Interaktive Riesenbildschirme, Glasfaseranschluss, pädagogische Raumkonzepte, moderne Laborräume, multifunktionale Aula, hohe Aufenthaltsqualität – davon können die Schulen in Bergisch Gladbach bisher nur träumen. Mit zwei Ausnahmen: Das Otto-Hahn-Gymnasium und die Otto-Hahn-Realschule in Bensberg sind nach der Sanierung hochmodern. Wir haben uns umgeschaut – und nehmen Sie mit auf eine Zeitreise.

Ein Blick ins Treppenhaus, die Farben weisen den Weg – in die beiden Schulen und in die Fachbereiche.

Fotos: Thomas Merkenich. Text: Georg Watzlawek

Von außen hat sich an dem alten Schulgebäude an der Saaler Mühle wenig verändert. Doch von innen ist der Klotz aus den 70er Jahren nicht mehr wiederzuerkennen. Über vier Jahre hinweg wurde das Gebäude für insgesamt 33 Millionen Euro kernsaniert, die Raumaufteilung neu gestaltet und komplett neu ausgestattet.

Die Aula: zentrale Drehscheibe zwischen zwei Schulen

„Wir wollten Luft, Licht und eine zentrale, abschließbare Aula“, sagt Felix Bertenrath, Rektor der Otto-Hahn-Realschule. Und genau das habe man bekommen. Angefangen mit der Aula, die früher eine riesige, offene und kaum nutzbare Halle war – und heute ein multifunktionales Konferenz- und Veranstaltungszentrum für beide Schulen ist, die sich das Gebäude teilen.

Die Realschule (OHR) mit rund 520 Schüler:innen arbeitet mit dem Otto-Hahn-Gymnasium (OHG, rund 910 Schüler:innen) unter einem Dach, und beide Schulleiter haben intensiv mit der Stadt bei der Neukonzeption zusammen gewirkt, berichtet OHG-Direktor Karl-Josef Sulski.

Viele Bereiche teilen sich die Schulen, sie konnten aber dennoch ihre eigenen pädagogischen Konzepte jeder für sich umsetzen – was in den Klassentrakten sofort auffällt.

Die Realschule orientiert sich mit allen Unterrichtsfächern an Fachraum-Clustern. Hier herrschen bunte Farben vor, kombiniert mit weiß, grau und Buchenholz.

Das Gymnasium setzt auf ein Cluster-Prinzip: alle Räume einer Stufe sind um einen eigenen Gemeinschaftsbereich herum angeordnet, hier dominieren helles Holz und Chrom die Optik. 

Claudia Fritz, die als Schulbetreuerin bei der Stadt Bergisch Gladbach für die Ausstattung der Schulen zuständig war, konnte hier aus dem Vollen schöpfen. Farben, Ausstattung und Möblierung, die Fritz mit großer Begeisterung präsentiert, haben so gar nicht zu tun mit dem, was man sich unter „Schule“ vorstellt.

Die alten Tafeln sind verschwunden, statt dessen gibt es 73 gigantische Bildschirme in jedem Unterrichtsraum, interaktive Bildschirme in einer Größe von 86 Zoll. Kombiniert mit Whiteboards an den Seiten oder oben / unten, für Lehrer:innen, die so etwas bevorzugen. Hier ein Blick in die naturwissenschaftlichen Räume:

Auch die traditionellen Lehrertische gibt es nicht mehr, statt dessen findet man mobile Pulte, höhenverstellbar und technisch aufgerüstet. Und auch der Musikbereich kann sich sehen lassen.

Die Ausstattung der Schüler:innen mit den jeweiligen Endgeräten hinkt auch in den Otto-Hahn-Schulen noch etwas hinterher: hunderte Geräte sind bestellt, aber noch nicht angekommen. Für ihren Einsatz ist aber alles vorbereitet; schon seit einigen Jahren verfügt das Schulgebäude – als einziges in ganz Bergisch Gladbach – über einen 1-Terrabyte-Anschluss an das Glasfasernetz.

Mit der Sanierung haben OHG und OHR einen hohen Standard erreicht. Aber für die Stadt geht es in einem ebenso überfälligen wie ehrgeizigen Schulbauprogramm Schlag auf Schlag weiter. Beim Nicolaus-Cusanus-Gymnasium ist die Generalsanierung mit einem Teilneubau gerade angelaufen, die GGS Bensberg wird ganz neu gebaut – und viele weitere Sanierungen sowie Neubauten müssen folgen.

Und auch an der Saaler Mühle wird bald wieder gebaut: denn auch das neue Gebäude ist für die Rückkehr der Gymnasium zu G9 nicht ausgelegt, für die zusätzliche Jahrgangsstufe wird es wohl einen Anbau geben müssen. Und auch für die Inklusion im „Gemeinsamen Lernen“ an der OHR gibt es bisher zu wenig Räume.

Thomas Merkenich

ist der Fotograf des Bürgerportals. Mittlerweile wohnt er „im schönen Kürten" und liebt das Bergische Land. Aber das sieht man seinen Fotos ja auch an. Mehr Infos auf seiner Website www.thomasmerkenich-fotografie.de, mehr Foto im Bildershop: https://www.pictrs.com/thomasmerkenich-fotografie

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4 Kommentare

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  1. Ich fand diese dunkelgrünen Tafeln gut.
    Die haben keinen Strom gefressen, nur Kreide.
    Außerdem konnte man mit dem Schwamm drüber gehen.

  2. Diese Sanierung zeigt, wie es gehen sollte. Zur Nachahmung empfohlen.
    Informativer Bericht. Tolle und aussagekräftige Fotos.

  3. Das Gebäude ist wirklich toll geworden.
    Ich hoffe, das NCG wird auch deutlich heller und bunter wenn es fertig ist. Allerdings habe ich meine Probleme mit dem Begriff “Schule der Zukunft”.
    Um unsere Schulen zukunftsfähig zu machen ist eine Gebäudesanierung ein guter Schritt, aber eigentlich ist das System Schule dringend revolutionsbedürftig. Man müsste Schule komplett neu erfinden.

  4. [Es schreibt der Mensch, der dieses Pseudonym seit mehreren Jahren nutzt und dessen Name der Redaktion vorliegt…]

    Danke für den tollen Bericht und die schönen Bilder! Da kommen Erinnerungen hoch. Es freut mich, dass mit den beiden Schulen den Startschuss für die notwendigen weiteren Schulsanierungen in dieser Stadt (hoffentlich) gefallen ist.