Die zum Teil 30 Jahre alten Bäume in der Schlossstraße sollen gefällt und durch eine Reihe blühender Bäume auf der Südseite ersetzt werden. Fotos: Helga Niekammer

Von verschiedenen Seiten bilden sich Gruppen, die mit aller Kraft für den Erhalt der Bäume bei der Umgestaltung der Schlossstraße kämpfen wollen. Eine Bensbergerin ruft jetzt zu zwei Versammlungen auf.

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Zuletzt hatte die Initiative Berg neben drei weiteren Punkten gefordert, alle gesunden Bäume zu verschonen und zusätzlich auch auf der Nordseite der Schlossstraße eine Baumreihe einzuplanen.

Jetzt ruft eine weitere Gruppe zu zwei öffentlichen Versammlung auf, die Gundula Ludwig als Privatperson angemeldet hat. Sie gehört zu den Initiatoren der „Parents for Future” in Moitzfeld und ist mit den „Klima Freunden” vernetzt.

Diese Kundgebungen finden statt

  • am Mittwoch, 11.9., Uhr im Innenhof des Bensberger Rathauses. Dort tagt ab 17 Uhr der Ausschuss für Umwelt, Klima, Infrastruktur und Verkehr; der auch für die Neugestaltung der Schlossstraße zuständig ist;
  • am Samstag, 14.9. um zehn Uhr in der Schlossstrasse.

Eine Skizze aus dem ersten Entwurf des Club L94. Neuere Entwürfe sind nicht veröffentlicht worden

Gundula Ludwig wohnt zwar erst seit einigen Jahren in Bensberg, fühlt sich hier aber sehr verwurzelt. Daher könne sie das Konzept der Kölner Architekten „nicht zwangsläufig begrüßen”. Sie wende sich gegen eine „uniforme Natursteinwüste”, aus der keineswegs der versprochene „Boulevard der Begegnung’ werden könne.

Die Bäume im südlichen Bereich der Schlossstraße könnten, so neue Überlegungen in der Stadtverwaltung, stehen bleiben. Foto: Helga Niekammer

Der Wettbewerbsentwurf, der den Planungen zugrund liegt, greife keine klimapolitische Ziele auf und passe nicht mehr in die Zeit. Die vorgesehenen neuen Bäume auf der Südseite der Schlossstraße würden zunächst kaum über ein schattenspendendes Blätterdach verfügen, große Teile der Straße würden der gleißenden Sonne ausgesetzt, heißt es in der Begründung für die Versammlungen.

Die Kastanien vor der Nikolauskirche stehen auf kirchlichem Grundstück; die Gemeinde lehnt eine Fällung ab. Foto: Helga Niekammer

Zwar hatte es im Vorfeld der Umgestaltung der Schlossstraße im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes eine breite Bürgerbeteiligung gegeben. Doch bei der Umsetzung durch einen Wettbewerb und der konkreten Planung blieben die Bürger außen vor, kritisiert Ludwig.

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6 Kommentare

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  1. Lieber Herr Schulze, ich begrüße in vollem Umfang die Initiative zum Erhalt der wertvollen Bäume. Nur sollte im Vordergrund nicht die Eigenschaft der Schattenspende stehen. Viel wichtiger ist die Fähigkeit größerer und älterer Bäume, über die Photosynthese CO2 in Holz zu verwandeln und so unserer Atmosphäre zu entziehen.
    Leider kann ich am 11.09. nicht teilnehmen.
    In diesem Sinne herzliche Grüße von Haus zu Haus Hans-Jürgen Hörner

  2. Da kann ich Herrn Bernhard Wolf nur Recht geben. In Einzelgesprächen mit Politik und Verwaltung, in Schriftform, mal gemeinsam und ein anderes Mal jeder für sich, letztmalig gemeinsam am 8. April 2019 haben die IBH, die ISG und die Initiative Berg (Bensberg erlebbar gestalten), haben wir besonders die Punkte zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit angesprochen und Änderungen gefordert mit dem Ziel, hohe Aufenthaltsqualität und Attraktivität zu schaffen mit einem guten „Stadtklima“.

    Allerdings, zugehört hat die Verwaltung auch, aber es gab hier das Dogma des Siegerentwurfs ohne hinreichende Berücksichtigung der Örtlichkeit, welches alles überlagert hat und es gab durch den Eröffnungstermin der Galerie einen engen Zeitrahmen, weshalb alle Forderungen „wegmoderiert“ wurden. Entweder hieß es, wir sind im Projekt zeitkritisch oder aber, es passt nicht in den Entwurf. Allerdings gab es auch die immer wieder alles überlagernde Forderung nach mehr Parkplätzen, die viel Zeit gekostet hat und die manchmal den Blick verstellt hat.

    Eine Vorzeigeänderung gab es dann doch wegen massiver Forderungen, die in den Hang modellierten Sitzstufen, die immerhin die Mauer von 60 Meter x 3 Meter auf 45 Meter x 3 Meter kürzte. Nun hat es aber mehrfach Verzögerungen gegeben, letztmalig Anfang August, bis hin zu einem derzeit nicht definierten Eröffnungstermin im Frühjahr, also ein neues Zeitfenster.

    Aus unserer Sicht ist das eine gute Chance, aber auch die letzte Chance, um notwendige Änderungen aufzurufen und einzufordern, alles bekannte und zeitgerecht diskutierte Forderungen, nichts Neues. Die Latte der Erwartungen liegt hoch. Es geht jetzt nicht darum, zu erläutern, warum was nicht geht, sondern wie es gehen kann.

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    Bei den Klimafreunden Rhein Berg möchte ich mich für deren Initiative und Engagement für die Bäume auf der Schlossstraße herzlich bedanken und letztlich, durch Teilnahme an den Veranstaltungen, um Unterstützung aller interessierter Bürger bitten. Gemeinsam können wir es noch schaffen.

  3. Diese Initiative ist eine prima Sache. Vielleicht erhalten Umwelt- und Klimabewusstsein doch noch eine Chance!

    Ich werde bei den Kundgebungen dabei sein.

    @Frau Werkmann, Herr Havermann, Herr Wolf, liebe Leser*innen, ich würde mich freuen, wenn wir uns da treffen würden, um jetzt gemeinsam für den Erhalt der Bäume einzutreten.

    Es ist Zeit!

  4. Lieber Herr Havermann, ich finde es immer interessant von anderen Leuten zu lesen, was die Bensberger Händler wollen. Tatsächlich haben wir das mit den Bäumen immer schon bemängelt. Es hat nur keiner zugehört! Komischerweise wurde das Konzept immer hochgelobt und kein Mensch hat mitgekriegt, was mit den Bäumen geschehen soll. Und plötzlich behaupten Sie die Händler wollten keine Bäume wegen der Parkplätze! Ganz genau das Gegenteil ist der Fall!

  5. “Uniforme Natursteinwüste” ist vielleicht ein wenig übertrieben, das gesamte Projekt jetzt auf den Prüfstein zu stellen, ist es mit Sicherheit. Bäume auf einer Seite abreißen, um auf der anderen neue zu pflanzen, ist völlig absurd. Bäume gehören auf beide Seiten, auch wenn die Händler nun wieder aufheulen und um ihre existenzerhaltenden (?) Parkplätze bangen. In diesem Zusammenhang möchte ich erneut auffordern, die gesamte Schlossstraße auch von Händlerseite aus attraktiver zu gestalten. Außer der Schlossgalerie gibt’s ja nichts neues. Das Einkaufserlebnis findet in den Läden statt, und in welchen Geschäften – die meisten mit uralten Einrichtungen – bekommt man “Erlebnis” geboten?

    Ich hätte mir auch gewünscht lesen zu können, was Frau Ludwig mit “klimapolitischen Ziele” und “passt nicht mehr in die Zeit” meint. Mit einigen Änderungen – z.B. Treppe, dortige Mauer, Ortsbehalt des Elisenbrunnens, zwei Reihen Bäume u.v.a.m. ließe sich das Projekt noch erheblich bürgernäher gestalten.

  6. Das ist mal wieder typisch für die “Verwalter” und “Planer” von Bergisch Gladbach: Abreißen. Auch bei Bäumen wird nicht halt gemacht.

    Warum müssen gut verwurzelte Bäume gefällt werden, damit auf der anderen Straßenseite neue gepflanzt werden? Gerne zusätzlich! aber einer Fällung kann man nicht zustimmen.

    Wer gießt denn die “neuen” Bäume? Wenn diese dann vertrocknet sind, wird man seitens der Verwaltung sagen: Schade, aber sie haben nicht überlebt….