Alle Jahre wieder bekommt Politik ein Gesicht: Vor der Kommunalwahl am 13.9. werben Politiker:innen in der Stadt um Wählerstimmen. Wir nehmen die Angebote an den Wahlkampfständen unter die Lupe. Wer ist vor Ort, was sind die Themen, wie wird geworben? Teil eins mit AfD, FDP, SPD und Grüne.

Samstagmorgen in der Fußgängerzone: Wer nach dem Besuch des Marktes noch eine Hand frei hat, bekommt Flyer in selbige gedrückt. SPD, FDP und AfD haben sich mit den klassischen Zeltständen in der Fußgängerzone der Innenstadt positioniert.

Der erste Eindruck

Wenig Betrieb an den Parteiständen. Das kann aber auch am Wetter liegen – nach dem heißen Freitag ist es am regnen. Alle Parteien setzen auf Mitarbeiter, die sich in den Strom der Fußgänger mischen und Informationen verteilen.

Die Parteien nutzen Printmittel zur Info, bunte Werbemittel wie Luftballons o.ä. sind nicht zu sehen. Das scheint in diesem Jahr ein Pluspunkt in punkto Umweltverträglichkeit zu sein. Nur die FDP setzt auf Plastik-Kugelschreiber und hat Kunststoffwindräder für Kinder im Einsatz.

Man hat nicht den Eindruck, dass die Parteistände von Interessenten bestürmt werden. Viel mehr scheinen sich die Funktonäre noch warm zu laufen. Es ist ja auch erst kurz nach 10.00 Uhr. Ob die geringen Besucherzahlen am Promifaktor liegen?

SPD

Wir machen den Test und schauen bei der SPD vorbei: Michael Zalfen, Kandidat für Hebborn und verkehrspolitischer Sprecher sowie Klaus Waldschmidt, Kandidat für Stadtmitte West sind am Stand.

Auf Anfrage gibt es ein Flyerpaket: Natürlich mit Infos zum Bürgermeisterkandidaten Frank Stein, der von der Ampelfraktion (Grüne, SPD, FDP) getragen wird. „Erfahrung entscheidet” lautet der Slogan, Statements der Bündnispartner und der SPD runden die Infos ab.

Dazu ein umfassender Flyer mit Infos zur Stadtentwicklung (Wohnen, Verkehr, Arbeiten), Bildung und Betreuung sowie Digitalisierung, Teilhabe und Integration.

Auf Nachfrage zu einem verkehrspolitischen Thema entsteht eine fachliche Debatte – kein Wunder. Mit Michael Zalfen ist ein Fachvertreter da. Zum Thema Radwege-Ausbau gibt es Infos zum aktuellen Stand der Dinge und geplanten Projekten.

Die SPD geht auf Interessenten zu, hat ein offenes Ohr, geht auf das Gespräch ein. Ich fühle mich „abgeholt” und konnte mein Thema platzieren. Später soll auch Frank Stein am Stand präsent gewesen sein.

FDP

Bei den Freien Demokraten erwische ich den Spitzenkandidaten Jörg Krell. Er ist ganz vorne am Stand positioniert, verteilt Flyer und zeigt sich offen und gesprächsbereit für Passanten. Ein Pluspunkt beim Promifaktor.

Mein Thema hier ist Breitbandausbau. Ich erhalte einen Einblick in den status quo, aber eher auf einem allgemeinen Niveau. Die Auskunft hatte ich im Vorfeld bereits schnell selbst recherchiert. Immerhin gibt es noch einen Zeithorizont für den geplanten Ausbau der Stadt auf 50 Mbit/s, der bis 2021 erfolgen soll.

Die gedruckte Info hat ein unübliches Format und kommt als kleine Zeitung daher. „Neustart für Bergisch Gladbach” heißt es da. Klar, man will die CDU im Rathaus ablösen. Weitere Themen sind ausreichend Kita-Plätze, moderne Schulen, bürgerfreundliche Verwaltung, innovative Verkehrspolitik. Dazu Portraits einiger Kandidat:innen.

Professionell, glatt: Läuft fast wie im Drive-in ab. Empfangen, informieren, der Nächste bitte. Mehr muss aber auch nicht sein.

Wahlkampfstände von FDP und SPD in der Innenstadt von GL

AfD

Die Vertreter dieser Partei sind um einen runden Stehtisch versammelt und scheinen sich eher mit sich selbst zu beschäftigen. Meine Bitte um Flyer muss ich ein wenig in den Kreis der Funktionäre hineinrufen. Dann werde ich auch hier bedient.

Die Vertreter des rechten Flügels im Parteienspektrum versorgen mich mit ihrem kommunalpolitischen Programm. Ein Prospekt schlägt deutlich Anti-muslimische Töne an, was in einem kurzen Monolog fortgeführt wird. Das Niveau der Debatte weicht deutlich von den vorherigen Gesprächen mit Vertretern anderer Parteien und Kandidaten ab.

Mit einem Flyer zum Thema „Gender” (auf Details der Positionen verzichte ich) wird mir ein Angebot für ein vierwöchiges Probe-Abo der einschlägigen Zeitung „Junge Freiheit” in die Hand gedrückt. Was diese Partei wohl sagen würde, sollten Mitbewerber ihren Wahlkampf zur Werbung für Tageszeitungen umfunktionieren?

Vor Ort ist der Bürgermeisterkandidat Günther Schöpf. Aussichten auf einen Wahlerfolg habe er nicht. Man wolle eher ein Signal setzen, das man in der politischen Debatte mitmischen wolle, heißt es auf Nachfrage.

Grüne

Bei den Grünen ist Wahlkampf in Sand vor einem Supermarkt. Vor Ort sind der Kandidat des Wahlbezirks, Friedrich Bacmeister, und Vorstandssprecherin Eva Gerhardus. Der gemeinsame Bürgermeisterkandidat Frank Stein war schon vor Ort, wieder ist er mir entwischt.

Wahlkampfstand der Grünen in Sand

Eine kleine Standsituation ist unter Bäumen aufgebaut, aber verwaist. Die Funktionäre stehen am Eingang und bringen ihre Broschüren unter das Wahlvolk.

Wie man den grünen Markenkern in der Ampel schützen wolle, will ich wissen. „Grün wählen”, so die lapidare Antwort.

Beim Thema Verkehrswege für Kinder wird es dann doch etwas konkreter. Keine Monologe, Zeit zum Zuhören. Wahlkampf als Austausch von Argumenten und durchaus thematische Inspiration durch Wähler scheint hier das Motto zu sein.

Interessant: Die Broschüren klammern kommunalpolitische Themen nicht unter Schlagworten, sondern per Adjektiv (z.B. kompakt, fair, aktivierend, integrierend, verantwortungsbewusst), die zum Lesen anregen. Das spricht mich als Wähler erst einmal an, weil es neu ist.

Auch gut: Es gibt einen Flyer für den Wahlbezirk, in dem Fall „GL-Ost”. Hier sind die Kandidaten aufgelistet und zumindest ein paar ortsspezifische Wahlkampfthemen notiert. Wer wissen will, was diese Partei konkret im Bezirk schaffen will, ist damit m.E. am besten informiert.

Ökologischer Pluspunkt: Die Broschüren sind auf Recyclingpapier und nicht in Hochglanz gedruckt. Als kleines Wählergeschenk werden selbst gedrehte „Wildblumenbomben” ausgegeben. Sympathisch und witzig.

Fazit

Noch knapp sechs Wochen bis zur Kommunalwahl. Die Parteien bemühen sich um Sichtbarkeit. Neue Ansätze im Straßenwahlkampf sieht man nicht. „Flyer und Fakten” scheinen die vorherrschende Strategie zu sein. Oft kommt die Frage nach dem Stadtteil, aus dem man stammt.

Die Parteien der Ampelfraktion kämpfen jede für sich. Ein gemeinsamer Flyer zu Frank Stein stellt die Brücke zur Ampel her. Und Steins Besuche der verschiedenen Wahlkampfstände. Spanennde Themen gibt es genug, aber ein Dauerbrenner oder gar „Aufreger” hat sich noch nicht herauskristallisiert.

Auffallend: Fast alle Parteien tragen im Wahlkampf Mundschutz. Das ist vorbildlich. Bei der Partei vom rechten Spektrum sieht man den Sinn des Schutzes indes nicht. Abstand müsse genügen. Da bin ich ausnahmsweise mal mit einverstanden.

Holger Crump

ist freier Journalist und vielseitig interessierter fester Mitarbeiter des Bürgerportals.

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19 Kommentare

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  1. Sehr geehrter Herr Schöpf, Ihr Kommentar enthält einige falsche Aussagen:

    Wir waren nicht am Nachmittag vor Ort, sondern im Laufe des Vormittags, unmittelbar nach Besuch der Wahlkampfstände der anderen an diesem Tag vertretenen Parteien.

    Das Redaktionsmitglied hat sich mit Ihnen unterhalten und nach Ihren Wahlchancen gefragt. Zitat aus unserem Beitrag: “Vor Ort ist der Bürgermeisterkandidat Günther Schöpf. Aussichten auf einen Wahlerfolg habe er nicht. Man wolle eher ein Signal setzen, das man in der politischen Debatte mitmischen wolle, heißt es auf Nachfrage.”

    Ausgehändigt wurden uns an Ihrem Stand zwei Flyer zum Thema “Gender Mainstreaming”. Darin befindet sich eine “Werbeantwort” der Jungen Freiheit, überschrieben mit “Gemeinsam den Gender-Wahnsinn stoppen”. Die “Werbeantwort” offeriert den Bezug der Jungen Freiheit, “4 Wochen kostenlos!”

  2. Wahlkampfstand der CDU in Refrath, Siebenmorgen, vor Photo Wagner, am Samstag, 08.08.2020:

    Eine Bürgerin spricht einen männlichen Wahlkämpfer freundlich darauf an, dass er einen Mund-Nasenschutz aufsetzen solle, wenn er an dem Stehtisch Gespräche mit potentiellen WählerInnen führt (von einem Mindestabstand von 1,5 Metern kann an diesem kleinen Tisch keine Rede sein!). Der wimmelt, bar jeder Sachkenntnis, ab: “Wir sind hier doch im Freien, da braucht man keine Maske!”. 15 Minuten später dasselbe riskante Spiel eines anderen männlichen Wahlkämpfers, der von einer weiblichen Wahlkämpferin auf die fehlende Maske hingewiesen wird und das auch – tatsächlich ahnungslos? bequem? beratungsresistent auch noch nach 6 Monaten Corona-Pandemie? – abtut. Ich schäme mich für solche Geschlechtsgenossen.

  3. Die subjektiven Attribute “fair, aktivierend, integrierend, verantwortungsbewusst” sind kein eigenschaftsumschreibende Attribute für die damit verbundenen Hauptwörter (“Schlagwörter”), sondern geschickt suggeriertes Eigenlob. Das ist bei einem Flyer, der dem Wahlkampf dient, legitim und clever, sollte aber nicht zu Pluspunkten bei einer (möglichst) neutralen Berichterstattung führen. Denn entscheidendes Kriterium für eine journalistische Beurteilung ist eine kritische Auseinandersetzung mit den Hauptwörtern, die auch im Wahlkampf durch objektiv nachprüfbare Attribute oder Prädikate mit Inhalt zu füllen sind. Was “fair, aktivierend, integrierend, verantwortungsbewusst” ist, wird jeder anders sehen (dürfen).

  4. Hallo Hr. Crump

    Vielen herzlichen Dank für den Besuch unseres Infostandes, den wir übrigens nicht nur zu Wahlkampfzeiten machen.
    Wir machen diese um nahe am Bürger zu sein und sich dieser einen direkten, unvoreingenommenen Eindruck von uns bilden kann.
    Was mich etwas verwundert hat ist die Tatsache das sie unseren Stand nicht gleich früh Morgens sondern erst kurz vor Ende um 15 Uhr besucht haben.
    Und das obwohl er ja direkt neben SPD und FDP war. Sicher nur ein unglücklicher Zufall und keine Absicht. Weis man doch das nach einem langen, geschäftigen Tag am Stand am Ende jeder froh ist den Tag ausklingen zu lassen.

    Auch seltsam das sie zwar überall nach Hr. Stein gefragt haben aber am Stand der AfD in der Aufregung ganz vergessen haben nach mir, dem Bürgermeisterkandidaten der AfD, zu fragen. Sicher weil wir uns ja so gut kennen und sie meine Standpunkte ja in unserem Programm für Bergisch Gladbach, welches wir am 5.8. also nach ihrem Besuch, verabschiedet haben gelesen haben und für gut befinden. Kann schon mal vorkommen.

    Das ich sagte, dass wir bereit sind Verantwortung für Bergisch Gladbach zu übernehmen und wir deshalb einen Bürgermeisterkandidaten stellen haben sie wohl überhört. Passiert. Schwamm drüber.

    Woher sie Werbung für die Junge Freiheit bekommen haben ist mir schleierhaft. Ich habe das Infomaterial selbst aufgeladen und da war nichts von der Jungen Freiheit dabei.

    Sie hatten sich ja intensiv mit Besuchern unseres Standes unterhalten. Wäre es nicht besser gewesen nach Vertretern der AfD Bergisch Gladbach zu fragen und deren Meinung zu hören? Man geht ja auch nicht an einen Messestand und fragt Besucher zu den Produkten. Kann man. Ist aber eher weniger aussagekräftig.

    Nochmals Danke für ihren objektiven und unvoreingenommen Bericht.
    Die Bürger von Bergisch Gladbach werden das zu schätzen wissen. Und wer will kann uns auch noch jeden Samstag in der Fußgängerzone besuchen und sich selbst ein Bild machen.

    Schöne Grüße
    Günther Schöpf

    ### Hinweis der Redaktion ###

    Günther Schöpf ist Spitzenkandidat der AfD bei der Kommunalwahl am 13. September.

  5. Dem Kommentar von Herrn Thomas Sussenburger ist fast nichts hinzuzufügen, außer vielleicht dem Hinweis auf die gezeigte Verhaltensweise des Herrn Matthias Olschowy bei diesen Kommentaren. Die Nachfrage von Herrn H.G. Ullmann

    “wenn’se Lust haben und „gut bei Stift (oder Taste)“ sind, einfach einen eigenen Beitrag schreiben, in hier üblich kommunalem Bezug über Ihren Verein, seine Ziele, sein konkretes Programm für GL etc.”

    dem folgte was? Wahrscheinlich zu spannend, die kommunalen Details.

    Eine weitere Ergänzung sei erlaubt mit Bezug auf H.G.Ullmanns Replik auf die große Vergangenheit, die Geschichte, die großen Figuren der SPD….wenn im Bundeswettkampf, vielleicht sogar im kommunalen, die SPD noch deutlich Raum für Verbesserung bietet, von ihrer Bestform weg ist, es ist ihr ein großartiger Coup zur richtigen Zeit gelungen und der sollte nicht kleingeredet werden.

    Die Lossagung von der Macht, der CDU, die war längst überfällig. Dieser Wechsel tut Bergisch Gladbach gut und eröffnet völlig neue Optionen. Nun darf man wieder am eigenen Profil arbeiten, sogar an der Stadtentwicklung.

    Vor allem aber verdanken wir der SPD in diesen Tagen mit Frank Stein einen tollen Bürgermeisterkandidaten.

    Die gewaltige Aufgabe der Sanierung der Hinterlassenschaft der letzten Jahre, das ist nur mit Wissen, operativer Erfahrung, mit Stehvermögen, Ausdauer und einem klaren Ziel vor Augen zu schaffen. Die Königreiche der Verwaltung gilt es zu einen und bürgerorientiert neu auszurichten.

    „Weiter so“ ist keine Alternative und für Lernkurven bei alten Problemen ist keine Zeit. Die Bürgerbeteiligung kann das Korrektiv sein zur Veänderung.

  6. Herr Sussenburger zeigt seine Flagge und Kante
    — Darum geht’s: Positionen markieren, Meinungen setzen, Argumente bringen und dann
    — dann eben darüber streiten, auf dass jeder sich sein Urteil bilden mag,
    die unmittelbar für ihre Sache Streitenden wie diejenigen, die den Streit verfolgen.

    Und das Bürgerportal wãre eben eine der Plattformen oder „Arenen“, wo u.a. solcher politischer Streit unter Wahrung guten Stils und allgemeiner Umgangsformen, ansonsten gern pointiert, auch polemisch (aber mit Niewoo …) ausgetragen werden kann.

    Mal sehen, was noch kommt …

    PS: Die SPD, ja die SPD (große Geschichte, große Vergangenheit, große Figuren …. „Aber wehe, wenn ich auf das Ende – oder auch nur heute – sehe“ …), darüber bliebe noch Einiges zu meinen, aber das sprengte den zumal lokalen Rahmen …

  7. Dass die AfD ohne Bild dargestellt wird und damit sich damit in diesem Beitrag nicht gleichbehandelt fühlt, kann ich verstehen und ist nachvollziehbar.
    Dass sie sich als Opfer des “Systems” und der “Altparteien” darstellt, ist eine alte Masche, gleichwohl die Könige des Hetzens die AfDler selbst sind.

    Ich also werde neutral sein und die AfD an Ihren Taten und Worten messen:
    Höcke möchte “wohltemparierte Grausamkeit” einsetzen, Frau von Storch auf Menschen schießen, Herr Kalbitz rennt auf Demos von Holocaust-Leugnern herum und Teile dieses Sammelsuriums von Verschwörungstheoretikern und alten und neuen Nazis werden vom Verfassungsschutz beobachtet, weil sie unsere Grundordnung stürzen wollen.

    Daran messe ich die AfD. Jede Stimme für diese Partei ist eine Stimme, die Deutschland und seinen Bewohnern schadet.
    Wer AfD wählt, wählt Dummheit, Verachtung, Ausgrenzung und Gewalt.
    Jeder der überlegt diese Partei zu wählen, den lade ich ein, sich mit neutralen Informationen zu versorgen. Danach sollte man, solange man kein Depp oder Menschenfeind ist, von alleine von diesem Vorhaben abrücken.

    P.S. Fürs Protokoll: Ich bin übrigens einfaches Mitglied einer dieser “Alt-Parteien”, sogar der ältesten, der SPD. Diese Partei kämpft seit über 150 Jahren gegen Rechte, Rechtsextreme und andere Nazis und und für Freiheit und Demokratie – und auch bei dieser Wahl darum, dass AfD, NPD und Co. so wenig Stimmen wie möglich erhalten.
    Ebenfalls nichts für ungut.

  8. Sehr geehrter Herr Olschowy, Holger Crump ist Mitglied der Redaktion, von seinem Beitrag distanzieren wir uns natürlich nicht. Wen Lothar Eschbach in seinem Kommentar als „politischen Gegner” (von wem?) bezeichnet, können wir nicht nachvollziehen – und ist auch nicht unser Ding.

  9. Richtig lustig und politisch interessant würde es doch, wenn die beiden „Großlager“, sprich Schwarz allein zuhaus´ einerseits und die Dreisten Drei vom Ampelbund andererseits pari landen,
    es also für keine Seite in der gegebenen Konfi reichte, und dann die politischen Überlegungen samt deren Kommunikation losgingen …

    Meine Hoffnung wäre in einem solchen Falle die bereits wiederholt geäußerte (wennschon vielleicht naive), dass eine möglichst stark einlaufende FWG-Fraktion als einzig neuer Spieler auf´fem Platz dann positive Hebelwirkung (v.a. in Zielrichtung Stadtplanung / Stadtentwicklung) entfalten könnte …

  10. Oder Schwarz-Grün wie im Kreis und in Overath?
    Oder Jamaika in Rösrath? ;)

  11. Lieber Holger Crump,
    Sie wollten wissen, weshalb ” Grüne Wählen” unseren Markenkern schützt? Weil eine starke grüne Fraktion innerhalb des Bündnisses grüne Positionen stark vertreten kann.

    ### Hinweis der Redaktion ###

    Friedrich Bacmeister ist sachkundiger Bürger der Grünen und tritt bei der Kommunalwahl am 13. September als Kandidat an.

  12. Und schon setzt sich das ermüdende Uhrwerk der Erwartbarkeiten in Gang (wir wetten schon ’mal auf die erste „Fachvokabel“ aus dem Bestand des neuen politischen „Klassenkampfes“) …

    Ist ja dialektisch ganz nett, aber hängen wir das Fass doch etwas tiefer, denn Ernst beiseite:

    Das autorensubjektive „Photo-Gate“ wurde von Ihnen publik kritisiert, auch von anderen (als nicht unbedingt geschickt) bemerkt;

    wenn’se Lust haben und „gut bei Stift (oder Taste)“ sind, einfach einen eigenen Beitrag schreiben, in hier üblich kommunalem Bezug über Ihren Verein, seine Ziele, sein konkretes Programm für GL etc.

    In „in-gl“ kann meines Wissens jede (politische) Gruppierung veröffentlichen, wie es alle möglichen ja auch ständig tun, sprich Parteien, Initiativen, Verbände etc., unter ihrem jeweiligen Siegel.

    Erst wenn Sie / Ihr Verein dort einen „präventiv publizitären Platzverweis“ (also im Unterschied zu CDU, SPD, FDP, GRÜNEN, LINKEN etc.) erhielten, gäbe es elementaren Diskussionsbedarf.

    PS: Noch eine Art Tipp oder winkende Latte — Wollte die CDU bspw. einen Beitrag platzieren, der nur aus gereihter SPD-Beschimpfung bestünde, würde der hier wohl nicht erscheinen, aber die CDU vermutlich hinterher auch nicht behaupten, man grenze sie generell aus, gell …

  13. Hallo Herr Eschbach,
    ich danke Ihnen für Ihren Kommentar, muss ihn aber leider etwas ausschlachten: Sie schreiben mit Adresse an Herrn Crump, und da dieser in Auftrag von in-gl schreibt, die sich wiederum bis jetzt nicht von seinem Beitrag distanziert hat, das sei nicht der richtige Umgang mit dem politischen Gegner. Muss ich das so verstehen, dass die AfD der politische Gegner von in-gl ist? Das würde bedeuten, dass in-gl Politik macht. Eine andere Interpretation wäre, dass sich in-gl als gemeinsames Organ der schon länger hier verweilenden Parteien versteht.

    Nichts für ungut
    M. Olschowy

    ### Hinweis der Redaktion ###

    Matthias Olschowy ist Mitglied des Vorstands des Ortsverbands der AfD. Im Vorfeld der Kommunalwahl am 13. September kennzeichnen wir alle Kommentare, die von Funktionären oder Kandidaten der lokalen Parteien veröffentlicht werden.

  14. So beschert man dummer Weise unnötig werbewirksame Öffentlichkeit. Die Klage kommt na ja, nicht zu unrecht.

    Als Demokrat ist das nicht der richtige Umgang mit dem politischen Gegner und die Partei ist demokratisch legitimiert, egal, wie man persönlich zu ihr steht.

    Mich erinnert das an eine Reihe von Erlebnissen mit einer unserer stärksten politischen Kräfte in der Region: Wir reden nicht mehr mit dem.

    Manchmal kann das ein praktisches Konzept sein, den politischen Gegner trifft das am wenigsten.

    Der ist ja nicht weg, wenn man mit dem nicht mehr redet, der sucht sich andere Gesprächspartner, vielleicht sogar Gleichgesinnte.

    Auch im Hinblick auf den Ausschluss von Parteien sollte man sich auf unsere Demokratie und ihre Institutionen verlassen, in jedem Fall dafür eintreten, aber bitte mit den besseren Argumenten.

    Das sollte mit etwas „Grips“ und Wissen um die Dinge gelingen. Da bedarf es keines gesonderten „Ausschlussverfahrens“.

  15. Da had´der nicht ganz unrecht … Wenn schon Fottos, dann von allen bzw. nicht nur ein bestimmtes weglassen (zumal das hier besagt eine dann auch noch den textuell festgestellten Maskenmangel ganz unmaskiert illustriert haben würde …)

  16. Meine Hochachtung! Sie verstehen es, Ihre Befangenheit zur AfD ganz unbefangen zur Schau zu stellen. Nächstes Mal auch die AfD mit Bild?
    Viele Grüße
    M. Olschowy

    ### Hinweis der Redaktion ###

    Matthias Olschowy ist Mitglied des Vorstands des Ortsverbands der AfD. Im Vorfeld der Kommunalwahl am 13. September kennzeichnen wir alle Kommentare, die von Funktionären oder Kandidaten der lokalen Parteien veröffentlicht werden.

  17. „Good Stone Hunting“ (ich hab´s ja mit Filmen) – Atmosphärische Reportage über den beginnend politischen „Straßenkarneval” …

    Tja, 6 Wochen noch, der Endspurt läuft (von dem es heißt, auf diesem letzten Streckenabschnitt fielen dann die Würfel).
    Und heute oder vielmehr gestern „Tag der Angreifer“ auf die Schwarze Bastion zwi-schen Schlossberg und Strundetal;

    die (vom langjährig Hellroten Partner blitzgeschieden) Schwarzen Verteidiger der Macht schein´s (noch) nicht auf´fem Platz;

    der Ampelbund (mit seinen zwei Erneuerern und besagtem Selbstrettungsfall aus der geschiedenen Vorkoalition) in der dreiteiligen Straßenoffensive, samt gemeinsamem Herausforderer des Schwarzen Thronerben (der sich seines Erbes trotz herrschaftlich plakativer Präsenz so ganz und gar nicht sicher sein kann);

    die Hellblauen in gewohnt grimmiger Entschlossenheit, überhaupt allem ein Ende zu machen;

    und hoffentlich reicht die Puste der (gestern wohl auch nicht präsenten) Silbergrauen (FWG), um im verschärften Straßenballett der letzten Wochen nicht von der materiellen und logistischen Überlegenheit v.a. der Big Player überrollt zu werden …

    Ob man in eben diesen kommenden Wochen irgendetwas von „Wechselstimmung“ in the streets of GL spüren wird …?

    Denn sollte der 13.09. ein auch nur annähernd ähnliches Stimmergebnis bringen (v.a. für den entscheidenden „Faktor Grün“) als es bei den jüngst vergangenen EU-Wahlen zu GL der Fall gewesen, dann säh´s düster aus für Schwarz;

    müssten die Schwarzen Quasi-Eigentümer GL´s dieses Mal doch umgekehrt allein so viele oder mehr Stimmen gewinnen als die zur Übernahme entschlossenen Grün-Hellrot-Gelben Dauermieter zusammen (dürften gleichzeitig nicht allzu viele Stimmen an Hellblau einbüßen, der unbekannten Ziffer in der Schlussrechnung) …

    Falls andererseits das Spekulieren auf die „Grüne Anleihe“ für den Ampelbund auf-ginge, stünden dann auch die Chancen gut, dass der „Stein des Umsturzes” (als ausdrücklich nicht parteilicher) Kandidat einer v.a. GRÜN-gelb gedeckten Wende parallel zum „Buchenfäller” würde …

    Was wird das (in jeder Hinsicht) noch spannend …!

  18. Lieber Herr Stein,

    da haben wir wohl Hase und Igel gespielt. Aber es gibt ja noch genug Möglichkeiten. Hoffentlich wird es dann nicht zu bergig, ich habe leider nur ein Bike ohne “E”.

    Schöne Grüße, Holger Crump

  19. Lieber Herr Crump,

    schade, dass wir uns gleich mehrfach verpasst haben ! Ich war zuerst in Sand bei Bündnis 90 / DIE GRÜNEN und danach in der Stadtmitte bei SPD und FDP. Am Nachmittag habe ich die Wahlkreiskandidatin Christine Mehls bei einem Rundgang durch ihren Wahlkreis begleitet, um zum Abschluss noch den “Roten Grill” von Mirko Kommenda in Lückerath zu besuchen. Also ein durchaus ausgefüllter Samstag mit vielen guten Gesprächen und genauso vielen sehr positiven Rückmeldungen.

    Was man in den kommenden Wochen nicht sehen wird, ist ein Auto mit meinem Konterfei oder ähnlichem. Ich habe den gestrigen Tag komplett per E-Bike gestaltet und das ist auch der Plan für den weiteren Wahlkampf.

    Herzliche Grüße, wie sehen uns !

    Ihr Frank Stein