Der Regionalförster und die Kreisverwaltung haben Kritik von Anwohnern zurückgewiesen, sich nicht um den ausgetrockneten Hasselbachteich im Gierather Wald zu kümmern. Der Artenschutz sei wichtig, eine Lösung aber nicht einfach.

Der zuständige Regionalförster Joachim Cohnen bekräftigte, dass der Landesbetrieb Wald und Holz die Trockenperiode nutzen und versuchen werde, den Wasserstand zu verbessern. Die Kreisverwaltung beschäftigt sich gleichzeitig mit der Rettung seltener Amphibien. Beide Behörden erläutern aber auch, warum der Schutz des Teichs nicht rasch zu bewerkstelligen sei.

Anwohner des Teichs im Naturschutzgebiet in Gierath hatten in einem Beitrag der Kreisverwaltung und dem Landesbetrieb vorgeworfen, die Probleme am Hasselbachteich zwar zu kennen – aber nichts zu unternehmen. Die Vielfalt der Pflanzen und Tiere im und am Teich seien akut gefährdert, die Trockenzeit biete aber gleichzeitig eine Chance, etwas zu unternehmen.

Anwohner und Förster im Gespräch

Thomas Siems, einer der Anwohner, hatte in einem Kommentar konkrete Maßnahmen aufgelistet. Andere Anwohner verweisen darauf, dass der Teich auch das größte regionale Vorkommen der gefährdeten Flutenden Moorbinse aufweise. In der Zwischenzeit hatte die Feuerwehr noch einmal Wasser in den Teich gepumpt, dennoch ist er inzwischen vollkommen trocken.

Tatsächlich ist das Problem dem Regionalförster gut bekannt; er haben viele und lange Gespräche vor Ort geführt, berichtet Cohnen. Man müsse die Situation des Teichs im Zusammenhang mit den Klimaveränderungen sehen, das heiße Jahr 2018 habe sich ja nicht nur in Gierath ausgewirkt. Der Borkenkäfer vernichte sehr viele Bäume, die rasch aus dem Wald geschafft werden müssten.

Maßnahmen seien geplant, versichert, Cohnen, man könne den Teich aber nicht einfach ausbaggern. Genau das sei mit den Anwohnern besprochen worden. Ob man den Wasserstand nachhaltig verbessern könne, sei offen.

Kreis warnt vor Eingriffen im Naturschutzgebiet

Konkreter wird die Kreisverwaltung. Auch die Untere Landschaftsschutzbehörde stehe in Kontakt mit den Anwohnern, erklärt Kreissprecherin Katharina Krause.

Aber bislang sei noch keine Möglichkeit gefunden worden, denn Teich nachhaltig vor dem Austrocknen zu bewahren, sagt Krause. Er sei ohnehin künstlich angelegt, als Wasserreserve für die Feuerwehr. Der Bach und damit auch der Teich falle im Sommer regelmäßig trocken. Diese Lage sei durch die heiße Phase im vergangenen Jahr verschärft worden.

Zum Austrocknen trage vor allem der sandige Untergrund bei, in dem das Wasser rasch versickere. Daher, so Krause, würde ein Ausbaggern des Teichs wenig bringen. Um einen Effekt zu erreichen müsste eine dichte Lehmschicht eingezogen werden.

Die Tatsache, dass der Teich in einem Naturschutzgebiet liegt, bedeute aber auch, dass man keinen Beton einsetzen könne und auf Zäune verzichten müsse.

Hinzu komme, dass der Sand im Hasselbachteich womöglich mit Schwermetallen belastet sei; der ausgebaggert Sand also in einer Spezialdeponie entsorgt werden müsste. Damit würde das ganze Verfahren sehr aufwendig und teuer.

Der Kreisverwaltung liegt der Teich aus Gründen des Artenschutzes am Herzen, betont Krause. Vor allem, weil im Hasselbachteich seltene Amphibien  angesiedelt sei. Um den Bestand zu retten werde im Moment geprüft, ob eine Umsiedlung an einen ähnlichen, aber feuchten Standort möglich sei.

Weitere Beiträge zum Thema:

Rettet den Hasselbachteich im Gierather Wald!

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

4 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. @Thomas Siems: Wir haben uns beim Golfclub erkundigt. Der stellt klar, dass er natürlich kein Wasser aus dem Hasselbach entnimmt. Das ginge schon deshalb nicht, weil das Wasser dort gar nicht ankommt. Der Golfplatz würde sich über Wasser im Bachlauf freuen, leide generell unter dem sinkenden Grundwasserspiegel und müsse das Wasser für die Bewässerung teuer einkaufen.

  2. Nachtrag 2:

    Wenn ich jetzt daran denke, dass viele Anwohner letztes Jahr wochenlang Schüsseln mit Wasser in den Wald gestellt haben, damit Rehe und Eichhörnchen nicht verdursten, stellt sich mir die Frage, ob das vielleicht nur deshalb nötig war, weil eine Minderheit saftiges Golfgrün haben möchte…

  3. Nachsatz:

    Mit einem Blick auf Goigle Maps:

    https://maps.app.goo.gl/bsNczQh6xfSEUFQM9
    muss auch kein Beamter seinen Schreibtisch verlassen, um zu verstehen, warum der Zulauf immer wieder versiegt:

    Wäre es nicht im Bereich des Möglichen, dass die Betreiber des Golfplatzes Wasserkosten sparen (Achtung, ganz absurde Vermutung! ;0) ) und vielleicht eine klitzekleine Menge des Wassers aus dem Teich auf der Anlage entnehmen, um das saftige Grün zu erhalten? Damit versiegt nämlich sogleich dessen Überlauf… die Quelle des Hasselbach Teiches!

    Und da es ein künstlich angelegter Löschteich ist, liegt die Vermutung nahe, dass unter der über Jahre eingespülten Sandschicht (woher sollen eigentlich die Schwermetalle kommen??) bereits eine verdichtete Lehmschicht existiert.

    Die oben angeführten Argumente (was hat der Teich mit dem Borkenkäfer zu tun??) dienen meiner Ansicht nach eher der Ablenkung davon, dass man sich seit Jahren wissentlich (!!) nicht um dieses Biotop und dessen schützenswerte Bewohner kümmert und auch nicht gedenkt, dies zu tun!

  4. Da muss ich noch einmal einhaken, weil man die “Argumente” so nicht stehen lassen kann:

    1. Der Teich trocknete bislang nur 9/2010, 8/2018 und 7/2019 aus. Ich habe Digitalfotos mit Datum davon.

    2. Die Rinne spült die Kaulquappen in den Wald. Warum also nicht den sandigen, nicht-bewachsenen Bereich ausbuddeln (Bagger oder engagierte Anwohner) und die Rinne befüllen? Wenn das Sediment belastet sein sollte, verbleibt es damit am Ort, aber das Wasser kommt dann damit nicht mehr in Kontakt. Eigentlich ist dann nicht mal eine Bodenprobe nötig. Kosten: 0 – 400 Euro.

    3. Auf die Lehmschicht verzichten, nur einen Rüttler verwenden (200 Euro) und eine Teichfolie (15 qm, 100 Euro) an der tiefsten Stelle als Notreserve einbringen.

    Das sind Mindestmaßnahmen, die schnell umzusetzen wären und kaum Geld kosten. Wir können aber auch weiter reden, gucken wo das Wasser versickert oder gar eine Umsiedlung planen – was höchstwahrscheinlich bitter schief geht! Aber das merkt dann keiner mehr.