In der Gladbacher Innenstadt und den anderen Geschäftszentren scheint die Normalität schon fast zurück zu sein. Doch wer genauer hinschaut sieht gravierende Unterschiede zur Zeit vor Corona.

Nach knapp fünf Wochen haben die meisten Geschäfte wieder geöffnet. Geschlossen sind grundsätzlich nur Warenhäuser mit mehr als 800 Quadratmeter Fläche – wie in Gladbach das Loewencenter und Peek & Coppenburg.

Aktualisierung: Das Loewencenter hat trotz der 800-Quadratmeter-Regel geöffnet. Geschäftsführer Udo Kellmann hatte das Erdgeschoss (Sport4You und Bekleidung) sowie die 1. Etage (Bücher, Schreibwaren, „Babyfachmarkt”) voneinander getrennt und strikte Hygienemaßnahmen eingeführt. Das Obergeschoss ist nur über den Hintereingang erreichbar, das Erdgeschoss von der Fußgängerzone aus.

Aber auch einige große Ketten halten ihre Filialen (noch) geschlossen. So sind H&M sowie TK-Maxx in der Fußgängerzone verschlossen. Die Reisebüros dürften zwar öffnen, aber die Mehrzahl von ihnen ist dicht.

Und natürlich dürfen die Restaurants, Imbisse und Eisdielen nur zum Mitnehmen verkaufen – beim Café Extrablatt gibt es ab heute „Cocktails to go”.

Mode- und Schuhgeschäfte werden zum Teil mit deutlichen Rabatten „30 Prozent auf alles”), denn bei ihnen hängt die Frühjahrskollektion zum Teil schon seit fünf Wochen unberührt im Geschäft.

In der RheinBerg Galerie sind die meisten Geschäfte geöffnet. Saturn, C&A und einige Bekleidungsgeschäfte der großen Ketten sind dicht. Hier im Einkaufzentren wurde ein Einbahn-System eingerichtet, überall hängen Zettel mit Abstandsregeln und Hinweisen.

Das gilt auch bei allen Geschäften in der Fußgängerzone. Zum Teil lassen sie jeweils nur eine oder zwei Personen hinein. Beim Discounter „Inferno”, der seine Eröffnung mit fünf Wochen Verspätung nachholte, sind sogar die Grabbelkisten vor dem Geschäft mit Abstandszonen markiert.

Schlangen (mit großem Abstand) bilden sich dennoch gegen Mittag nur vor der Post und der Sparkasse. Daher wirkt die Fußgängerzone voller, als sie tatsächlich ist.

Und auch in den Geschäften sind (über das Verkaufspersonal hinaus) nur sehr wenige Personen zu sehen.

Viele Verkäufer:innen tragen Masken, bei den Kunden ist das allenfalls bei 20 Prozent – und trotz der dringenden Appelle – der Fall.

Viele der Einzelhändler sind zwar erleichtert, endlich wieder hinter dem Verkaufstresen zu stehen. Hohe Umsatzerwartungen haben sie in der Regel nicht. „Viel verkauft haben wir noch nicht”, sagt eine Bekleidungsverkäuferin, „aber die Leute sind froh, dass wir da sind – offenbar haben sie uns vermisst.”

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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4 Kommentare

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  1. Ich kaufe öfter in der oberen Etage des Löwencenters. Kurzwaren, Schreibwaren und heute eine Buchbestellung. Die Kassiererin, BamBam und ich waren froh, dass wir alle wieder das sind. :)

  2. Ergänzung: Die obere Etage des LöwenCenter ist auch geöffnet. Allerdings nur mit Zugang über den hinteren Eingang am Ende der grünen Ladenstraße. Eine Verbindung nach unten gibt es nicht.

  3. Danke für den Hinweis, das Loewencenter war tatsächlich geöffnet. Wir haben den Text entsprechend geändert.

  4. Sehr geehrter Herr Watzlawek / Liebe Leser,

    im Artikel hat sich ein Fehler eingeschlichen.
    Das Löwen-Center ist aktuell nicht geschlossen.
    Die untere Ebene war heute offen, die obere Ebene hingegen geschlossen.
    Grund für die Öffnung ist die Tatsache, so habe ich es verstanden,
    das die Verkaufsflächen im unteren Geschoss verschiedenen Betreibern gehören.
    Wie bei allen anderen Geschäften wurde darauf geachtet das nicht mehr Personen drin sind, wie gestattet.

    Die Frage ob ich dort arbeite und deswegen darüber schreibe,
    muss ich verneinen.
    Ich war auf der Suche nach bestimmten Artikeln dort.

    An (aktuell) geschlossenen Geschäften sind mir u.a. folgende aufgefallen:
    Saturn, Peek & Cloppenburg, C&A sowie H&M.

    Im Gegensatz zu manchen Geschäften in Köln war die Stimmung in den Geschäften heute angenehm positiv.
    Wobei ich den Bergisch Gladbacher Einzelhandel allgemein schon immer freundlicher wie den in der großen Nachbarstadt empfand.

    Wünsche allen Kraft und Gesundheit diese Krise zu überstehen ! :-)