Der Umgang mit Falllaub im Garten und der „richtige“ Zeitpunkt für den Staudenrückschnitt wird immer wieder kontrovers diskutiert. In Fachkreisen haben sich in den vergangenen Jahren Empfehlungen herauskristallisiert, die wir hier gerne erläutern.

Von Michael Becker, Garten und Landschaftsbau

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Zum Rückschnitt der Stauden und Gräser: Warten Sie damit bis zum Frühjahr! Sie bieten so verschiedenen Insekten eine Überwinterungsmöglichkeit. Besonders hohle Blütenstängel werden hier gerne genutzt.

Auch optisch ist der Anblick von mit Reif bedeckten trockenen Stängeln und Blüten sehr reizvoll. Gleichzeitig haben Ihre Pflanzungen einen natürlichen Winterschutz. Viel mehr gibt es hier nicht zu sagen.

Mehr Erläuterungen sind nötig zur Vorgehensweise beim Laub.

Entfernen Sie gefallenes Laub unbedingt von Rasenflächen. Hier schadet es tatsächlich, wenn das Laub die Rasenfläche dauerhaft bedeckt. Die Rasenfläche bekommt kein Licht wodurch die Rasengräser absterben und es kann zusätzlich zu Fäulnis kommen.

Ebenso verfahren Sie bitte mit Laub von erkrankten Bäumen. Blätter mit pilzlichen oder tierischen Schädlingen sollten Sie über den Restmüll entsorgen. 

Das Laub gesunder Bäume

Nun aber zum Falllaub von gesunden Bäumen und Gehölzen. Zum besseren Verständnis zunächst ein kleiner Exkurs in die Botanik. 

In der Vegetationszeit entziehen Bäume und Sträucher dem Boden Nährstoffe, die im Blatt festgelegt werden. Im Herbst wird dann das energiereiche Chlorophyll abgebaut, es entsteht die Herbstfärbung.

Bei diesem Vorgang werden zahlreiche Nährstoffe wieder zurück in Stamm und Wurzel transportiert, um dort über Winter eingelagert zu werden.

Aber nicht alle Stoffe können zurückverlagert werden. Viele Stoffe sind, wenn einmal festgelegt, für die Pflanze nicht mehr aus ihren Verbindungen zu lösen. Sie verbleiben also im Blatt und werden im Herbst mit abgeworfen.

Besonders Calcium (Ca) und Eisen (Fe) rieseln mit den herbstlichen Blättern zu Boden. Calcium ist im Blatt in den Zellwänden festgelegt und dient dem lebenden Organismus als Stabilisator der Zellwände. Es ist praktisch von dort nicht mehr auslagerbar.

Darum bedeutet das Entfernen des Herbstlaubes einen direkten Calciumentzug, was auf Dauer zur Versauerung des Bodens führen kann. Auch der Hauptpflanzennährstoff Stickstoff (N) wird dem Boden entzogen.

Das Laub von Rasenflächen, Wegen und sonstigen befestigten Flächen können Sie in dünnen Schichten auf den Kompost geben. Immer wieder anderes Material dazwischen geben, um die Bildung von Fäulnisstellen zu vermeiden. 

Wenn Ihr Garten es hergibt, lagern Sie es locker geschichtet in einer Ecke Ihres Gartens. So stellen Sie verschiedenen Lebewesen ein gern genommenes Winterquartier zur Verfügung. 

Genauso wie beim in den Beeten verbliebenen Laub zersetzen Pilze, Bakterien und weitere Lebewesen es in letzter Stufe zu Humus.

Hier noch einmal alle Gründe für Laubschichten in den Beeten: 

  • Natürliche Düngung
  • Eintrag von Humusstoffen zur Bodenverbesserung
  • Mulcheffekt für Verdunstungsschutz und als Schutz vor Wildkräutern
  • Winterschutz vor Kahlfrösten und Temperaturschwankungen
  • Förderung des Bodenlebens und von Insekten, die durch Laubsauger und -bläser geschädigt würden

Lassen Sie also der Natur ein Stück weit freie Hand und genießen Sie die gewonnene Zeit,

Ihr Michael Becker

BECKER, das ist das Team GartenBaumschule und Garten- und Landschaftsbau unter einer Marke: Oliver Fink und Michael Becker arbeiten seit 1999 in enger, in der Branche einzigartiger Kooperation auf dem Gelände der GartenBaumschule Becker in Refrath zusammen.

Die beiden Meister- und Ausbildungsbetriebe arbeiten aus der Überzeugung: ein Garten braucht Aufmerksamkeit, um seine Wirkung zu entfalten. Und diese Aufmerksamkeit gibt er „seinem” Gartenbesitzer in Form von Erholung, Energie und Wohlbefinden zurück.

Gärtnermeister Michael Becker führt mit seinem mittlerweile 25 Mitarbeiter zählenden Team BECKER Garten- und Landschaftsbau seit 1999 alle Arbeiten rund um die Gartengestaltung mit Pflanzen, Steinen, Holz aus.

Gärtnermeister Oliver Fink leitet seit 1995 die GartenBaumschule Becker in Refrath. Regelmäßig informiert er im Radio (WDR 5), regionalen Medien (z.B. Bürgerportal und Kölner Stadt Anzeiger) sowie weiteren Medien Hobbygärtner über Themen rund um die Pflanzen für Terrasse, Balkon und Garten.

Kontakt:

GartenBaumschule BECKER
Bernard-Eyberg-Str. 16, 51427 Bergisch Gladbach
Telefon: 02204 21100
E-Mail: info@gartenbaumschule-becker.de
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BECKER Garten- und Landschaftsbau GmbH
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Becker

GartenBaumschule und Garten- und Landschaftsbau unter einer Marke: Oliver Fink und Michael Becker arbeiten seit 1999 in enger, in der Branche einzigartiger Kooperation auf dem Gelände der GartenBaumschule Becker in Refrath zusammen.

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2 Kommentare

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  1. Frau Barth,

    das ist auch der Vorteil von Rasenmäher-Robotern.

    Ordentliche Zeiten vorausgesetzt, in denen keine Igel unterwegs sind und es ist der beste Dünger.

  2. Witzig! Gerade gestern hab ich mich beim Gassi noch mit einer Freundin drüber unterhalten, wie dumm das sei, den Bäumen und Stäuchern das Laub wegzunehmen und zu entsorgen, statt es unten drunter zu rechen und zu mulchen. Und jetzt steht es hier. Danke für den Artikel.