Mit einem neuen, digitalen Format bringt nun auch die Villa Zanders die Kunst nach Hause. Unter der Überschrift „Mein Lieblingswerk” stellen Mitarbeiter:innen des Kunstmuseums ihre Favoriten der Ausstellungen vor. Per Video lernt man mehr über Werk und Team. Ein kurzweiliger Blick hinter die Kulissen des Museums, das wegen der Pandemie derzeit geschlossen ist.

„Mein Lieblingswerk in der Ausstellung „Neu aufgestellt” ist von Simon Schubert und heißt „Spiegelflure (2013)”, erklärt Jörg Flügel vom Empfang der Villa Zanders. Er macht in der Reihe den Anfang. Im Video ist er bei der Betrachtung der großformatigen Arbeit zu beobachten. Seine Stimme mit Erläuterungen kommt aus dem Off.

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Die ersten Videos aus der Reihe #MeinLieblingswerk der Villa Zanders finden Sie auf den Social Media-Angeboten des Kunstmuseums auf Facebook und Instagram

Ihn begeistern an dem Werk Technik und Genauigkeit. Die Arbeit sei aus Papier gefaltet. Ganz ohne Zeichengeräte entstehe die perfekte Illusion eines Raumes, der ihn in sich aufnehmen, erklärt der Mitarbeiter des Kunstmuseums.

600 Seiten Papier

Teil zwei der Lieblingswerk-Reihe wurde jetzt veröffentlicht. Ute Grosch aus der Verwaltung präsentiert „Weißer Papierhaufen” (1978-79) von Reiner Ruthenbeck. Sie arbeitet seit Februar 2020 in der Villa Zanders. „Eine meiner ersten Aufgaben bestand darin ein ganz spezielles Papier für die Herstellung des „Papierhaufen“ von R. Ruthenbeck zu besorgen”, schildert sie ihre persönliche Beziehung zu der Papierskulptur.

Reiner Ruthenbeck, Weißer Papierhaufen, 1978-79: 600 Blatt Papier, geknüllt, H: 100 cm, D: 300 cm, Leihgabe Stiftung Kunstfonds © VG BILD-KUNST Bonn, 2020
Foto: Michael Wittassek.

Fasziniert sei sie nicht nur durch die Assoziationen, die das Werk hervorrufe. Auch die genaue Anleitung zum Aufbau des Exponats aus 600 exakt zu zerknüllenden Papierseiten beeindrucke sie. Zuschauer:innen erfahren so, dass das Kunstwerk nicht ständig als greifbares Gebilde existiere, Konzept und Idee aber gleichwohl immer vorhanden seien.

Der #KulturKurier des Bürgerportals wirft einen Blick in eine aktuelle Ausstellung der Villa Zanders:

Verlängerter Ausstellungsraum

#MeinLieblingswerk ist clever gemacht. Das Format verlängert den Ausstellungsraum ins Internet. Es setzt damit einen wichtigen Akzent in einer Zeit, in der Konzerte oder Museumsbesuche aufgrund der Pandemie ausfallen müssen.

Auch wenn sich die ersten beiden Videos locker, entspannt und fast in einer Tik Tok-Ästhetik präsentieren: Ihnen gelingt nichtsdestotrotz ein sensibler Blick in den Alltag der Mitarbeiter:innen der Villa Zanders und ihrer Beziehung zu den Kunstwerken, die sie täglich umgeben.

Das schafft eine vielleicht nicht neue, aber stets spannende Perspektive auf die Arbeiten. Und weckt den dringenden Wunsch nach dem nächsten Besuch in der Villa Zanders – wann auch immer dies möglich sein wird.

Holger Crump

ist freier Journalist und vielseitig interessierter fester Mitarbeiter des Bürgerportals.

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