Die Siegerin im großen Dressurviereck hieß Marion Op de Hipt

Das Unglück von Martin Sterzenbach hat den Ausgang des Wettbewerbs beim Großen Preis von Bergisch Gladbach überschattet. Zuvor gab es einige herausragende Leistungen, auch der lokalen Reiterinnen.

Der 55-jährige Champion der deutschen Berufsreiter im Springreiten war mit seinem Pferd Balougraf ESC am Sonntag im Parcours der „Bergisch Classics” gestürzt und verletzt in ein Kölner Klinikum gebracht worden.

Sterzenbach kam nach Auskunft seiner Familie mit leichteren Verletzungen davon. Sein Pferd, das als zehnter Starter nach der Hälfte des Durchgangs unvermittelt im Galopp zusammenbrach, soll nach ersten Erkenntnissen einen Abriss der Aorta erlitten haben.

Die Veranstalter brachen den Springwettbewerb nach dem dramatischen Vorkommnis ab. Beim Publikum und den vielen Lesern in Netz bedankte sich der RV Hebborner Hof für die rege Anteilnahme und wünscht Martin Sterzenbach für seine Genesung alles erdenklich Gute: „Wir sind alle tief betroffen und wünschen dem verletzten Reiter gute Besserung”, sagte Matthias Beggerow, Vorsitzender des Reitervereins Hebborner Hof.

Erst im Frühjahr war der Pferdewirt Sterzenbach aus Dorsten im Sattel seines 13-jährigen Holsteiner-Hengstes Spring-Champion der deutschen Berufsreiter geworden. Balougraf ESC stammte von dem Springpferd Baloubet du Rouet ab, mit dem der Brasilianer Rodrigo Pessoa dreimal hintereinander 1998, 1999 und 2000 Weltcup- und Olympiasieger 2004 in Athen wurde.

Den Großen Preis holte Daniel Könemund auf Ascalan vom RFV Burscheid-Paffenlöh. Ihm gelang der einzige fehlerfreie Durchgang. Felix Schneider und Adonis Capitol schafften mit einem Abwurf Rang zwei.

Die Siegerin im großen Dressurviereck hieß Marion Op de Hipt und ließ die Konkurrenz am Ende weit abgeschlagen im Regen stehen. Die sympathische Erfolgsreiterin aus Kerken zeigte im Sattel ihres Rappwallachs Sir Oliver ihre ganze Klasse.

In der Kür der Dressurreiter (Klasse S**) setzte sie mit einer harmonischen Vorstellung aller Schwierigkeitsgrade ein Ausrufezeichen, was in den Augen der Wertungsrichter nur eines bedeuten konnte: Platz eins für die Paarung vom Niederrhein mit über 73 Prozent und die Schärpe für den Sieger.

Das eher feuchtnasse Spätsommerwetter konnte die Freude vieler Tausend Zuschauer auf dem Turniergelände am Hebborner Hof an der Sport- und Shownight am Samstagabend nicht trüben. „Unser Publikum ist uns einmal mehr treu“, resümierte Peter Lautz, der Hausherr auf dem Hebborner Hof.

Im Festzelt traf er viele Ehrengäste, denn die „Bergisch Classics fanden dieses Jahr zum 25. Mal statt. Viele begeisterte Reitsportfans aus der Region nutzten die Gelegenheit, bei einem der wichtigsten Turniere der grünen Saison im Rheinland Spitzenleistung aus nächster Nähe zu erleben.

Seit jeher ist auch der Nachwuchssport auf dem Hebborner Hof fest etabliert – und feiert im Schatten der Großen seine eigenen Erfolge. Zahlreiche Aktive aus den Reihen des Reitervereins waren auch diesmal wieder nicht nur als Helfer im Turniergeschehen eine wichtige Stütze für die Gastgeber, sondern sicherten sich ganz nebenbei auch noch eine Schleife unter den Platzierten der Wettbewerbe: 52 Platzierungen gingen auf das Konto der Vereinsreiter.

Dressurreiterin Josephine-Elisabeth Türk, die auf der Reitanlage Landgut Diepeschrath trainiert, startet für die Farben des Reitervereins Hebborner Hof und führte mit ihrem Le Noir B die Konkurrenz in der schweren Klasse an. Mit dem 14-jährigen Hannoveraner-Wallach glänzte sie nicht nur in der Dressurprüfung der Klasse S*, sondern tags darauf auch im St. Georg Special*, wo sie ihre Wertnote von 67 Prozent noch einmal bestätigte.

Im Springparcours der Klasse S* erfüllte mit Ina von Bormann eine andere Lokalmatadorin die Erwartungen. Auf Rahmannshof Choose Me glückte ihr eine schnelle fehlerfreie Runde und der Sprung auf Rang drei.

Franziska Zimmermann

In den Parcours der schweren Klasse musste sich Franziska Zimmermann zwar diesmal geschlagen geben. Sonst aber war es das Turnierwochenende der Springreiterin vom Hebborner Hof.

Seit den Deutschen Meisterschaften und ihrem fulminanten Ritt auf Rang fünf gehört die zu den besten Amazonen Deutschlands. Bei ihrem Turnierauftritt zeigte sie vor allem auf ihren Nachwuchspferden ihre besondere Klasse.

Das Starterfeld in den Auftaktspringen, den Springpferdeprüfungen für die jungen Pferde waren so umfangreich, dass die Wettbewerbe in mehreren Abteilungen gewertet werden mussten. Und wann immer Franziska Zimmermann dafür ein Pferd sattelte, sie schaffte es nach ganz vorne: Zweimal Platz eins in der Klasse A**, Plätze eins, zwei und zwei dritte Plätze in der Klasse L und Platz zwei im M*-Parcours.

Katrin Voss

Journalistin, Zeitungsredakteurin, Pressewart für den Reiterverein Hebborner Hof e.V.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

2 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Zu den unsachlichen Äußerungen von PETA die den Sport verteufeln möchte ich noch entgegnen: Aortenabrisse kommen nicht nur im Leistungssport vor. In meinem Bekanntenkreis ist das einem ganz normalen Freizeitpferd passiert – während es ruhig stand und geputzt wurde ! Auch ein Hund einer Bekannten ist beim normalen Spielen daran verstorben. Solche Fälle werden naturgemäß nicht so bekannt, weil sie nicht vor Publikum stattfinden.
    Spitzenpferde wie Balougraf werden bestens gepflegt und medizinisch untersucht und versorgt. Dennoch lassen sich solche tragischen Ereignisse weder voraussagen noch verhindern.
    Vorbildlich fand ich übrigens die blitzschnelle Hilfeleistung für Reiter und Pferd durch die anwesenden Ärzte, Tierarzt und Sanitäter, das Abschirmen der Unglücksstelle und wie die eintreffenden Rettungskräfte sofort dorthin gelotst wurden. Das war bei so viel anwesendem Publikum ( was nicht immer zügig beiseite ging) keine leichte Sache.
    Ich hoffe, das dieses Turnier nicht nur mit diesem Unfall im Gedächtnis bleibt, der Es so abrupt beendet hat.

  2. Warum kühlen solche Organisationen wie “PETA” ihr Mütchen an eher kleinen Turnieren ab anstatt die großen Ereignisse im Pferdesport besser zu durchleuchten? Sperrungen von bekannten Reitern, nachweislich gedopte Pferde, schwere Verfehlungen beim Training finden wesentlich häufiger statt als solche natürlich schreckliche Ereignisse auf ländlichen Turnieren. Außerdem wurde der Reiter nicht “schwer verletzt”, eine Bezeichnung, mit der PETA nur den Sensationswert des Berichtes peppen wollte.

    Verletzungen von Mensch und Tier sind leider wenn auch seltene Begleiterscheinungen von Trainings- und Sportveranstaltungen, sie liegen trotz aller Vorbereitungen und großer Sorgfalt in der Natur der Dinge. Soll man nun alle Sportveranstaltungen verbieten, weil ab und zu mal etwas passiert?