Gerhard Heilig, Heidemarie Arlt und Gisela Junge vor dem Gebäude der Bergischen Welle in Nussbaum

Vereine und Initiativen suchen oft händeringend nach Unterstützung, viele Menschen wollen sich ehrenamtlich engagieren – die Freiwilligenbörse bringt sie seit 20 Jahren zusammen. Bei der Bergischen Welle konnte sie jetzt schon zum zweiten Mal helfen.

„Als ich in Frührente ging  war für mich klar, dass ich noch was machen, mich engagieren will”, erzählt Heidemarie Arlt. Damals, vor neun Jahren war sie im Bürgerbüro auf einen Flyer der Freiwilligenbörse gestoßen – und damit genau an die richtige Adresse.

„Der Mitarbeiter hat mich sehr, sehr gut beraten und abgefragt, was mir liegt”, sagt die heute 70-Jährige. Drei Angebote bekam sie, zum Bergische Welle e.V. ging sie zuerst, weil die gut erreichbar war – und landete einen weiteren Volltreffer.

Ein Glücksgriff

„Ich dachte, ich räume hier etwas im Büro auf. Doch dann habe ich schnell die komplette Büroorganisation übernommen”, erinnert sich Arlt. Bis heute ist sie eine wichtiger Teil des Teams, fast jeden Tag im Büro. Dabei hat sie sich selbst ganz neue Bereiche erschlossen, wie die Arbeit mit dem Internet.

Für Andreas Schwann, den Chefredakteur der Bergischen Welle, ein Glücksgriff. Er beschäftigt sich vor allem damit, Menschen mit Behinderung in Medienberufen fit zu machen. Büroarbeit ist nicht so sein Ding; daher gab er diese Aufgaben schnell und gerne ab und gewinnt damit Freiraum für seine eigentliche Tätigkeit mit den Beschäftigten.

Sie können sich das Gespräch in einer Produktion der Bergischen Welle auch anhören: 

Inzwischen ist allerdings auch Heidemarie Arlt so weit, dass sie sich nicht noch mehr Arbeit aufbürden möchte; perspektivisch denken sie und Andreas Schwann auch schon an eine Nachfolgeregelung. Dabei haben sie erneut mit Erfolg auf die Freiwilligenbörse gesetzt – die ihnen mit dem bekannten Verfahren eine neue Kandidatin vermittelte.

Gisela Junge ist mit 65 Jahren in Rente gegangen, und auch ihr war von Anfang an klar, dass sie einen Teil ihrer Freizeit in einer sinnvollen ehrenamtlichen Tätigkeit mit anderen Menschen einsetzen will. „Ich habe mich umgeschaut, war zum Beispiel bei der Tafel – aber das war nicht so mein Ding”, berichtet Junge. Im Internet sei sie dann auf die Freiwilligenbörse gestoßen. Gerhard Heilig, der Vorsitzende, hat ihr nach einem Gespräch drei Angebote aus der Datenbank herausgesucht.

Sich einbringen, neues lernen

„Bei der Bergischen Welle hat es dann Klick gemacht”, erzählt Junge. Sie ist Bankkauffrau, hat aber auch beim Berufsverband der Tonmeister gearbeitet, hat also einen Bezug zum Audio-Thema. „Hier kann ich viel von dem einbringen, was ich kann – und lerne zusammen mit netten Leuten viel neues”, sagt die neue Kraft der Bergischen Welle.

Genau das ist das Ziel der Freiwilligenbörse RheinBerg, die in dieser Woche ihren 20. Geburtstag feiert. Sie verfügt über eine – auch online einsehbare – Liste von fast 250 Stellen und hält jeden Mittwoch Beratungstermine ab. Dabei ist das Angebot an Tätigkeiten größer als die Nachfrage, vor allem in den Bereichen Altenpflege, Kinderbetreuung und Sprachvermittlung ist die FWB ständig auf der Suche nach Freiwilligen.

„Ich muss nicht, ich möchte”

„In unserem Portfolio ist wirklich für jeden etwas dabei”, sagt Heilig. Da gibt es zum Beispiel einen Besuchsdienst mit Hunden, die Begleitung von ehemaligen Strafgefangenen und natürlich auch die großen Wohlfahrtsverbände, die auf die Hilfe von Ehrenamtlern angewiesen sind. Allerdings vermittelt die FWB   nicht an Privatpersonen oder Firmen, sondern ist nur für gemeinnützige Vereine, Initiativen und Organisationen im Einsatz.

Viele der vermittelten Personen sind – wie Arlt und Jungen – Rentner, es gibt aber auch viele Ehrenamtler, die noch mitten im Beruf stehen. Das Durchschnittsalter der Vermittelten liege bei 50 Jahren, zwei Drittel davon seien Frauen.

Mitbringen müssen die Ehrenamtler eigentlich nichts. „Nur Lust auf die Arbeit”, sagt Heilig, „sonst wird das nichts.” Das kann Arlt nur bestätigen: „Ich muss nicht, ich möchte. Das ist für mich ein wesentlicher Punkt.”

Kontakt
Freiwilligenbörse RheinBerg
Hauptstrasse 86, (im Haus des ASB), 51465 Bergisch Gladbach
Telefon 02202-1882717
Email  info@fwb-direkt.de
Web  www.fwb-direkt.de

Beratungstermine: mittwochs 9:30 bis 16 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung

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„Geh doch mal zur Freiwilligenbörse“

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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