Die Freien Wähler machen sich für eine Nord-Südroute für Radfahrer stark. Allerdings: ein solches Projekt gibt es schon lange: Unter dem Namen „Anlagenband” wurde es vor einem Jahr Zukunftsausschuss im Rahmen des Mobilitätskonzepts für den Rheinisch-Bergischen Kreis vorgestellt. Der ADFC erläutert, worum es geht.

Benno Nuding, Vorsitzender der Freien Wählergemeinschaft FWG, schlägt die „Die Nord-Süd-Fahrradroute“ durch Bergisch Gladbach vor und bietet am kommenden Samstag eine Radtour an, um die Strecke kennenzulernen.

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Hiermit wird ein Plan des Rheinisch-Bergischen Kreises, das Anlagenband welches ein Teil des Mobilitätskonzeptes RBK ist, wieder aufgegriffen. So beschreibt es der Kreis: „Mit dem Mobilitätskonzept RBK liegt erstmals eine zwischen Politik, Verwaltung und Kommunen abgestimmte Gesamtstrategie der Mobilitätsentwicklung für den Rheinisch-Bergischen Kreis vor, die in den kommenden Jahren mit dem Zeithorizont bis 2030 als gemeinsamer Handlungsleitfaden in der Planung, Entwicklung und Umsetzung mobilitätsrelevanter Vorhaben dienen soll.“ 

Der Bau von Radwegen geht nicht von heute auf morgen, leider. Es gibt viele Radwege in unseren Breiten, die unterschiedlichsten Planungsstand haben. Konkret stehen an:

  • Die radial geführten RadPendlerRouten in Richtung Köln, insgesamt fünf, und zwar von Leverkusen, Bergisch Gladbach, Rösrath und dem Rhein-Sieg Kreis.
  • Die tangential geführte Radroute (Das Anlagenband) vom Flughafen über Bergisch Gladbach nach Leverkusen.
  • Das Kreuz Spitze mit drei Radwegen von Herkenrath, von der B506 und von Biesfeld. Diese Radwege brauchen die Anbindung an die RadPendlerRoute in Bergisch Gladbach über Herrenstrunden.

Hier soll das Anlagenband vorgestellt werden, weil es wohl am wenigsten bekannt ist, aber sicher viel Potential hat.

Erfreulich für Radfahrende ist, dass die Möglichkeiten der Herstellung einer tangentialen Radverkehrsachse (Anlagenband) zwischen Flughafen – Rösrath – Bergisch Gladbach – Leverkusen als Vorrangverbindung durchgeplant wurde. Dies stellt eine Ergänzung der radial geführten RadPendlerRouten in Richtung Köln dar.

Schaut man sich die Wegeführung etwas genauer an, überrascht sie nicht wirklich. Trotzdem ist es ein investives Projekt, welches die Qualität der Oberfläche verbessern und vor allen dem Radfahrenden Vorrang einräumen wird. Ich liebe diese Planungsbüros, die alle Möglichkeiten einer für den Radverkehr optimierten Streckenführung vorsehen, wie zum Beispiel die Maßnahmen bei Vorrangverbindung:

  • Fahrradstraße
  • dynamische Beleuchtung
  • Mindestbreite 3 Meter
  • Querungsinsel an Kreuzungen
  • bei höherem RV-Aufkommen: Signalisierung mit Schleifenanforderung,
  • Fahrbahnanrampung,
  • LSA für Querung,
  • Getrennte Geh-/Radwegführung wenn zu viel Fußverkehr,
  • Fahrradpiktogramme markieren
  • 30km/h anordnen
  • ARAS (aufgeweiteter Radaufstellstreifen )

Auch die Ausführungen rund um das Leiterprinzip und alternative Radführungen und wann welche von Radfahrern genutzt werden. Sehr gut beschrieben!

Kurzbeschreibung der Trassenführung

Die Gesamtstrecke beläuft sich auf rund 23 km. Im Süden beginnt die Tangentialverbindung in Flughafennähe und führt durch die Wahner Heide bis nach Rösrath, wo sie an die RadPendlerRoute Rösrath – Köln anbindet. Die Wahner Heide unterliegt als Natura 2000-Gebiet einem hohen Schutzstatus.

Dennoch erscheint eine ausgebaute Radverkehrsverbindung wichtig für eine stärkere Nutzung des Fahrrads in Richtung Flughafen, der bereits heute über 14.000 Beschäftigte aufweist und dessen weiterer Ausbau geplant ist.

Ein Wegeausbau in diesem Schutzgebiet bedarf der Verwendung möglichst versickerungsfähiger und heller Belege. Kunstharzgebundene Decken bieten sich für solche Bereiche beispielsweise an, da diese auch weniger pflegeaufwändig sind als wassergebundene Decken bzw. Decken ohne Bindemittel. Forstwirtschaftliche Verkehre sind beim Wegebau jedoch zu berücksichtigen.

Über Erschließungsstraßen und selbständig geführte Wege geht es durch Rösrath zur Bahntrasse in den Königsforst. Die Bahntrasse bietet eine gute Verbindung in Richtung Bensberg, mit möglichst geringen Steigungen und abseits stark befahrener Straßen.

Als „zweiter Holm der Leiter“ sollte jedoch auch die Führung entlang der L 288 für den Radverkehr verbessert werden, um eine belebtere Alternativroute anbieten zu können.

Durch Bensberg geht es zunächst wieder entlang des Erschließungsstraßennetzes bis zum alten Bahndamm. Hier bietet sich bereits heute der Ausbau eines Wegs am Fuß des Bahndamms an.

Alternativ müsste eine Führung auf dem Bahndamm genauer untersucht werden. Wenn dies angestrebt werden soll, ist darauf zu achten, dass ausreichend viele Schnittstellen mit dem übrigen Straßen- und Wegenetz bestehen, dies bedeutet die Anlage von vielen Rampen.

Am Finanzamt vorbei führt die Trasse ein Stück entlang der RadPendlerRoute Bergisch Gladbach – Köln und biegt dann vor der Kölner Stadtgrenze nach Norden ab. Von dort geht es wiederum über das Erschließungsstraßennetz bis zum Kombibad nach Paffrath.

Nördlich des Kombibads wird empfohlen, in Höhe des Herkenfelder Wegs die L 288 in Richtung Sträßchen Siefen zu überqueren. Entlang des Odenthaler Markwegs und Im Aehlemaar würde die Route nach Schildgen führen.

In Schildgen führt die potenzielle Trasse entlang der K 5 und über das Erschließungsstraßennetz bis zur L 288 und von dort nach Leverkusen.

Alternativ zu der beschriebenen Führung im nördlichen Abschnitt, könnte ein Wegeneubau in Richtung Katterbach / Schildgen näher geprüft werden. Gegebenenfalls böte sich die Möglichkeit parallel zur L 288 einen Weg anzulegen, Flächenpotenziale und -verfügbarkeiten im Bereich einer Kita / Grundschule und eines unbebauten Flurstücks wären jedoch näher zu untersuchen.

Und nun?

Das  Mobilitätskonzept des Kreises wird jetzt noch in den Ausschüssen und im Kreistag beraten. Mit einiger Sicherheit werden die Themen durchgewinkt. Der Aktionszeitraum für das MobiK wird bis 2030 datiert.

Für das Anlagenband werden die Kosten-Nutzen wird mit 2 bewertet, Umsetzungskosten sind mittel, Umsetzungszeitraum ist eher mittelfristig. Die nächsten Akteure sind Bergisch Gladbach, Rösrath, Leverkusen und Köln (Die haben auch alle Ausschüsse, die mitbestimmen wollen).

Schaut man sich die anderen anstehenden Projekte an, sieht man, dass der Kreis hier einen guten Job gemacht hat. Mal sehen, ob die Kommunen mitziehen.

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Bernhard Werheid

Seit Gründung des ADFC Kreisverbandes RheinBerg-Oberberg e.V. in 2013 bin ich im Vorstand, seit Herbst 2015 Vorstandsvorsitzender.

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11 Kommentare

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  1. Im speziellen Fall geht es nicht um zwei einzelne Radwege in Bergisch Gladbach sondern um die Etablierung eines Vorrangroutennetzes für Radfahrende, nachzulesen in MobiK 2030:

    „3.5. Bestimmung von Hauptrouten mit hohen Qualitätsanforderungen
    Durch die Überlagerung des Radverkehrsbestandes, der Mängelanalyse und der Routen mit der höchsten Nachfrage im Radverkehr ist es möglich, ein Vorrangroutennetz für den Radverkehr zu konstruieren.“
    Kölner Straße und Buddestraße sind nur zwei Bausteine auf diesem Weg und keinesfalls konterkarierend. Man muss halt das Große und Ganze sehen.

  2. Nur um der Wahrheit die Ehre zu geben, wenn auch mit einem 4. von 8 Kommentaren:

    Ich scheine die Meinung provoziert zu haben, dass ich Gegner von Radwegen bin. Das stimmt keineswegs. Aber sich jetzt – hurra – auf einen Radweg zu kaprizieren – Schildgen nach GL oder bis zum Flughafen – wird zumindest nicht dem Anspruch, den alle Verkehrsteilnehmer haben sollten, gerecht, Autos von der Straße tzu holen. Noch einmal zum Mitschreiben: Radwege wie die auf der Kölner Straße oder, wenn das tatsächlich realisiert wird, auf der Buddestraße, sind einfach nur konterkarierend. Der Verkehr muss im großen Ganzen gesehen und nicht nur Radwege für die Zeiten geschaffen werden, in denen dieser Sport Spaß macht, wie Herr Werheid sagt. Im Winter, bei starkem Regen, bei Sturm setzt sich kaum jemand zum Pendeln aufs Fahrrad. Dann trifft weder die geballte Kraft des Verkehrschaos’ auf Menschen und Umwelt und was ist dann mit den schönen Radwegen? Der motorisierte Individualverkehr kann nur eingeschränkt werden, wenn attraktive Wechselangebot vorliegen wie z.B. das Pendeln mit Seilbahnen.

    Man muss auch mal über den Tellerrand hinaussehen, wenn wirklich etwas gegen das Verkehrschaos unternommen werden soll, und das wird nicht alleine mit neuen Radwegen bzw. Radspuren gelingen.

  3. Liebe Schreiber,
    was sollen die persönlichen Angriffe: der Ausbau der Radwege ist eine ganz wichtige Sache, da sollten möglichst viele an dem Strang ziehen, dass das möglichst schnell umgesetzt wird.
    Wie positiv das ist, wenn stillgelegte Bahntrassen zur Rad/Fuß (und Roller skate) Trasse umgebaut werden, kann an der Balkantrasse beobachtet werden. Die stellt inzwischen eine nicht nur für Freizeitzwecke stark frequentierte Strecke da, sondern auch eine Hauptverbindung zwischen Wermeskirchen und Burscheid bzw nach Leverkusen.
    Dann muß uns auch baldmöglichst mit der Bahntrassen von Bergisch Gladbach über Bensberg nach Rösrath gelingen – wenn dann Pendler bis zum Flughafen kommen, um so besser (ich habe auch schon überlegt, ob es notwendig ist – auch als Tages-Fluggast um die 35 € für einen Parkplatz zu zahlen)
    Ja, es ist Wahlkampf – und ich beteilige mich daran: Die Tangente ist durch die schwarz-grüne Koalition im Kreis geplant worden (natürlich waren es die Grünen, die hier die Initiative hatten..) – der ADFC hat wertvoll mitgeabeitet.
    Nun ist es erforderlich, dass die jeweiligen Kommunen die Umsetzung schnell in die Hand nehmen. Der Bahndamm ist ein ideales Teilstück, weil er schon die Brücken bereithält – über den Refrather Weg (verstopft von Autos – die Fußgänger-Ampel am Finanzamt braucht 2-3 Minuten, um grün zu werden!) – über die Saaler Straße und über die Trasse der Linie 1 hinter der Saaler Mühle.
    Dann wird es schwierig, weil dahinter die Bahntrasse teils in privater Hand ist, der alte Bahnhof Bensberg ist vollständig überbaut .. hier müssen Lösungen her – auf Ebene der Stadt!
    Zum Schluß das grüne Programm zur Mobilität: wir wollen den Anteil des Radverkehrs verdoppeln – aus Umweltschutzgründen – aber auch als intelligente Mobilität und weil es gesund ist.
    Deshalb wollen wir den Bahndamm als Radweg – was zugleich die Wohnqualität der Stadt sichert

  4. Ach, der Herr Havermann: schon wieder 3 von 7 Beiträgen zu einem Thema, von dem er wenig Ahnung hat und dessen Zeitgeist er gar nicht versteht. Lieber Herr Havermann, schnappen sie sich bitte ein E-Bike vom Nachbarn und kommen sie um 14 Uhr einfach mal mit auf die interessante Tour mit FWG und ADFC bzw. den Klimafreunden, zu denen ich mich zähle. Der Treffpunkt ist da bei der BASTE, in Bensberg; und die entspannten 23 Kilometer kriegen wir bestimmt hin. Alles andere besprechen wir unterwegs, das is wie Bus fahren, nur mit Bewegung ! Bis dahin, Lutz Voss

  5. Ach Herr Werheid,

    Sie wären lieber Ihrem Vorsatz treu geblieben, auf keinen “Leserbrief” zu reagieren, wobei Sie tasächlich auf einen Kommentar von mir im Bürgerportal reagiert haben.

    Ich freue mich immer, wenn man mir Dinge beibringt, von denen ich nichts oder zu wenig wusste. Das hatten Sie wohl vor, ging aber gründlich daneben.

    Komme gerade von einer 70km-Tagestour MIT DEM RAD und muss Ihre Belehrungen lesen. Ihr Beispiel mit dem Radweg von Ostfriedhof zum Flughafen läuft auf höchstens einem Bein, weil dieser Weg im Gegensatz zu meinen 23 km auf Google maps nur 10 km lang ist und in 13 Minuten zu bewältigen.

    Dass sie weite Strecken fahrende Pendler kennen, gleube ich Ihnen, ich kenne solche auch, die aber einen zu vernachlässigenden Anteil am Aufkommen der Pendler bilden und deshalb für das Gesamtthema Mobilität – und um alleine das geht es mir – irrelevant sind.

    Radwege sind besonders Ihnen bzw. dem ADFC Selbstzweck, nicht grundsätzlich, weil Sie und Ihresgleichen nur den Radfahrer im Auge haben und alle anderen Verkehrsteilnehmer ignorieren. Ich möchte auch den Pendler sehen, der auf dem Weg zur Arbeit nicht sein Ankommen dort im Blick hat – wie jeder andere Pendler auch.

    Das mit den leeren Bussen und Bahnen in Verbindung mit dem ÖPNV zu bringen, scheint mir am Thema vorbeizugehen. Diese Fortbewegungsmittel wurden wenig genutzt, weil die Leute wegen der Pandemie zu Hause bleiben mussten, nicht, weil sie aus lauter Vergnügen aufs Fahrrad gestiegen sind; eine seltsame Annahme von Ihnen.

    Dass E-Busse nicht umweltfreundlich sein können, ist mir neu. Wenn Sie da auf die Batterien anspielen, sind Sie nicht auf der Höhe der Zeit. Sie argumentieren oft, wie wichtig der Umstieg vom Auto aufs Fahrrad für eine Entzerrung unseres Verkehrschaos’ wäre. Nun schreiben Sie mir, das Wichtigste wäre die Bewegung, also das Radfahren als Volkssport.Es geht Ihnen also nicht darum, den motorisierten Individulverkehr einzuschränken, es geht Ihnen darum, die Schönheit des Radfahrens zur und von der Arbeit hervorzuheben – bei Gewitter, Starkregen, Schneefall, bei +35 oder -5 Grad. Das ist der Selbstzweck, dem Ihre Meinung unterliegt, die anderen verkehrsteilnehmer interessieren nicht.

    Dass manche mehr wissen, glaube ich, Sie gehören beim Thema Radwege nicht dazu!

  6. Rainer Röhr legt des Pudels Kern frei:

    Es komme darauf an, „dass die Verkehrsproblematik in dieser Stadt endlich mit einem Gesamtkonzept angegangen wird. Das Mobilitätskonzept dazu liegt seit Jahren in der Schublade.“

    Vieles liegt seit Jahren dort, es mangelt weder an Kenntnis noch Einsicht, gute Ideen gibt’s genug, Beispiele nah und fern, fähige Leute kaum weniger und doch …

    Jedes stadtweite Mob-Konzept müsste integraler Teil eines gesamtstädtischen FNP sein (Flächennutzungs = Rahmenplan für Stadtentwicklung), und beides bräuchte eine im Wortsinn mobilisierende Zielvorstellung

    — die von einem künftigen BM (u.v.a. dem künftig führenden Fachbeamten, sprich hier Stadtbaurat) glaubhaft und tätig repräsentiert, von einer entsprechend motivierten Verwaltung umgesetzt und mitgetragen, von einer sachverbunden stabilen, parteipolitisch gern flexiblen Ratsmehrheit in der klaren Linie entworfen und stufenweise fixiert nach vorn gebracht wird …

    Plus, was etwa die Mobilität in GL betrifft, einer von „unten” nach „oben“ skalierten Bürgerbeteiligung, die aus den Lösungsvorschlägen für konkrete Brennpunkte je vor Ort ein zusammenhängendes und schlüssiges Netzwerk von Mobilität entstehen lässt,

    wobei auch klar werden wird, dass nicht alle Einzelinteressen zeitgleich vollumfänglich erhalten und erweitert werden, nicht einmal sämtlich dauerhaft unverãndert bleiben können.

    Es ginge um ein neues Mobilitäts-Netzwerk, dessen Aufbau einiges Geld kosten, grössere Zeiträume in Anspruch nehmen, manche Ansprüche und Gewohnheiten reduzieren, im Übergang einige Unbequemlichkeit verursachen, aber (unter den Bedingungen des 21.Jhds.) Zug um Zug neue Freiheiten erschließen, Stadträume neu entwickeln und Lebens- / Wohn- / Bewegungsqualität im Ergebnis steigern wird.

    Dabei geht es, auch in Sachen Mob-Konzept, weder um das Umwandeln GL’s in ein „wirtschaftsfreies Naturschutzgebiet” oder ein „Mikropeking von Gestern“ (mit Scharen dieses Mal einheitsgrün gekleideter Radfahrer), sondern um die schlicht ehrliche Ansage, dass ein stets staufrei einzelautomobiler Massenverkehr mit jederzeit verfügbar innerstädtischem Parkplatz vor oder auch in dem jeweiligen Lieblingsgeschäft wahrscheinlich nicht mehr für alle zu realisieren ist.

    Die Diskussionen der vergangenen Jahre haben gezeigt (auch Lothar Eschbach hat gerade nochmal darauf aufmerksam gemacht):
    Schon in der hiesigen Bürgerschaft / Politik / Verwaltung /Wirtschaft (von landes- / europa- / weltweit gestreuten Beispielen nicht zu reden) gibt’s mehr als genügend Kompetenz in der Sache, Konsequenz im Ansatz und Courage im Handeln

    — Das müsste sich bei und nach den kommenden K-Wahlen ‘mal richtig Bahn brechen … Und ich kõnnte mir vorstellen, dass die aus einer breiten Bürgerbewegung zum besagten FNP heraus belebten Freien Wähler dabei eine bewegende Rolle spielen …

  7. Zum von der FWG in die Diskussion gebrachten Nord-Süd-Radweg empfiehlt sich ein Blick auf unsere Webseiten. Wir beziehen uns nämlich ausdrücklich auf das vom Rheinisch-Bergischen Kreis vorgelegte Konzept einer Radverkehrsachse Leverkusen-Rösrath. Aufgrund praktischer Erfahrungen und der Ortskenntnis haben wir aber in der Tat noch weitergehende Vorschläge zum Ausbau (z.B. auch hinsichtlich der Streckenführung am Bahndamm) gemacht.

    Wir wollen erreichen, dass die Verkehrsproblematik in dieser Stadt endlich mit einem Gesamtkonzept angegangen wird. Das Mobilitätskonzept dazu liegt seit Jahren in der Schublade.

    Die Förderung des Fahrradverkehres ist für uns dabei ein entscheidendes Element, die Stärkung des ÖPNV eine weitere Notwendigkeit. Hier jetzt wegen der Corona-Krise nachzulassen, wäre ein falsches Signal. Beim ÖPNV geht es uns darum, bei Wirtschaftlichkeitsberechnungen für neue oder attraktivere Linien oder für Zubringer- und Rundverkehre nicht nur den laufenden Betrieb, sondern auch die Vorteile durch einen dann verminderten Autokurzstreckenverkehr einzubeziehen.

    Es ist uns klar, dass sich alle Verkehrsteilnehmer den begrenzten Straßenraum in Bergisch Gladbach teilen müssen und wir wissen auch, dass insbesondere vor dem Hintergrund der Bevölkerungsstruktur in dieser Stadt die individuelle Mobilität per Auto eine bedeutende Rolle spielt. Je attraktiver die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel und des Fahrrades werden, desto besser funktioniert aber eine Teilung.

    Großprojekte wie die Untertunnelung Schildgens oder die Nutzung des Bahndamms als Autostraße und auch andere Kahlschläge für autobahnähnliche Straßen durch die Stadt halten wir für den falschen Weg. Die FWG will keine Durchfahrt durch Bergisch Gladbach als A3-Autobahnersatz.

    Wenn wir mit der Einladung zur Erprobung einer Nord-Süd-Fahrradroute eine Debatte über die Bergisch-Gladbacher Verkehrspolitik im Bürgerportal angestoßen haben, freut uns das sehr, zumal sich Bürgerinnen und Bürger hier mit Beiträgen einbringen können. So soll es sein, übrigens auch wenn wir am Samstag, den 18.7. die Fahrradroute „erfahren“.

  8. Herr Havermann, ich weiß gar nicht, wo ich bei ihnen anfangen soll. Normalerweise lehne ich es strikt ab, auf Leserbriefe zu antworten und ich würde mir wünschen, dass Menschen schreiben, die von dem Thema wenigstens ein wenig Ahnung haben, aber bei ihnen kommt da eher wenig rüber, gewiss nur aus Unkenntnis.

    Sie sind kein Radfahrer! Und dies ist ein Radfahrer-Thema. Sie sagen, die Mitarbeiter des Flughafens würden keine 23 km zur Arbeit fahren.

    Wer kein Pendler ist, kann sich das vielleicht auch nicht vorstellen. In 2019 wurde von Straßen.NRW der ziemlich miese Radweg vom Ostfriedhof bis zum Flughafen instand gesetzt und ich war persönlich vor Ort, als diese Baumaßnahme vorgestellt worden ist.

    Ich habe die Radfahrer gehört, die anhielten und sich bei der Stadt Köln bedankt haben, weil eben Radwegebau auch für große Erleichterung sorgt. Ich kenne Pendler, die weite Strecken fahren, weil durch die Bergischen Panorama Radwege überhaupt erst einmal die Möglichkeit geschaffen worden ist, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren.

    Dass der Radweg Selbstzweck ist, reicht mir erst einmal vollkommen aus, weil es den Menschen hilft. Ich muss da nicht gleich die Entstehung unseres Verkehrschaos’ lösen.

    Der Fahrradpendler hat sicher nicht den Stundenschnitt im Blick. Jetzt den ÖPNV ins Spiel zu bringen ist gerade in Pandemie-Zeiten abwegig. Vielleicht haben auch Sie wochenlang die leeren S-Bahnen und Busse gesehen. Gerade hier ist und war das Fahrrad eine Lösung, die, wie man sieht, zu einem extremen Boom gesorgt hat.

    Ihre E-Busse als umweltfreundlich einzustufen war jetzt auch knapp daneben. Nein, was einen Fahrrad-Pendler bewegt ist die Bewegung. Nichts ist gesünder, als sich auf dem Rad fortzubewegen und es macht wirklich Spaß, auf dem Weg zur Arbeit und auf dem Weg nach Hause.

    Auch sehr beliebt: „Und wie viel Jahre wirds dauern?“ Habe ich auch schon oft gehört. Wann ist denn der Radweg fertig? – So um 2030. Aber dann bin ich doch schon lange tot. Manche wissen halt mehr.

    Verkehrsminister Wüst hat dazu mal gesagt. Wir schaffen jetzt neue Strukturen aber es braucht Zeit. Das, was wir heute planen und bauen ist für unsere Enkel.

    Waldbauern verstehen das.

  9. Die These kenne ich, lieber Herr Eschbach, allein, es sind Menschen, die sie bestätigen sollen, in der Mehrzahl solche mit großem Ego und z.Zt., solche im Wahlkampf, und mit Verlaub, mir fehlt der Glaube.

    Beide Gruppen, die hier das “Anlageband” bzw. die “Nord-Süd-Route” als ihr Kind beanspruchen, ignorieren, dass mit der Fertigstellung dieses Radweges (wie viel Jahre wirds dauern?) der motorisierte Individualverkehr nicht verschwunden ist. Es ist m.E. unmöglich, mit dem Herausgreifen und dem Heilungsversuch eines Problems Erfolg zu haben, wenn man alle anderen Punkte in der Liste der Entstehung unseres Verkehrschaos’ einfach unbetrachtet lässt. Der ADFC hat schon beinahe in Fragen, die Radwege betreffen, den Rat übernommen. Ansonsten können m.E. Radwege wie auf der Kölner Straße oder die Planungen für die Buddestraße nicht entstanden sein.

    Nach meiner Meinung ist eine Ganzheitsbetrachtung des Themas “Mobilität in GL” unerlässlich, nicht nur die Situation von Radfahrern und Fußgängern, jedenfalls besser, als bisher mehr dilettantsich geschehen. Kreis, Gemeinden, ÖPNV, Verwaltungen und Politiker sollten sich mit DB, anderen Anbietern auf der Schiene und Vertertern von Seilbahnherstellern an den berühmten Tisch setzen, die verkehrstechnisch grausame Zukunft ins Auge fassen und Wege aus dem immer größer werdenen Chaos finden.

  10. Wieder einmal ein Stück voraus, der Rheinsich Bergische Kreis und seine vorsorglichen Planungen, das hört sich gut an. Auch die Einbindung des ADFC mit seinen guten Ortskenntnissen und einschlägigen Erfahrungen lässt hoffen. Es ist hier genau so wie im richtigen Leben lieber Herr Rolf Havermann, einer guten Idee ist egal wer sie hatte. Wesentlich für die schnelle Umsetzung ist, alle ziehen am gleichen Strick in die gleiche Richtung. Gut gemacht, auch das Engagement der Freien Wählergemeinschaft FWG mit dem Angebot, die Nord-Süd-Route zu erfahren, zu erproben.

  11. Aha, wenn die Behauptung des Herrn Werheid stimmt, ist die “Nord-Süd-Route” keine Idee der FWG. Das ist ein fauxpas der Wählergemeinschaft, gewiss nur aus Unkenntnis.

    Der Mitarbeiter des Kölner Flughafens, so er in GL wohnt, soll also 23 km und mehr mit dem Rad zum und vom Flghafen fahren. Ein guter Radfahrer wird das unter Einbeziehung von Amplen etc. in 1 Stunde schaffen, müsste dafür aber einen Stundenschnitt von etwa 30 km fahren. Das wird eng für Menschen, die weder Rennrad noch E-Bike besitzen und für die auf alten Drahteseln ist das in einer adäquten Zeit unmöglich. Hier wird der Radweg mit seinen vielen Strecken über Autostraßen zum Selbstzweck bzw. Feigenblatt der Planer. Davon abgesehen scheinen mir die Neuanlegung und Sanierung einiger Strecken Jahre zu dauern und die bestehenden Reststrecken sind in der Zeit nur Stückwerk.

    Hier kommt wieder der ÖPNV ins Spiel, der als Schnellbus mit wenigen Haltestellen und kurz getaktet wenigstens während der rush hour die Menschen viel schneller von A nach B bringen kann, und wenn mit E-Bussen auch noch umweltfreundlich.