Uwe Tillmann, Lisa Klemt, Frank Bodengesser, Jürgen Krafft und Wolfgang Kohlschmidt werben für die Wahl zum Seniorenbeirat

Ein Drittel aller Bergisch Gladbacher ist über 60 Jahre alt, ihr Anteil wird immer größer. Wenn sie sicher gehen wollen, dass ihre Interessen in der Stadt angemessen vertreten werden, dann sollten sie bei der Wahl des Seniorenbeirats mitmachen, als Wähler oder  als Kandidat. Auch wenn sie sich noch lange nicht als Senior fühlen.

85 Jahre alt ist Wolfgang Kohlschmidt, und wenn seine Gesundheit es mitmacht, tritt er bei der Wahl des Seniorenbeirats im März wieder an. Genauso wie der Vorsitzendes des Gremiums, der 81-jährige Jürgen Krafft. Warum? Weil ihnen die Arbeit Spaß macht und weil sie damit etwas in der Stadt bewegen können.

„Wir reden mit den Bürgern und kümmern uns um die praktischen Dinge”, sagt Kohlschmidt im Pressegespräch. Wenn zu hohe Rasenkantensteine am Parkplatz vor dem Altersheim zum Problem werden, dann nutze er den „kleinen Dienstweg” und manchmal sorge die Verwaltung schon am gleichen Tag für Abhilfe. Aber auch darüber hinaus kann der Beirat viel erreichen.

Aktive und durchsetzungsstark

Mobilität stehe auf der Prioritätenliste ganz oben, ergänzt der Vorsitzende Krafft. Und der Beirat ist durchaus schlagkräftig:  Als es um eine Verlegung der Bushaltestelle am Markt ging, meldete er sich deutlich zu Wort. Der Stadtrat folgte der Kritik.

Darüber hinaus hat der Seniorenbeirat das Seniorenkino und den monatlichen Seniorenstammtisch erfolgreich etabliert, eine Notfall-Karte herausgebracht, er kämpft für zweckmäßige Sitzbänke in der Innenstadt, für mehr Toilettenanlagen, für Notfalldosen im Kühlschrank und einiges mehr.

Jetzt die Zukunft mitgestalten

Dabei ist der Seniorenbeirat nicht nur für Betagte zuständig, sondern auch für viele, die sich noch lange nicht als Senioren verstehen. „Wählen und sich als Kandidaten aufstellen lassen dürfen alle Bürger über 60 Jahren – aber das heißt natürlich nicht, dass Menschen über 60 alt sind”, stellt Frank Bodengesser, der städtische Wahlleiter klar.

Dennoch ist es ihm wichtig, die Altersgruppe Ü60 für den Seniorenbeirat zu mobilisieren: „Diese Menschen sollten heute schon mitarbeiten, weil es darum geht, wie ihre Welt hier vor Ort in Zukunft aussieht”, sagt Bodengesser.

So bereitet die Stadtverwaltung gerade eine Sozialraumkonferenz unter dem Titel „Eine seniorengerechte und lebenswerte Innenstadt” vor, kündigt Uwe Tillmann, Abteilungsleiter für Soziale Stadtentwicklung, an. Um die Stadtplaner dafür zu sensibilisieren, was ältere Menschen in Bergisch Gladbacher benötigen. Dabei werde der Beirat eine wichtige Rolle spielen.

Kandidaten werden gesucht

Immerhin 35.000 Bergisch Gladbacher sind wahlberechtigt – und Bodengesser hat sich zum Ziel gesetzt, die Wahlbeteiligung in dieser Altersgruppe von 33 Prozent (in 2015) auf über 50 Prozent hoch zu treiben.

Noch wichtiger ist es dem Wahlleiter jetzt aber, mindestens 20 Bürger zu finden, die sich für den Seniorenbeirat aufstellen lassen. Die ersten zwölf Interessenten haben sich zwar schon gemeldet – aber Bodengesser sucht mehr, um auch eine Reserveliste aufstellen zu können. „Dann ist klar, dass man sich nicht unbedingt für fünf Jahre verpflichten muss; wenn jemand nach zwei Jahren aussteigt gibt es gute Nachrücker”, erläutert der Wahlleiter.

Lisa Klemt, seit knapp einem Jahr im Seniorenbüro der Stadt und als Geschäftsführerin des Beitrats tätig, betont, dass das Gremium überparteilich und unkonfessionell aufgestellt ist. Auf dem Stimmzettel finden sich nur die Namen und Anschriften der Kandidaten, keine Partei- oder Verbandsnamen.

Im Internet will das Wahlbüro eine Seite mit Profilen einrichten, auf der sich die Kandidaten vorstellen können – und auch erklären, was ihnen bei diesem Amt wichtig ist.

Das müssen Sie über die Wahl wissen:

Zusammensetzung: Der Seniorenbeirat besteht aus 9 stimmberechtigten (und gewählten) sowie 3 beratenden (und ernannten) Mitgliedern.

Die Wahlperiode läuft am 31.März 2020 ab, Neuwahlen sind in der Zeit vom 27. Februar 2020 bis zum 17. März 2020 vorgesehen.

Die Wahl ist nur per Brief möglich. Ab dem 14. Februar 2020 werden die Wahlunterlagen an alle Wahlberechtigten verschickt. Hierzu bedarf es keines besonderen Antrages. Die Reihenfolge der Kandidaten auf dem Stimmzettel ist alphabetisch, jede Wählerin/jeder Wähler hat bis zu 5 Stimmen

Für die Kandidatenaufstellung werden mindestens neun Menschen gesucht, die bereit sind ihre Erfahrung und ihr Wissen einzubringen und für künftige Generationen zu sichern. Sie können sich beim  Seniorenbüro (Lisa Klemt, Telefon 02202 14 2467 ) oder im Wahlbüro (Frank Bodengesser, Telefon 02202 14 2888) melden.

Wählbar sind alle Einwohner von Bergisch Gladbach, die seit drei Monaten (Stichtag: 17.12.2019) ihren Hauptwohnsitz in Bergisch Gladbach haben und ihr 60. Lebensjahr vollendet haben. Der späteste Geburtstermin ist der 17.03.1960.

Kandidaten können sich selbst vorschlagen oder können von Dritten vorgeschlagen werden. Dafür nötig sind folgende Unterlagen, für die im Wahlbüro Vordrucke erhältlich sind:

  • ein ausgefüllter Vordruck Wahlvorschlag
  • mindestens 10 Unterstützungsunterschriften
  • ein Kandidatenprofil mit Angaben über den Familiennamen, den Vornamen, das Geburtsjahr, die Staatsangehörigkeit, den Familienstand, den (früher) ausgeübten Beruf, den Stadtteil sowie eine kurze Vorstellung bzw. Information über die Motivation.

Fristen: Wahlvorschläge können bis 12.02.2020 – 15:00 Uhr im Wahlbüro der Stadt Bergisch Gladbach eingereicht werden. Der Wahlausschuss entscheidet am 12.02.2020 über die Zulassung der Wahlvorschläge.

Kontaktadressen:

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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