckung”, Motive, die nicht zufällig an die Renaissance erinnern. Der Künstler  ist  an drei Orten mit weiteren geistreich verknüpften Werken zu finden; von “Weltraumschrott” bis “Zerbröselung”

“Das was man eigentlich nicht macht. Die Grenzen erforschen und darüber hinaus.”  Die Künstlerin Maren Hoch (Aachen/Bergisch Gladbach) präsentiert zu Druckfrisch eine Kombination aus Hoch- und Tiefdruck auf Wellpappe, zur harmonischen Serie ausgefeilt. Die Tanzpädagogin versucht Bewegung in verschiedensten Medien und Technik auszudrücken, sie experimentiert in allen Bereichen der Bildenden Kunst; in Druckgrafik, malerisch oder installativ, in Keramik oder in Bronzeskulpturen.

Auch für Dagmar vom Grafen-Connolly (Montzen/Belgien) ist die Art der handwerklich – grafischen Berabeitung immer auch Teil der Bildaussage. Ihre Titel bleiben lange Arbeitstitel. “Die drei Tanten von meiner Mama” im Vordergrund sind eine zweigeteilte Hommage an ihre sehr emanzipierten Vorfahren. Man erkennt beinahe karikatureske Fußpaare unten und abgestriffene Schuhe, die über ihnen schweben….

Bei Monika Klein (Wiesloch) ist das Spiel Inspiration und Werk zugleich. Man kommt nicht umhin einen Film im Kopf zu sehen, wenn man ihre immer wieder auftauchenden geometrischen Motive wiederentdeckt. Klein verwandelt die Elemente, die Akteure ihrer Serien, mal sind sie transparent mal farbig. In kindlicher Spiellust setzt sie alles immer wieder neu und überraschend anders zusammen. Ein bildgewordenes Memoryspiel in surrealen Sphären.

Die Ausstellung ist von Dienstag, 30. April bis einschließlich Dienstag, 28. Mai 2019 in der Volkshochschule Bergisch Gladbach, Buchmühlenstraße 12, im Foyer in der ersten und zweiten Etage zu sehen.

Vernissage: Dienstag, 30. April 2019, um 19 Uhr

Die Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag jeweils von 8 Uhr bis 21 Uhr, außer an Feiertagen. Der Eintritt ist frei.

Ausstellende Künstler:

Eckard Alker (Bergisch Gladbach), Janko Arzenšek (Remagen), Jo Bukowski (Augsburg), Rosmarie Feuser (Remagen), Jette Flügge (Iserlohn), Dagmar vom Grafen-Connolly (Montzen/Belgien), Walter Hanel (Bergisch Gladbach), Maren Hoch (Aachen/Bergisch Gladbach), Karl-Heinz Jeiter (Aachen), Monika Klein (Wiesloch), Janice Orth (London/Aachen), Andrea Radermacher-Mennicken (Raeren/Belgien), Eva Rolofs (Hamburg), Mirjana Stein-Arsic (Jülich), Lothar Sütterlin (Bergisch Gladbach), Andreas Vietz (Köln) und Jutta Vollmer (Köln).

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1 Kommentar

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  1. Ja, die Ausstellung klingt gut zusammen. Dem Artikel merkt man an, dass die Autorin vom Fach ist