Abseits der großen Ereignisse beim Kultur- und Stadtfest fand am gleichen Tag eine kleine Ausstellung einer kleinen Künstlergruppe in einer Kleinen Werkstatt statt. Frau Wirrkopf war mit der Kamera dort.

Wer glaubt, dass an diesem Wochenende nur das Kultur- und Stadtfest stattfand, der war in der Tat schief gewickelt. Abseits der großen Ereignisse, von den großen Veranstaltern vermutlich völlig übersehen, traf sich eine kleine Gruppe Künstler in der „Kleinen Werkstatt” mit einem kleinen Garten zu einer kleinen Ausstellung. In der Franz Hitze Straße 26 in Hand.

Nun ist ja in Hand meistens der Hund begraben, außer Schützenfest nix los in diesem Stadtteil, darum dachte ich mir: „Das ist das Richtige für dich! Da musst du keine Menschenmassen aushalten und kannst in Ruhe Kleinkunst angucken.” Da war ich allerdings auch schief gewickelt, denn für eine so kleine Ausstellung in einem privaten Garten, waren dort mehr Menschen, als ich erwartet hatte.

Sechs Künstler und eine Gastkünstlerin, die zum ersten Mal dabei war, hatten sich Gedanken zum Thema “schief gewickelt” gemacht und ihrem Gestaltungsrahmen entsprechend sehr unterschiedliche Kunstwerke geschaffen.

Die Künstlergruppe

Die Gastkünstlerin

Die Arbeiten der Gastkünstlerin

Die Arbeiten der Künstlergruppe waren im Garten ausgestellt. Birgitta Schmitz-Hussain hat die Lyrik beigesteuert. Im Obergeschoss des Hauses gab es eine Lesung mit klassischer Musik dazu. Wer also dachte, es gäbe nur Handgefertigtes, war ebenfalls schief gewickelt.

Lyrik zum Mitnehmen

Mein mitgenommener Favorit:

In fünhundert Jahren
halten intelligente Maschinen
uns als Haustiere.

Sagen: sowas
sollte man nicht vermehren,
spielen mit uns,
ziehn uns Maulkörbe an,
spielen mit uns.

In fünhundert Jahren.
Vielleicht

Während der Lesung und der Musik – das ist ja nicht so wirklich mein Ding – bin ich also durch den Garten gelaufen und habe die Handwerkskunst betrachtet. Ich hätte gerne Schildchen an den Kunstwerken gehabt, welche Arbeiten von welchem Künstler sind, denn ich kann das im Nachhinein nicht mehr zuordnen.

Es gab wirklich ausgefallene Sachen zu bestaunen, aus allen möglichen Materialien fantsievoll hergestellt.

Dieser Teppich besteht zum Beispiel aus Kartoffelsäcken, sogenannten Raschelsäckern, die zusammengedreht und dann mit Wolle umhäkelt wurden.  Ich mag solche bunten, farbenfrohen Dinge, darum sprang er mir sofort als erstes ins Auge.

Demenstsprechend fielen mir als nächstes diese bunten Säulen auf. Wenn ich einen Garten hätte …

Schief gewickelt ist auch, wer denkt, diese Kunstwerke seien nur witzige Deko. Sie sind als Nistkästen gedacht und die Künstlerin hofft, dass sie auch als solche angenommen werden.

Faszinierend fand ich die Idee, Fahrradfelgen für solche, an Traumfänger erinnende Kunstwerke, zu verwenden. Eine ist mit Wolle umwickelt, die andere mit kupferfarbenen, dünnen Metallplättchen. Echte Hingucker im Garten.

Im Gebüsch standen verschiedene Vogelarten, für die eine Vogeltränke bereit stand und ich wurde von Figuren beobachtet.

Noch einige gewickelte Kunstwerke:

Drinnen in der Werkstatt waren herzhafte und süße Leckereien aufgebaut unter anderem ein köstlicher Nudelsalat mit Thunfisch, von dem ich auch etwas „mitgenommen” habe.

Der Eintritt zur Ausstellung war frei, die Kunstwerke konnten erworben werden und es standen Spendendosen bereit.

Dies war nicht die erste Ausstellung dieser Künstlergruppe, sie macht jedes Jahr eine. Man darf gespannt sein, wie das Thema im nächsten Jahr lautet und wie es umgesetzt wird. Mir hat es gefallen.

Im Bergisch-Gladbach-Blog gibt es noch ein paar Fotos mehr zu sehen.

Nachtrag:

Von Frau Birgitta Schmitz-Hussain habe ich per Mail eine Zusammenfassung bekommen, welcher Künstler welche Arbeiten erstellt hat. Vielen Dank dafür.

Das Gehäkelte ist von Steffi, der diiesjährigen Gastkünstlerin.
Nächstes Bild, der bunte Wandteppich, ist von Barbara. Ihr sind auch die Fahrradfelgen und die Kupfereien zuzuordnen.
Die bunten Säulen und skurill Getöpfertes sind von Brigitte, der Werkstattinhaberin.
Die Betonfiguren sind Friederikes Flausen entsprungen.
Drinnen gab es noch mal strenge, mal farbenprächtige Bilder von Markus und Alltagskunst von Christopher.

Evelyn Barth

(Frau Wirrkopf) Seit 1980 bin ich Bürger dieser Stadt, das ist fast mein halbes Leben. Nach 6 Jahren Hartz IV genieße ich nun seit Herbst 2012 meine wohlverdiente Rente. Ich lebe gerne hier. Daran, dass ich mehr Zeit als Geld habe, hat sich aber auch mit der Rente nichts geändert. Darum bin ich mit...

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