Anlässlich des 100. Geburtstages von Gottfried Böhm verwandelt Künstlerin Kane Kampmann die Böhm-Kirche in Schildgen in einen Raum für Imagination und Begegnung: mit der multimedialen Lichtinstallation „Okzident trifft Orient – Architektur in Licht“. +++ Wegen Corona: neues Datum +++

Die 1960 geweihte Kirche Herz Jesu in Schildgen ist eines der ersten großen Projekte von Gottfried Böhm. Sie gilt als eines der bekanntesten Beispiele aus seiner Serie von „sakralen Hofhäusern“, bei denen die eigentlichen Kirchengebäude hinter hohen Mauern verborgen liegen.

Die äußere Geschlossenheit, die wie Bekrönungen von Minaretten aufragenden schlanken Kegeldächer, die ornamentale Gestaltung sowie der schlichte Innenraum der Herz Jesu Kirche erwecken den Eindruck orientalischer Architektur. Im Volksmund wird sie daher manchmal auch „Moschee von Schildgen“ genannt. Mit ihren hinter der Mauer verborgen Höfen erinnert die katholische Pfarrkirche außerdem an den im Alten Testament genannten Tempel von Jerusalem.

Diese in der Architektur aufscheinenden Gegensätze sind Ausgangspunkt der multimedialen Lichtinstallation „OKZIDENT TRIFFT ORIENT“ von Kane Kampmann. Sie interpretiert die einzigartige Architektur von Gottfried Böhm als Gesamtkunstwerk und greift dabei sowohl formale als auch inhaltliche Aspekte auf.

Projektionen werden von Hand gesteuert

Für die Dauer der Veranstaltung werden keine Bänke im Kirchenraum sein. Dadurch ergibt sich ein neuer Raumeindruck und eine besondere Atmosphäre. Die Besucher können sich frei im Raum bewegen oder auf dem Boden Platz nehmen und den Raum so völlig neu erfahren.

Natürliche Projektionen, bei denen vorhandene Strukturen wie die filigrane Ornamentik der Glasfenster in den Raum projiziert werden, überlagern sich mit symbolischen Motiven aus verschiedenen Religionen und Kulturen, Kalligrafien oder geometrischen Formen. Alle Projektionen werden analog von Hand gesteuert.

Dabei verschmelzen die den Raum erfüllenden Lichtbilder mit einem von Shota Jincharadze (Klavier), Maximiliano Pierroni (Geige), Rita William (Gesang) und Rageed William (Längsflöte „Nay“) live gespielten Klangteppich aus Motiven westlicher und östlicher Musik.

Sonntagabend gehört der Jugend

Die dritte Nacht am Sonntag, den 22. März, wird musikalisch von Vertretern verschiedener Jugendgruppen gestaltet. Mit dem Musiker und Komponisten B. Vilas Pomp erarbeiten sie Kompositionen auf elektronischer Basis und verwandeln den Kirchenraum in eine „Weltraumlounge“.

Gottfried Böhm, der 1986 als erster Deutscher den Pritzker-Architekturpreis („Nobelpreis der Architektur“) erhielt, sagte kürzlich über die Herz Jesu Kirche in Schildgen: „Sie ist mir eine der liebsten. Ich habe viele andere Dinge gebaut, die mich nicht so faszinieren“. Mit ihrer Lichtinstallation unterstreicht Kane Kampmann die Magie dieser außergewöhnlichen Architektur. Jeder ist eingeladen, sich auf diese besondere Atmosphäre einzulassen.

Informationen:

Kirche Herz Jesu in Schildgen
Altenberger-Dom-Straße 140, Bergisch Gladbach
Freitag, 20. März 2020 und Samstag, 21. März 2020, 20-24 Uhr, Sonntag, 22. März 2020, 19-23 Uhr
Neues Datum: 6. bis 8. November 2020, weitere Infos folgen
Der Eintritt ist frei!

Gesamtkonzeption & Projektionen // Kane Kampmann
Komposition und Klavier // Shota Jincharadze
Geige // Maximiliano Pierroni
Längsflöte „Nay“ // Rageed William
Gesang // Rita William

Das Projekt ist Teil der Veranstaltungsreihe Gottfried Böhm – Architekt & Bildhauer – 6 Begegnungen in Schildgen. Es wird durchgeführt von der Herz Jesu Gemeinde Schildgen in Kooperation mit dem ökumenischen Begegnungscafé Himmel un Ääd e.V.

Weitere Informationen auf der Webseite von Himmel un Ääd.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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