Kooperation unter einem Dach: John Tucker (Sales Director Zanders Paper), Lars Forsberg (Lessebo Paper) und Tom Olander (CEO JOOL Invest) auf der Messe „Luxury Packaging 2019″

Wem Zanders gehört, ist nach wie vor unklar. Jetzt bestätigt die Papierfabrik aber, dass der Gesellschafter JOOL Invest tatsächlich in Bergisch Gladbach investiert – und eine wichtige Kooperation mit der neuen Schwester-Firma Lessebo Paper ermöglicht.

In einer Presseerklärung teilte Zanders Paper am Donnerstag mit, dass die Produktion wachse und dass JOOL Invest „Liquidität für Wachstum sichert”. Konkret: JOOL investiert tatsächlich Geld in die Bergisch Gladbacher Papierfabrik, bestätigt Zanders-Sprecher Tobias Müller auf Nachfragen.

Wie hoch die Investitionen sind und wie stark die Produktion wachse, diese Fragen beantwortet Müller dagegen nicht. Alle Zahlen würden nur weitere Vermutungen und Spekulationen schüren, daher werde man erst nach Ende des Jahres Ergebnisse präsentieren.

Nach wie vor macht Zanders auch keine Angaben zu den Gesellschafterverhältnissen. Ist JOOL der einzige Eigentümer, halten die Schweden die Mehrheit oder nur eine Minderheitsbeteiligung an der Zanders Paper AG? Kein Kommentar.

Die wichtigen Akteure

Terje Haglund, der mit einer ebenfalls diffusen skandinavischen Investorengruppe Zanders im November 2018 aus der Insolvenz heraus gekauft hatte, sei unverändert Geschäftsführer und leite das operative Geschäft vor Ort. Haglund ist gleichzeitig Vorstand bei Lessobo Paper.

Tom Olander, der Chef von JOOL Invest, wirke im Hintergrund als Ratgeber bei strukturellen Fragen mit, erläutert Müller.

Gerade diese strukturellen Fragen im Unternehmensverbund seien für Zanders jedoch besonders wichtig. Das werde jetzt durch Gemeinschaftsstände von Zanders und Lessebo Paper auf den Fachmessen  „Luxury Packaging” in London und „Labelexpo“ in Brüssel jetzt auch öffentlich sichtbar.

Zusammenarbeit intensiviert

JOOL war bereits im April eingestiegen, seit einigen Wochen habe sich auch die geschäftliche Zusammenarbeit  auf der Ebene der Papierfabriken intensiviert, berichtet Müller. Lessebo produziere vor allem ungestrichene Premiumpapiere während Zanders auf gestrichene Produkte spezialisiert sei.

JOOL habe weitere Expertise und ein großes Netzwerk im Papiergeschäft eingebracht, was sich „positiv auf die Einkaufsprozesse sowie auf die Erschließung neuer Absatzmärkte auswirkt”.

Dank an Betriebsrat und Gewerkschaft

Haglund stand für ein Gespräch bislang nicht zur Verfügung, gibt aber zu Protokoll, dass die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft IGBCE in den letzten Monaten „sehr konstruktiv” gewesen sei. Die Zanders Paper GmbH ist auf dem Werksgelände nur noch Mieter der Stadt, Verhandlungen über einen neuen Pachtvertrag für das Gelände laufen seit Monaten.

Der Geschäftsführer weiter: „Mit JOOL Invest als Gesellschafter schließen wir die Restrukturierung von Zanders Paper erfolgreich ab und realisieren das geplante Wachstum. Vielen Dank an alle Beteiligten für das Vertrauen in die Zukunft von Zanders Paper.“

Spezialprodukte werden weiterentwickelt

Die „gestärkten Finanzlage” werde Zanders Paper nutzen, um die Produktreihe Zanbarrier (öl- und fettbeständiger Lebensmittelpapiere) auszubauen. Der Fokus liege hier auf dem fluorcarbonfreien Zanbarrier NGR (Natural Grease Resistant). Auch die Weiterentwicklung des High-Speed Inkjet-Papiers Zanjet (derzeit zweiseitig gestrichen in gloss und silk verfügbar) werde vorangetrieben: Versuche mit Qualitäten für völlig neue Anwendungen fänden bereits statt.

Aber auch bei den Traditionsmarken Chromolux, Zanlabel, Zanpack, Silver Digital, RX Nature und Zankraft bestehe eine sehr gute Auftragslage.

Alle Beiträge zur Entwicklung bei Zanders finden Sie hier. 

Langer Weg zum Masterplan für das Zanders-Areal

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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