Der neue Nordtrakt von allen Seiten

Die Sanierung des NCG startet mit der Aufstellung erster Container im März. Das Kollegium hat eine neue Schule auf Basis des Lehrerraumprinzips geplant, ein vierstöckiger barrierefreier Neubau ersetzt den alten Nordtrakt. Bis zur geplanten Fertigstellung Anfang 2023 wird es eng, auch der Musikschule und der Turnerschaft werden Parkplätze fehlen. Die Kosten werden derzeit auf 25 Millionen Euro geschätzt, doch damit wird man kaum hinkommen.

Nach jahrelangen Vorplanungen kann mit der Sanierung des Nicolaus-Cusanus-Gymnasium im Jahr 2020 gestartet werden. Darüber haben Co-Dezernent Bernd Martmann, die städtischen Architektinnen Silvia Gimbel und Tanja Dieball, die externen Generalsplaner Tanja Dickert und Mattes Buskies sowie NCG-Schulleiter Sven Hees und Stellvertreter Jörg Schmitter am Donnerstag, den 13. Februar 2020, im Rahmen eines Pressegesprächs informiert.

„Wir befinden uns im Nordtrakt, der sichtlich den Anforderungen an eine moderne Schule nicht mehr entsprechen. Die Wände haben teilweise Risse, die Fenster sind nicht immer dicht und die Akustik ist schlecht“, begrüßte der Co-Dezernent die Medienvertreter.

Die Schulleiter Sven Hees und Jörg Schmitter, Co-Dezernent Bernd Martmann und die Planer Tajna Dieball, Matthes Buskies, Silvia Gimbel und Tanja Dickert.

Da für März 2020 die ersten Vorarbeiten zur Aufstellung der Container geplant sind, wurden die konkreten Umbau- und Sanierungspläne sowie die Lage der Containerklassen vorgestellt und erläutert.

„Die Schulen im Stadtgebiet sind alle relativ alt, viele rund 50 Jahre, daher gibt es viel Sanierungsbedarf“, erklärte Bernd Martmann, der sowohl für den Bereich Schule als auch den Immobilienbetrieb in der Stadtverwaltung zuständig ist. „Umso mehr freue ich mich, dass nach jahrelanger Planung nun die Umsetzung erfolgen kann.“

Bernd Martmann resümierte zu Beginn des Pressegesprächs die Genese der Sanierungspläne: „Vor acht Jahren wurde diskutiert, ob die Schule zum Schulzentrum Im Kleefeld umziehen könnte. Es gab – wie wir heute wissen zu Recht – heftigen Widerstand, aber die Kostenschätzung damals lag vollkommen falsch.

7,5 Millionen rechnete die Schulgemeinschaft als Sanierungskosten vor, die städtische Machbarkeitsstudie kam auf 12,5 Millionen Euro, tatsächlich sanieren wir auf der Basis von 25 Millionen Euro.“ Der Leiter des Immobilienbetriebs äußerte schon jetzt seine Befürchtung, dass es schwierig sei – angesichts der vollen Auftragsbücher in der Bauwirtschaft – diesen Rahmen zu halten.

Das Nicolaus-Cusanus-Gymnasium aus den 1960er Jahren hat die bauliche und pädagogische Modernisierung dringend nötig. Da die naturwissenschaftlichen Räume im Mitteltrakt schon vor einiger Zeit saniert wurden, hat sich der Schulträger aus wirtschaftlichen Gründen gegen einen Komplettneubau entschieden.

Schulleiter Sven Hees und sein Stellvertreter Jörg Schmitter erläuterten ihre Sicht zum Sanierungsstart. „Es ist gut, dass es losgeht. Wir haben die letzten Jahre gemeinsam mit dem Lehrerkollegium, den externen Generalplanern und der Hochbauabteilung gut genutzt, um ein Konzept für die Interimsschule und das neue Gebäude zu planen.“

Start mit sechs Containerklassen

Die Verwaltungsbüros, das Lehrerzimmer sowie insgesamt elf Schulklassen werden in Container ausgelagert. Tanja Dickert und Mattes Buskies von agn rhein-main stellten die einzelnen Schritte vor.

„Als erstes bauen wir neben dem heutigen Oberstufentrakt die ersten sechs Containerklassen“, beschreiben die externen Generalplaner. Die Modulbauten kommen von der Flüchtlingsunterkunft in Paffrath sowie vom Parkplatz ab Stadion und werden im April und Mai aufgebaut.

„Diese sechs Klassen reichen, um den Nordtrakt leerzuziehen“, betonte agn-Geschäftsführerin Tanja Dickert. Da die Abiturienten dann keinen Unterricht mehr haben und im Südtrakt bereits weitere Klassen gebaut wurden, können alle Schülerinnen und Schüler beschult werden.

Abriss in den Sommerferien

Im Nordtrakt beginnen parallel die Entkernungsarbeiten, damit in den Sommerferien der Abriss durchgeführt werden kann. Hier wird dann der Neubau entstehen, in dem in vier Geschossen die neuen, barrierefreien Klassenräume und weitere Aufenthaltsräume beheimatet sein werden.

„Flure und Treppen sind aktuell versetzt, das neue Gebäude erhält vier Ebenen, die mit einem Aufzug erreichbar sind“, erläuterte Mattes Buskies als Projektverantwortlicher. „Die Klassenräume sind auf beiden Seiten der Flure, damit können wir den Raum gut nutzen“, ergänzte Silvia Gimbel.

„Geplant ist, die Schule vom Klassenraum- zum Lehrerraumprinzip umzugestalten“, blickten das Schulleitungsteam Hees und Schmitter nach vorne. Dies bedeutet, dass jede Lehrperson immer im selben Raum den Unterricht durchführt und die Schülerinnen und Schüler jeweils die Räume wechseln. „Das Lehrerkollegium hatte sich dafür ausgesprochen“, so Sven Hees.

Auf dem gesamten Gelände werden Container aufgestellt

Weitere elf Containerklassen sowie die Verwaltungs- und Sanitärräume entstehen auf dem Schulgelände. Während der Bauarbeiten wird es eng: Freiflächen stehen ringsherum nur sehr begrenzt zur Verfügung, so dass Baustelle und Baulogistik gemeinsam auf dem Schulgelände abgewickelt werden müssen.

Die restlichen Raumzellen kommen aus Lückerath, wo die Flüchtlingsunterkunft abgebaut wird. Für die Interimsgebäude müssen Parkplatzflächen der Schule weichen. „Wir wissen, dass durch die Bauarbeiten Parkplatznot für die Musikschule und für die am Langemarckweg ansässigen Sportvereine kommen kann“, beschreibt Architektin Silvia Gimbel die möglichen Probleme für das Umfeld der Schule.

Einschränkungen für Anwohner und Musikschule

Die Anwohner des Gymnasiums müssen außer mit dem unvermeidlichen Baulärm auch mit Parkplatzeinschränkungen rechnen, insbesondere wenn Anlieferungen von Baumaterialien stattfinden. Die betroffenen Bürgerinnen und Bürger werden um Verständnis gebeten.

Eltern und Schüler sind ebenfalls gefragt, Disziplin zu üben: „Taxi Mama“ sollte für die Zeit der Umbauten ausfallen, um die Verkehrssituation in den Morgenstunden nicht noch stärker zu strapazieren. Sollte sich ein dringender Bedarf herausstellen, können alternativ Elterntaxi-Haltezonen in fußläufiger Entfernung zur Schule markiert werden.

Einladung zur Infoveranstaltung

„Der Umbau eines solch großen und ausgedehnten Schulgebäudes stellt alle Beteiligten vor große Herausforderungen“, erklärte Bernd Martmann. „Umso schöner, wenn am Schluss der Sanierung ein topmodernes Haus seine Schüler mit neuester Technik, bedarfsgerechten Räumen und neugestalteten, erheblich vergrößerten Freiflächen empfangen kann.“

Anwohnerschaft, die Schulgemeinschaft sowie Interessierte aus der Bürgerschaft sind eingeladen, an der Infoveranstaltung am Mittwoch, dem 26. Februar 2020, ab 17.30 Uhr teilzunehmen. Sie findet in der Aula des NCG, Reuterstraße 51, 51465 Bergisch Gladbach statt.

Weitere Informationen können voraussichtlich ab März 2020 auf den Internet-Seiten der Stadt und auf der Homepage des NCG abgerufen werden:

Weitere Beiträge zum Thema:

Stadt hält an Zeitplan für NCG-Umbau fest

Am NCG ist die Zeit der Kommissare vorbei

Sanierung des NCG wird konkreter – und teurer

Das kann weg: NCG bekommt ein neues Gebäude

Urbach will NCG und OHS bis 2018 sanieren

„2. Gesamtschule kommt – NCG und Kleefeld bleiben“

Pressestelle Stadt BGL

Hier werden offizielle Pressemitteilungen der Stadtverwaltung veröffentlicht. Sie geben nicht die Meinung des unabhängigen Bürgerportals iGL wieder.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.