Nach dem Ausscheiden von Lutz Urbach und dem Aufrücken von Frank Stein kommt Bewegung in die Verwaltungsspitze.. Hinweis der Reaktion: Bei diesem Foto handelt es sich um ein Archivfoto aus der Vor-Corona-Zeit, deutlich sichtbar daran, dass die gezeigten Personen keine Masken tragen.

Dass es im Kampf um die Kommunalwahl am 13.9. jetzt ernst wird ist nicht mehr zu übersehen – die Gesichter der Kandidaten strahlen uns überall entgegen. Jetzt auch hier, im Bürgerportal. Warum? Dafür gibt es einen einfachen Grund.

Journalismus ist ein Beruf, der Journalist:innen und ihre Familien ernähren muss – sonst gäbe es bald keinen professionellen Journalismus mehr. Also braucht ein Medium wie das Bürgerportal Einnahmen. Die kommen beim Unternehmen Bürgerportal – wie bei einer klassischen Tageszeitung auch – von den zahlenden Lesern und von den Werbekunden.

+ Anzeige +

Die Inhalte des Bürgerportals sind frei verfügbar. Weil wir wollen, dass wichtige lokale Informationen möglichst viele Leser erreichen verzichten wir auf eine Bezahlschranke. Einem Teil unserer Leser sind unsere Beiträge, unsere Dienste, Initiativen und Veranstaltungen so wichtig, dass sie uns über den Freundeskreis freiwillig unterstützen.

Allerdings zahlt bisher nur ein kleiner Bruchteil der Leser. Daher verkauft das Unternehmen Bürgerportal auf der der Website und im Newsletter Werbeflächen an Anzeigenkunden (allerdings: die nervigen blinkenden, sich bewegenden, den Text verdeckenden Anzeigen anderer Medien gibt es hier nicht!). Kunden sind vor allem lokale Unternehmen – weil sie wissen, dass sie über das Bürgerportal die Personen gut erreichen, die in Bergisch Gladbach aktiv sind, hier arbeiten, einkaufen und Freizeit verbringen.

Genau das nutzen jetzt, in Wahlkampfzeiten, auch die Kandidaten und Parteien. Oder die Stadt Bergisch Gladbach, die auf die Wahl zum Integrationsrat aufmerksam macht.

Verliert das Bürgerportal damit seine Unabhängigkeit? Nein! Denn käuflich sind nur die Anzeigenflächen, nicht die Inhalte. Die Redaktion entscheidet alle inhaltlichen Fragen aufgrund von journalistischen Kriterien. Ob ein Kandidat bei uns Werbung schaltet oder nicht hat keinen Einfluss darauf, wie wir über ihn oder über seine Partei berichte.

Ein Kopplung von Anzeigenaufträgen und der Veröffentlichung von Texten, wie sie bei den sogenannten Anzeigenblättern üblich sind, gibt es bei uns nicht. Kann es auch gar nicht geben, weil das Bürgerportal ohnehin nicht nur die eigenen, journalistischen Beiträge veröffentlicht, sondern als Plattform für alle Vereine, Initiativen und eben auch Parteien der Stadt zur Verfügung steht.

Bei uns finden Sie Reportagen und Interviews der Redaktion, aber eben auch Beiträge der CDU und der Linken ebenso wie solche der FWG oder der Grünen und anderer Parteien. Im Zweifel sollten Sie immer auf die Autorenzeile achten, dort weisen wir eindeutig aus, von wem welcher Text kommt.

Werden so einzelne Parteien begünstigt? Ja. Diejenigen, die über eine wohlgefüllte Parteikasse verfügen, können sich mehr Anzeigen leisten – egal ob an den Laternenpfosten oder im Bürgerportal. Aber wir haben dafür gesorgt, dass die Parteien, die bei uns Werbung schalten wollten, fair und gleichberechtigt zum Zuge kamen.

So finden Sie in dieser Woche ganz oben auf der Startseite, in diesem Artikel und auch im Newsletter eine Anzeige des CDU-Kandidaten Christian Buchen. Sein Konkurrent Frank Stein taucht im Moment nur im Newsletter weiter unten auf. Aber das sieht in der kommenden Woche schon ganz anders aus, die Anzeigen der Parteien rotieren.

Schließen wir u.U. einzelne Parteien aus? Ja. Wer nach unserer Einschätzung Haltungen akzeptiert, die nicht im Einklang mit der freiheitlichen und demokratischen Grundordnung stehen oder wer die Würde des Menschen verletzt, kann bei uns keinen Anzeigenplatz kaufen. Was nicht heißt, dass wir über diese Politiker nicht berichten. Wie gesagt, Werbung und Redaktion sind getrennt.

Ist das ganze eine optische Belästigung für den Leser? Das kommt auf die Betrachtungsweise an. Ja, zu viel Werbung nervt. Man kann sie aber auch als Erinnerung verstehen, sich über die Kandidaten, die Parteien und ihre Programme gründlich zu informieren. Gerade das bietet das Bürgerportal ja, mit seinen Beiträgen und Veranstaltungen.

Und schließlich: jeder Euro, der für Werbung im Bürgerportal ausgegeben wird, stärkt das Bürgerportal als zusätzliche journalistische Stimme und als lokale Plattform – und wird nicht für noch mehr Plakate draußen an den Straßen ausgegeben.

Das kommt auch Ihnen, den Leser zugute. Denn wie gesagt: diese Einnahmen fließen in unsere journalistische Arbeit.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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9 Kommentare

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  1. Glückwunsch Herr Watzlawek,
    eine klare unternehmerische Entscheidung und überzeugende Position.
    LG Les

  2. Lieber Herr Beller, ja, die Meinungsfreiheit ist ein sehr hohes Gut, das ist uns als Journalisten sehr bewusst. Aber: die Meinungsfreiheit der AfD sehen wir durch die unternehmerische Entscheidung, dass diese Partei im Bürgerportal keine Werbeflächen kaufen kann, nicht beeinträchtigt. Sie kann ihre Meinung frei vertreten, auf Plakaten, an eigenen Ständen, in Pressemitteilungen, in eigenen Medien.

  3. Hallo Herr Watzlawek und Team,
    Grundsätzlich stimme ich Ihnen zu, den Parteien oder Personen , die die demokratische Grundordnung anzweifeln oder ablehnen kritisch zu betrachten. Sie aber nach Eurer Analyse für die Werbemöglichkeit auszuschließen, mutet mich nach Zensur an. Ich würde es begrüßen, die Menschen und ihre Ansichten nicht kategorisch auszuschließen. Auch diesen Gruppierungen müsste die Plattform als Werbemöglichkeit zur Verfügung stehen. Man könnte eine solche Anzeige ja auch kommentieren mit dem Hinweis, dass diese politisch Meinung der Partei mit den Grundsätzen der Demokratischen Grundordnung im Widerspruch steht.
    Der Ausschluss könnte sogar als Verstoß gegen das Gleichbehandlungsgesetz definiert werden. Überlegt doch bitte noch einmal.
    Meinungsfreiheit ist ein sehr hohes Gut.
    Viele Grüße
    Bernhard Beller

  4. @Georg Watzlawek
    Thanks for answer! Das finde ich so konkreter und klarer.
    Und „politischer Gegner“ war hier im übertragenen Sinne gemeint, sprich nicht als Kombattant im interparteilichen Streit, sondern als (zu) vereinfacht gefasster Ausdruck einer entsprechend kritischen (sich fundamental unterscheidenden) Grundposition (die eben auch zur Folge hat, konkret dort keinen Anzeigenraum zur Verfügung zu stellen – Klare Ansage).
    Danke&Gruß, HGU

  5. Lieber Herr Ullmann, wir wollen unsere Arbeit so transparent wie möglich machen. Zudem hören wir auch von nicht-zahlenden Lesern hin und wieder Unmut darüber, dass wir Werbung schalten. Daher die Klarstellung.

    Zu den Fragen:

    Bislang wurden keine Anfragen abschlägig beschieden.

    Auf den Inhalt der Anzeigen nehmen wir grundsätzlich keinen Einfluss. Inhalte, die nach unserer Einschätzung gegen Recht und Gesetz verstoßen, akzeptieren wir natürlich nicht. Ebensowenig wie fake news.

    Eine konkret benennbare Partei ist zum Beispiel die AfD. Wir berichten über sie, wir laden ihre Vertreter zu unseren Veranstaltungen ein – aber wir bieten ihr auf den von uns verantworteten Kanälen keine Plattform.

    Wir betrachten die AfD nicht als politischen Gegner. Weil wir nicht politischer Akteur sind, sondern Beobachter der Politik.

    Schönen Gruß, Georg Watzlawek

  6. Ich finde das Angebot super. Buchen und seine Einstellung zum Bahndamm (und andere Themen) überzeugen mich nicht, aber ich klicke sehr gerne seine inhaltslose Werbung an. Sofort klingelt es in der Kasse des Bürgerportals und die CDU-Wahlkampfkasse will ja auch irgendwie geleert werden.

  7. „Zukunft Buchen!”
    — In der Kürze nicht zu toppen …
    Annähernd kurz würde es beim Konkurrenten zweideutig:
    „Ab in die Stein-Zeit!” Eine Steilvorlage etwa für alle Gegner der Verkehrswende …
    Vielleicht eher, wenn auch länger:
    „Zukunft GL – Bring den Stein ins Rollen!“

    However, dass es im Bürgerportal auch bezahlte politische Werbung = geschaltete Anzeigen gibt, ist nix Besonderes.
    Findet man zu allen Wahlkampf-Zeiten auch in den Printmedien.

    Interessant die Einschränkung des potentiellen Kundenkreises. Generell: Nicht jeder, der Geld auf den Tisch legte, bekäme einen Anzeigenplatz.

    Auch das an sich kaum aussergewöhnlich. Man muss nicht für alles Werbung machen, nur weil der Preis stimmt. Eh’ klar.
    Und als privater Medienanbieter ist man davon abgesehen auch nicht verpflichtet, allen formal wahlfähigen Wettbewerbern Raum einzuräumen.

    Aber weshalb dann diese allgemeine Erklärung? „Schließen wir u.U. einzelne Parteien aus?”

    Oder anders gefragt:
    Gibt es denn im Zuge dieses Kommunal-Wahlkampfes in dem Sinne potentielle bzw. real existierende Anzeigenkunden, die hier generell abschlägig beschieden würden?

    Oder hinge das Ob einer Platzierung eben vom entsprechenden Charakter der je eingelieferten Anzeige ab?

    Würde z.B. die CDU mit „Stein ist doof” bzw. die SPD mit „Buchen ist blöd” kommen, käme weder die eine noch die andere Anzeige auf‘ n Platz; wohl aber „Stein ist gut“ bzw. „Buchen isst Kuchen” …

    Falls es aber um einen generellen „Anzeigenschluss“ für konkret benennbare Parteien ginge, also unabhängig von einer ggf. sogar als „verträglich” bewerteten einzelnen Anzeige, dann sollte man, sofern es so ist, auch deren Namen aussprechen.

    Es wäre nicht mehr und nicht weniger als das offene Markieren einer eben bestehend grundsätzlichen Position gegenüber den betreffenden und in dem Sinne als durchaus politischen Gegnern empfundenen Akteuren.