Diese Eiche wurde im Frühjahr in Hand gefällt, um die Garage dahinter zugänglich zu machen. Foto: privat

Die Fällung einer gesunden, mächtigen 60 Jahre alten Eiche in der Thorner Straße erzürnt die Anwohner. Bei der Überreichung einer Petition versprach Bürgermeister Frank Stein nicht nur, die Entscheidung der Abteilung StadtGrün rechtlich prüfen zu lassen – er will künftig in ähnlichen Fällen selbst mitentscheiden.

Seit 60 Jahren stand die Eiche mit einem Durchmesser von mehr als 100 Zentimeter auf einem Grundstück an der Thorner Straße in Hand. Irgendwann hatte der Eigentümer eine Garage hinter den Baum gesetzt, aber nur für Fahrräder genutzt.

Ein neuer Eigentümer will die Garage nun für Autos nutzbar machen und ließ die Eiche fällen. Trotz der Proteste der Anwohner und Beschwerden bei der Stadt; die zuständige Abteilung Stadtgrün hatte keine Einwände erhoben. Da der Baum „im Konflikt mit der rechtmäßigen und genehmigten Nutzung“ der Garage stehe seien der Stadt die Hände gebunden. Sie hatte jedoch als Ersatz die Pflanzung von vier Bäumen vorgeschrieben.

Bürgermeister Stein zeigte sich dagegen, das bestätigt die Stadtverwaltung, „sehr offen für die Kritik“. Mehr noch, er habe zugesagt, die Entscheidung seiner Unterbehörde Stadtgrün rechtlich prüfen zu lassen.  

Frank Stein im Gespräch mit Bürgern. Archivfoto: Thomas Merkenich

„Es ist schade, dass mir der Fall persönlich nicht bekannt war, da ich bei einem derart ortsbildprägenden Baum gerne das Gespräch mit dem Eigentümer gesucht hätte, bevor abschließend über die Genehmigung entschieden wird,“ sagte Stein. In Zukunft müsse jede Genehmigung des Fällens vergleichbarer ortsbildprägender Bäume von ihm selbst unterschrieben werden.

Zudem ermutigte der Bürgermeister die Anwohner, bei der mittelfristig anstehenden Überarbeitung der neuen Baumschutzsatzung Anregungen und Vorschläge einzubringen, damit sie in die Beratungen der Politik einfließen können.

Die Anwohner werteten diese Aussagen als weitreichenden Erfolg der Unterschriftenaktion. „Wir haben jetzt auf jeden Fall bessere Voraussetzungen, auf ökologische und sonstige Veränderungen im Wohnviertel Hand-West Einfluss zu nehmen“, bilanzierte Peter Schran, der die Unterschriftensammlung organisiert hatte.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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10 Kommentare

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  1. Wie ist es möglich, dass so ein wunderbarer Baum gefällt wird? Warum wird eine Garage so gebaut, dass sie nicht nutzbar ist? Also, wer heute in Zeiten des massiven Baumsterbens einen gesunden Baum fällt, müsste bestraft werden. Leider ist es ja inzwischen üblich, dass gebaut wird ohne Rücksicht auf die Natur. Böden werden versiegelt, Hauptsache die Rendite stimmt.

  2. **Ironie an** Endlich eine sinnvolle Verwendung für Frank Stein gefunden. B8-Beamter unterschreibt ab sofort Baumfällanträge!**Ironie off**
    Ein Fall für den Bund der Steuerzahler?

    So traurig es um jeden Baum ist (als ich das das Mal (heute Mittag) in Bergisch Gladbach vor die Tür gegangen bin, standen auf jeden Fall zum Glück noch jede Menge Bäume), so muss es Eigentümern auch erlaubt sein, ihr Eigentum zu nutzen. Ohne wenn und aber.

  3. Sehr geehrter Herr Havermann, ich denke ich stelle einen Menschen dar. Um es nochmal deutlich zu sagen, es muss jedem privaten Eigentümer erlaubt, sein Grundstück bedarfsgerecht zu nutzen. Ich glaube, die Ausführungen des GG geben das her.
    Gruß Günther Humbach

  4. ,,Die Fällung einer gesunden, mächtigen 60 Jahre alten Eiche in der Thorner Straße erzürnt die Anwohner.´´
    Also wenn der Baum 60 Jahe alt sein soll dann fresse Ich Bauklötze. Das kommt nie und nimmer hin. Im Internet kann jeder nachgucken wie viel Stammdurchmesser eine Eiche ca. nach 60 Jahren hat.

    ,,Seit 60 Jahren stand die Eiche mit einem Durchmesser von mehr als 100 Zentimeter auf einem Grundstück an der Thorner Straße in Hand.´´
    Einen Stammduchmesser misst man in der Regel in einer Höhe von 1,0-1.5 Meter.
    Würde die Eiche auf dem Bild auf 120-250 Jahre schätzen.
    Kleiner Tipp am Rande: Als ungefährer Wert kann muss aber nicht die Anzahl der „Jahresringe“ gezählt werden. Aber es ist nicht immer so, dass ein Jahr ein Ring hat :D
    Daher denke Ich nicht, dass das Bild zu dem Artikel passt. Wenn doch wäre Ich interessiert an Beweisen oder genauere Sorte, da Ich ein berechtigtes berufliches Interesse habe.

    ,,In Zukunft müsse jede Genehmigung des Fällens vergleichbarer ortsbildprägender Bäume von ihm selbst unterschrieben werden.´´
    Der wird Augen machen, wenn er sieht, wie viele Größere und Ältere Bäume gefällt werden. Sei es aus verkehrssicherungsgründen, nutzungsgründen oder sonstigen Interessen. Also da hat er ja in Zukunft ordentlich was zu tun.

    Vielleicht sollte der Bundestag auch die entsprechenden Gesetzesvorlagen dafür hinlegen. Das Gesetz muss für unseren Bürgermeister höchst persönlich maßgeschneidert sein. Die bisherigen Rechte und Pflichten eines Eigentümers und der Kommunen sollten überarbeitet werden.

    Netter Gruß

    Fabian Bosbach (Pseudonym)

  5. Herr Humbach,
    was auch immer Sie sind oder darstellen wollen, Ihr Kommentar ist außerordentlich daneben. Es geht hier nicht um ach so wichtige Aspekte privatem Eigentums. Wie konnte der Bau einer Garage genehmigt werden, vor der ein sehr alter Baum steht? Wie blauäugig ist die Annahme, die Nutzung für Fahrräder würde in aller Zukunft nie geändert? Wie kann einem neuen Eigentümer die Beseitigung dieses Baums erlaubt werden, da er Nutzungshintergrund der Garage kannte?

    Sie gackern nicht mal, Sie grunzen, um in Ihrem Bild zu bleiben.

  6. Bürgermeister Frank Stein macht „ortsbildprägende Bäume“ zur Chefsache, was für ein Bekenntnis zur „Stadt im Grünen“. Das „Ortsbild prägend“ eine Wertigkeit ist, die es zu definieren gilt, das ist selbstverständlich. Sind die Kriterien festgelegt, könnte auch mit Hilfe der Bürger digital schnell ein Baumkataster mit „ortsbildprägenden Bäumen“ erstellt werden. Die Mehrheit der Koalition weiß Frank Stein bei diesem ideologischen Agenda-Punkt mit Sicherheit auf seiner Seite, Danke dafür.

    „Ortsbildprägende Bäume“ machen einen großen Teil der Wertigkeit unsere einmalige Kulturlandschaft am Rande der Kölner Bucht aus. Manchmal sind sie als „Einzelfall“ kaum wahrnehmbar, im Gesamtbild unserer Stadt aber mit ungeheurer Wirkung prägend und präsent. Es ist tatsächlich eine Maßeinheit unserer „Stadt im Grünen“, die häufig nicht erkannt, manchmal leichtfertig verspielt und bislang sogar oft als bedeutungslos gehandhabt wurde
    Wer diesen „grünen“ Maßeinheiten in unserer Stadt nicht den richtigen Stellenwert einräumt, der wird die Attraktivität der Stadt, ihren Charakter als „Stadt im Grünen“, das Tor zum Bergischen Land über kurz oder lang verlieren. Die Nähe zur Monopolregion Köln/Bonn/Düsseldorf wird ständiger Begleiter im Abwägungsprozess sein.

    Insofern ist die Planung des „Bürgerwald“ am Kreisverkehr im Zentrum der Stadt sehr zu begrüßen, eine vergleichbare Kategorie und stadtökologische Aufwertung. Die Teile der „Stadt im Grünen“ allerdings, die nach ihrer Historie schon und ihrem Charakter auch heute noch mit Waldbestand angrenzend zum Königsforst gelegen sind, Lustheide, Refrath, Frankenforst, Bensberg, die durch den Bau der Autobahn stark beansprucht und geschädigt sind, hier sollte es ein ganz besonderes Anliegen sein nicht nur einzelne „ortsbildprägende Bäume“ zu schützen, sondern den historischen „Stadtbild prägenden Charakter“ des Restwaldes zur Kenntnis zu nehmen, zu erhalten und zu schützen. Sonst fehlen dem Handeln die Glaubwürdigkeit und auch die Logik.

    https://www.wald-und-holz.nrw.de/en/aktuelle-meldungen/nrwebtv-waldzustandsbericht

  7. Sehr geehrte Frau Apicella, es tut mir leid, wenn Sie sich betroffen fühlen aber es kann nicht sein, die Eigentumsrechte von der Zustimmung der Nachbarn abhängig zu machen. Ich selbst habe in der Vergangenheit vierzig Fichten wegen des Borkenkäfers fällen müssen. Sie rahmten so herrlich mein Grundstück ein. Sie können versichert sein, Ihre Liebe zur Natur teile ich absolut. Gruß Günther Humbach

  8. Es tut mir in der Seele und den Augen weh, wenn ich mir den Wald ansehe und den Waldzustandsbericht höre. Das Klima können wir ja so schnell nicht verbessern, aber die großen alten Bäume in unserer Stadt, die für das Kleinklima so wichtig sind, dürfen ohne Not nicht abgeholzt werden.
    Herr Humbach, der Trend geht doch weg vom Zweitwagen in Richtung Fahrrad. Und wenn Sie ehrlich sind und sich in Ihrer Nachbarschaft umsehen, die meisten Garagen werden als Abstellraum genutzt und die PKWs stehen auf der Straße.

    Leider hat nicht jeder Eigentum und kann eine Eiche pflanzen. Das war nicht nett von Ihnen…

  9. So lustig wie die Stellungnahme des Querdenkers auch ist, so gravierend ist der Hintergrund. Sie zeigt wohin der Weg in unserem Lande führt. Einschränkungen privater Eigentumsrechte sind an der Tagesordnung.
    Wer hat da was zu gackern, wenn jemand seinen Besitz nutzen will. Sie können sich doch selbst eine Eiche pflanzen. Herr, steh uns bei!

  10. Falls das Bild stimmt:

    Nicht der Baum, sondern die häßlichen Garagen hätten weggerissen werden müssen.
    Der Baum war zuerst da…