Im Fall des Falles benötigt der Rettungsdienst schnell ein paar wichtige Informationen. Damit er die auch dann bekommt, wenn niemand Auskunft geben kann,  sollte jeder eine Notfalldose in der Kühlschranktür stehen haben.

Stellt euch vor, ihr seid Single, habt verschiedene Krankheiten für die ihr Tabletten nehmen müsst – und dann kippt ihr zuhause um, könnt gerade noch einen netten Nachbarn aktivieren, aber sonst seid ihr ziemlich neben der Spur und kriegt nicht mehr mit, was passiert. Leichter Schlaganfall oder Ähnliches.

Die Rettung kommt, untersucht euch, fragt euch nach Krankheiten, Medis und deren Dosierung und ihr wollt, aber ihr könnt nicht antworten, weil ihr irgendwie nicht funktioniert.

Und dann kriegt ihr hilflos mit, wie die Rettung sich müht, nichts Falsches zu machen. Euch ein Schmerzmittel verabreicht, das ihr nicht vertragt, aber ihr könnt den Helfern das nicht sagen. Und der Nachbar weiß das alles nicht.

Schlimme Sitation. Wünsch ich keinem. Mir auch nicht. Und damit mir das nicht passiert, hab ich in der Apotheke eine Notfalldose gekauft.

Darin ist ein Zettel, den man mit allen notwendigen Informationen ausfüllen kann:

  • persönliche Angaben, wie Adresse, Krankenkasse, Vers.-Nr., Blutgruppe etc.
  • Angaben zu Allergien und Unverträglichkeiten
  • Krankheiten, die im Notfall bei der Versorgung bekannt sein müssen.
  • Angaben zu jedweden Beeinträchtigungen und Hilfsmitteln, die man braucht.
  • Welche Medikamente man nimmt und in welcher Dosierung
  • Wer ist der Hausartz?
  • Wo hat man seine Medikamente und Patientenverfügung?
  • Gibt es einen Pflegedienst? Wenn ja: welcher?
  • Platz für 2 Kontaktpersonen mit Kontaktangaben
  • Gibt es abhängige Personen, die benachrichtigt werden müssen?
  • Sogar an den Fall, dass ihr ein Haustier habt, wurde gedacht:  Gibt es eins und wer soll sich darum kümmern?
  • Das ganze muss natürlich auch unterschrieben werden.

Dieser Zettel kommt in die Dose, die Dose in die Kühlschranktür.

Damit die Rettung die Dose dort auch findet, klebe ich einen von den kleinen Aufklebern von innen an die Wohungstür.

Dann muss nur noch das mit dem netten Nachbarn klappen und die Rettung weiß, welche Schmerzmittel ich nicht vertrage und wer sich um den Reporterhund kümmert.

Ich finde das sehr beruhigend und denke, dass eine solche Notfalldose in jedem Haushalt im Kühlschrank stehen sollte. Denn auch Angehörige sind, wenn es um geliebte Menschen geht, nicht immer sofort in der Lage, die richtigen Antworten zu geben, weil solche Situationen viel Stress und Verwirrung machen.

(Frau Wirrkopf) Seit 1980 bin ich Bürger dieser Stadt, das ist fast mein halbes Leben. Nach 6 Jahren Hartz IV genieße ich nun seit Herbst 2012 meine wohlverdiente Rente. Ich lebe gerne hier. Daran, dass ich mehr Zeit als Geld habe, hat sich aber auch mit der Rente nichts geändert. Darum bin ich mit...

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6 Kommentare

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  1. Wenn gar nichts da woran sich die Rettung orientieren kann ist es nicht trügerisch sonder fahrlässig. Die Rettung ist mit Sicherheit über das mögliche Vorhanden einer Notfalldose informiert. Wichtige wird die erst richtig wenn man nicht mehr ansprechbar ist

  2. An den Bensberger Bürger:

    Bei allem Respekt vor Rettungsdiensten: hektisch sind Rettungsdienste wahrscheinlich bei Autounfällen oder anderen Katastrophen. Ich wohne in einem Haus mit 100 Wohneinheiten und vielen alten Leuten. Da steht in schlimmen Zeiten mehrmals die Woche ein Rettungswagen vor dem Haus. Hektisch hab ich die dabei noch nie erlebt. Die spulen ihre Routine ab. Was ich völlig in Ordnung finde und überhaupt nicht negativ bewerten will. Wenn DIE die Ruhe nicht bewahren, wer soll es dann tun?

    Fakt dürfte aber sein: ohne Aufkleber und Notfalldose sind die Chancen, dass es länger dauert oder falsch läuft größer als mit. Mein Tipp wäre ohnehin, die Aufkleber gleich außen mitten auf die Türen zu pappen, dass man sie schon sieht, wenn man davor steht. Die Anweisung, sie innen auf die Tür zu machen – nun ja, das ist ein bisschen kontraproduktiv, da gebe ich Ihnen Recht. Denn wenn die Tür auf geht läuft man am Aufkleber vorbei.

  3. Komisch, dass hier kein Kommentar der Rettungsdienste zu lesen ist. Schauen die Mitarbeiter/Innen wirklich (bei der Hektik) automatisch in den Kühlschrank oder entdecken sie den Aufkleber erst beim Rausgehen oder zufällig?
    Sich auf die Notfalldose zu verlassen kann trügerisch sein. Bei Nichtbeachtung womöglich dem Rettungsdienst Vorwürfe zu machen oder gar Klage einzureichen wird dann vielleicht die Folge sein.

  4. Hallo,

    Sie sollten sich mal den Artikel über die Notfalldose der Stadt Bielefeld anschauen.
    Da wird die Sache aktiv unterstützt, da sollte sich die Stadt GL mal einklinken.

    Klaus Funck

  5. Oh, danke für den netten Kommentag, Ms. Marple. :)
    Und wenn man immer Verbandsmaterial bei Wanderungen mithat, verletzt sich kein Schwein. Das ist wie mit Regen und Schirm. Ich hab schon mal das Pausenessen oder das Wasser für das BamBam vergessen, aber noch nie das Verbandsmaterial. *kicher*

    Alles Gute für auch für Sie.

  6. Liebe Frau Wirrkopf,
    vielen Dank für Ihren informativen Artikel. Gute Vorsorge kann solch belastende Situationen wirklich enorm erleichtern.
    Ich wünsche uns frei nach „Murphy’s Law“ (-> wenn man den Regenschirm mitnimmt, dann regnet’s natürlich nicht), dass Ihre Notfalldose nie eingesetzt werden muss und wir noch viele weitere Reportagen von Ihnen lesen können!