Schon seit dem Frühjahr ist das Schwimmbad in Refrath geschlossen, nun hat die Stadt das endgültige Aus entschieden: eine Wiederinbetriebnahme wäre zu teuer. Das Bad soll ohnehin abgerissen und in zwei Jahren neu gebaut werden – bis dahin müssen Schulen und Vereine ausweichen.

Mit dem Bäderkonzept hatte der Stadtrat 2017 beschlossen, das Schwimmbad Mohnweg als Sportstätte für Schulen und Vereine abzureißen und neu zu bauen. Bis dahin, so die Hoffnung, sollte sich das technisch marode Bad ohne große Ausgaben über die Zeit retten.

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Doch nun habe ein Gutachter festgestellt, dass für eine Wiederinbetriebnahme nach der Corona-Pause ein sechsstelliger Betrag notwendig wäre, teilte die Stadtverwaltung am Freitag mit.

Daher habe der Städtische Immobilienbetrieb jetzt die endgültige Schließung des Bades angeordnet. Eine Weiterführung wäre „grob unwirtschaftlich“ gewesen. Zudem hätten auch nach einer Reparatur weiter technische Defekte gedroht.

Drei Vereine und sieben Schulen müssen ausweichen

Betroffen sind drei Vereine und sieben Schulen in den südlichen Stadtteilen, die zusammen gut 60 Bahnstunden pro Woche in Anspruch nehmen. Am Donnerstag hatten Vertreter der Einrichtungen auf Einladung der städtischen Sportverwaltung bereits beraten, wie möglichst viele dieser Schwimmstunden in die anderen Schwimmbäder der Stadt verlegt werden können.

Eine vollständige Kompensation sei jedoch nicht möglich, heißt es in der Mitteilung. Dennoch sei eine Lösung gefunden worden, „die allen Beteiligten im Rahmen der Möglichkeiten gerecht wird”. Der geänderte Belegungsplan tritt am kommenden Donnerstag in Kraft. Die Schulen werden die neuen Wasserzeitung aber erst ab dem 5. November nutzen.

Kombibad donnerstags für die Öffentlichkeit geschlossen

Daraus folgt auch ein Einschränkung für den öffentlichen Badebetrieb: Das Kombibad Paffrath wird künftig donnerstags ganztägig für die Öffentlichkeit geschlossen und für das Schul- sowie Vereinsschwimmen bereitgestellt.

Der geplante Abriss und anschließende Neubau des Schwimmbades Mohnweg werde weiter voran getrieben, betont die Stadt. Wie groß das Projekt wird und wie teuer es werden darf, das ist allerdings noch offen, die Entscheidungen sollen im Rahmen der Beratungen für den städtischen Haushalt 2021 und bei den Beratungen über den Wirtschaftsplan der Bädergesellschaft fallen.

Im Kommunalwahlkampf war bekannt geworden, dass der Neubau des Mohnwegs und die anschließend geplante Sanierung des Zanders-Bads deutlich teurer als zunächst geschätzt wird. Alleine das neue Schwimmbad im Mohnweg wird nun mit 5,8 Millionen Euro veranschlagt.

Der Kämmerer, Geschäftsführer und designierte Bürgermeister Frank Stein hatte sich jedoch darauf festgelegt, an den ursprünglichen Plänen festzuhalten. Die Finanzierung sei bei einem entsprechenden politischen Willen auch machbar.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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2 Kommentare

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  1. Warum kann Mann den 1schwimmblock nicht öffnen für die Allgemeinheit glaube kaum das die Schüler beziehungsweise die Vereine schon so früh unterwegs sind.

  2. Schwimmbad Mohnweg endgültig geschlossen

    Gut, dass es wenigstens eine Minimallösung für das aktuelle Problem gibt, auch wenn diese Lösung m.E. ganz weit weg von einer „guten“ Lösung ist. Im Anschluss an die Podiumsdiskussion zu dem Thema „Schwimmbad Mohnweg“ vom 25.08.2020 erinnert mich das Vorgehen immer noch an eine gewisse Art von „Flickschusterei“. In meinen Augen hat sich das Grundproblem nicht verändert:

    1. die Bedarfsanalyse bezüglich der „Wasserzeiten“ spiegelt sehr wahrscheinlich nicht den realen Bedarf wider
    2. es fehlt der Mut bedarfsgerecht (und damit bedarfsdeckend) zu denken und zu planen.

    Ich wünsche den Vereinen und Schulen viel Kraft mit der Situation umzugehen. Eine enorme Frustrationstoleranz haben sie in den letzten Jahren bereits bewiesen.