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Junge Rebellen von der Kirmes verwiesen

Die Regenbogenfahne gilt als Symbol für Aufbruch, Veränderung und Frieden, der Toleranz und Akzeptanz. Foto: Wikimedia, CC0 1.0

Aktualisierung 13.8.: Dieser Artikel ist überholt. Ein vollständigeres Bild gibt dieser Beitrag. 

Mit der Regenbogenfahne und anderen Symbolen der Schwulen- und Lesbenbewegung haben sich neun Jugendliche auf der Kirmes gezeigt – und sich einen Platzverweis eingehandelt. Das wollen sie so nicht stehen lassen.

Nach Einschätzung eines Sprechers dieser Gruppe habe sich der Ordnungsdienst der Stadt schwulenfeindlich verhalten. Homophobie sei in Bergisch Gladbach durchaus verbreitet: Mitglieder der Gruppe seien auf der Kirmes als „Schwuchtel” beschimpft worden, ein Passant habe den Hitler-Gruß gezeigt.

Die Gruppe nennt sich „Rebels for Justice” und hat gegen das Vorgehen des Ordnungsdienstes Beschwerde eingelegt, allerdings anonym. Daher lehnt die Stadtverwaltung eine Stellungnahme ab.

Ein Vertreter der Gruppe gab sich gegenüber dem Bürgerportal zu erkennen, seinen Namen dürfen wir nicht nennen. Er sei 20 Jahre alt, Auszubildener und engagiere sich bei „Fridays for Future” (FFF). Die „Rebels” seien eine kleine lokale Untergruppe der Klimaschutzbewegung, die sich über das Klima hinaus mit wichtigen gesellschaftlichen Themen befassen wolle.

Mit dem Regenbogen auf der Kirmes

Nach eigenen Angaben hatten sich einige Mitglieder der Gruppe am Samstag Fahnen mit Symbolen der LBGT-Bewegung (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender) umgehängt, sie aber nicht an Fahnenstöcken getragen. Es habe sich auch nicht um eine Kundgebung gehandelt, allenfalls um einen kleinen Flashmob.

Die Gruppe habe sich in die Nähe des Bergischen Löwen vor einen Stand gesetzt. Mitarbeiter des Ordnungsamtes und eines Sicherheitsdienstes hätten die Jugendlichen zunächst zum Aufstehen aufgefordert; als sie dem gefolgt waren, sei ein Platzverweis ausgesprochen worden.

Als Grund sei zunächst das Tragen der Fahnen genannt worden. Nachdem sich die Gruppe auf  das Grundgesetz (u.a. freie Entfaltung der Persönlichkeit und Versammlungsfreiheit) berief, habe der Ordnungsdienst die Begründung geändert: die Gruppe habe auf einem Fluchtweg gesessen. Er drohte mit der Polizei, daraufhin folgten die Jugendlichen dem Verweis.

Nun fordern die „Rebels for Justice” eine öffentliche Entschuldigung bzw. Rechtfertigung für das Vorgehen sowie eine bessere Schulungen der Mitarbeiter in Bezug auf Menschenrechte.

Eine Stellungnahme, auch auf Anfrage des Bürgerportals, verweigert die Stadtverwaltung jedoch. Das lehne sie bei „anonymen Anschuldigungen einer Gruppe, zu deren Existenz wir zudem keinerlei Hinweise finden konnten”, grundsätzlich ab.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

7 Kommentare zu “Junge Rebellen von der Kirmes verwiesen”

  1. Also es gab schon seit Menschen gedenken Schwule und Lesben. Denke auch, das es nur für wenige ein Problem ist. Aber man muss auch beide Seiten hören. Vielleicht waren doch seitens der Gruppe Provokationen voraus gegangen. Rebele sein, ist weiter nicht schlimm. Aber man muss schon dann seine Rebellion in gewissen Grenzen halten und man sollte dabei einen positiven und keinen negativen Eindruck hinterlassen. Also nur rein aus Provokation zu rebellieren sorg vielleicht dann für ein Ergebnis, welches man doch nicht erziehen wollte. Und gerade, wenn es viele Zeugen geben könnte sollte man bei der Wahrheit bleiben. Nur de Fahne wird nicht der Grund gewesen sein (kann ich mir zumindest nicht vorstellen).

  2. Der Bericht über den Kirmes-Platzverweis der „Rebels for Justice” stößt auf Widerspruch: Die Jugendgruppe hatte den Vorfall sehr subjektiv geschildert. Der Bericht von Augenzeugen ergibt ein anderes Bild. Auch die Stadt nimmt nun klar Stellung. Hier ist der aktuelle Bericht: https://in-gl.de/2019/08/13/stadt-und-schausteller-widersprechen-den-rebellen/

  3. Das ist nicht korrekt. Die Mitarbeiter des Ordnungsdienstes sind bei der Stadt festangestellt, auf der Grundlage eines ausdrücklichen politischen Beschlusses des Stadtrats. Und natürlich auch ausgebildet. Mehr Infos können Sie hier nachlesen: https://in-gl.de/2019/04/03/der-neue-stadtordnungsdienst-bergisch-gladbach-zeigt-flagge/

  4. Ich muss ganz ehrlich gestehen. Ich fühle mich bei diesem Ordnungsdienst nicht sicher, sondern bedroht. Die laufen Rum wie Rambo und man wird das Gefühl nicht los die warten nur darauf daß es Ärger gibt. Was sie ja mit dieser Aktion deutlich gezeigt haben. Gladbach hat keinen Grund auf sowas stolz zu sein.

  5. Merkwürdig, alle meckern, das niemand was tut und jammern. Dann zeigen die Kids im wahrsten Sinne des Wortes friedlich Flagge und werden gerüffelt und des Platzes verwiesen.

    Die Ordnungsdienste auf der Kirmes bestehen sehr oft aus freiwilligen oder Gelegenheitsarbeitern, die nicht richtig geschult worden sind. DAS sollte man ändern, sonst eskaliert es irgendwann.

    Hut ab vor den Kids, macht weiter so.

  6. Wir gehen gerade Hinweisen nach, ob die Darstellung der „Rebels” tatsächlich richtig ist, Augenzeugen berichten es deutlich anders. Wir klären das und melden uns wieder.

  7. wenn sie friedlich sind können die wegen mir da sitzen.
    Ich frage mich eher was wir aus unserer Vergangenheit nicht gelernt haben.

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