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Der Bergisch Gladbacher Männerchor hat die Corona-Zeit für ein digitales Projekt genutzt: Unter Leitung von Rolf Pohl tragen mehr als 30 Sänger der Heimatklänge Nussbaum den neuseeländischen Seemannshit „Wellerman“ vor. In einer ganz eigenen, unterhaltsamen Fassung. Eine junge Videoproduzentin hat die mehr als 50 Aufnahmen zu einem bemerkenswerten Musikvideo verarbeitet.

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Der Chorgesang gehört zu den in Coronazeiten gefährlichsten Hobbies. Konzerte oder Proben können aktuell nicht stattfinden. Wie kann man im Lockdown die Mitglieder eines Chores bei Laune halten und das Publikum begeistern?

Das hat sich die Heimatklänge Nußbaum um ihren Chorleiter Rolf Pohle gefragt. Der sechsfache Meisterchor hat ein Videoprojekt aufgesetzt. Mit dem Wellerman Song wurde ein Seemannslied einstudiert, das sinnbildlich für die Quarantänezeit steht. Das fertige Video wurde jetzt auf der Chorwebsite online gestellt und über die Sozialen Medien verbreitet. Über 30 Sänger haben sich an dem Projekt beteiligt. 

Nathan Evans macht „Wellermann“ zum Welthit

Die Essex war ein amerikanisches Segelschiff auf Walfang. Im Jahr 1820 ist es nach dem Angriff eines Pottwals gesunken. Die tragische Geschichte der Essex gilt als die historische Vorlage für den Roman Moby Dick von Herman Melville und damit wohl auch für den Wellerman Song, einem neuseeländischen Seemannslied.

Nathan Evans machte das Lied in diesem Jahr zu einem Welthit. Seine Interpretation hat es bis auf Rang eins in den britischen Charts geschafft. Und mit dem Song hat er Menschen inspiriert, über Social Media oder Konferenzplattformen gemeinsam Lieder mit Chorklang einzustudieren, so auch die Heimatklänge Nußbaum. 

Chorproben auf Zoom

Seit gut acht Monaten können sich die fast 55 Sänger des Bergisch Gladbacher Männerchors nicht mehr persönlich zu Proben oder Konzerten treffen. Die Konferenzplattform Zoom bietet immerhin eine Möglichkeit sich regelmäßig online zu sehen.

An jedem Montagabend wird unter der Anleitung des Dirigenten Rolf Pohle an einem Projektlied gearbeitet. Die Liedzettel für den Wellerman Song wurden schon im Februar verteilt.

„Wellerman“ weckt die Kreativität

„Wie Nathan Evans den Wellerman Song präsentiert, hat uns begeistert“, meint Chorleiter Rolf Pohle. „Ich habe dem Chor die Idee des gemeinsamen Projekts vorgestellt, und wir wollten das sofort machen.“

Pohle hat dafür die Töne jeder Stimmlage separat eingesungen und aufgenommen. Die erfahrenen Sänger konnten mit dem darin vorgegebenen Takt ihren persönlichen Wellerman Song einstudieren und mit dem Smartphone ein individuelles Video erstellen.

„Auch die älteren Sänger haben begeistert und mit größter Kreativität mitgemacht“, meint Pohle. So zeigen die Aufnahmen Sänger, die im Takt Holz hacken oder rudern. Andere singen in typischer Seemannskleidung oder als Piraten.

Aufwendige Produktion

Die Tonspur hat Rolf Pohle mit einem speziellen Computerprogramm synchronisiert. Die etwa 50 Videos wurden von Sänger-Nichte Melissa Mayerhöfer zusammengeschnitten und über die Tonspur gelegt. Die 22-jährige schließt aktuell ihre Ausbildung zur Mediengestalterin für Bild und Ton bei der Kölner Firma Weitwinkelmedia ab. 

Das dreiminütige Video des Wellerman Songs ist über die Website, über Youtube und Facebook abrufbar. „Gut, dass wir uns auf diese Weise wieder unserem Publikum präsentieren können“, meint der 1.  Vorsitzende Karl-Heinz Setzekorn stolz. „Aber besser wäre es natürlich, wenn wir uns vielleicht schon nach dem Sommer auch wieder auf Veranstaltungen als Meisterchor zeigen können.“

Die ersten Präsenz-Termine sind schon geplant

Als Termine fest eingeplant sind das Grillfest am 22. August, das Herbstkonzert am 2. Oktober und natürlich die Weihnachtskonzerte an den ersten beiden Adventswochenenden.

Die Sänger erwarten also sehnsüchtig das Ende des Lockdowns – ähnlich wie die Walfänger als Seeleute stets auf ihr Versorgungsschiff Wellerman gewartet haben. Denn so heißt es im Refrain des Seemannsliedes: „Schon bald kommt die Wellerman und bringt Zucker, Tee und Rum.“ 

Heimatklaenge Nussbaum

Wir können alles singen: Beethoven, Wagner, Silcher, Schubert, Bläck Fööss, DJ Bobo, Folklore und Sakrales. Das Kulturgut Gesang und damit Musik im Allgemeinen den Sängern laienverständlich zu vermitteln, ist Zweck des Vereins.

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5 Kommentare

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  1. Daumen hoch: Ihr könnt was und macht gute Laune!
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