Abiball auf dem grünen Schulhof. Foto: Gymnasium Herkenrath

Der Abiturjahrgang 2021 des Gymnasiums Herkenrath hat sich in diesem Jahr für das Motto „CoronABI – mit Abstand die Besten“ entschieden. Ein Motto, das uns Schüler*innen lange in Erinnerung bleiben wird, aber trotzdem genau das widerspiegelt, was wir wirklich in dieser Corona-Zeit erreicht haben: Unser Abitur. Eine Absolventin berichtet.

Von Angelina Meurer (Abiturientin/Q2)

Aus dem vergangenen Jahr war uns bewusst, dass es wohl keinen „normalen“ Abiball geben wird, zumindest nicht in der gewohnten Form, vielmehr in Schichtsystemen und Kleingruppen und weniger mit hunderten Gästen, Freunden, Verwandten, der Familie und unseren Lehrern.

Doch Anfang Juni erreichte uns die unglaubliche Nachricht: Der Abiball kann stattfinden, mit allen Schülern, Lehrern und auch – zumindest – mit den Eltern. Eine Nachricht, mit der wohl niemand mehr gerechnet hatte. Doch auf der anderen Seite hieß das, dass nun einiges organisiert und geplant werden musste.

„Das wird wirklich ein Kraftakt, aber für diesen besonderen Jahrgang muss es eben auch einmal Sonderschichten geben“, unterstrich Romina Matthes, stellvertretende Schulleitung. So begaben wir uns als Stufe mit vereinten Kräften an eine Aufgabe, die sonst mehrere Monate in Anspruch nimmt, nun aber innerhalb von anderthalb Wochen abgearbeitet werden musste. 

Foto: Gymnasium Herkenrath

Abiball auf den grünen Schulhof

Coronabedingt musste der Abiball auf den grünen Schulhof des Gymnasiums Herkenrath ausweichen – eine Location, die seit 2012 für einen solchen Anlass nicht mehr verwendet wurde.

Während man in den gewöhnlichen Abiball-Locations von Catering bis hin zur Bühne, Beleuchtung, Beschallung mehr oder weniger alles bereitgestellt bekommt, musste nun all dies vom Abiturjahrgang selbst gefunden, organisiert und angeschafft werden.

Zu beachten war jedoch immer, dass es coronakonform sein musste. Dafür wurden aufwendige Pläne und Konzepte erstellt, die immer für verschiedene Szenarien – abhängig von Wetter, Inzidenzwerten und vielen weiteren Aspekten – ausgerichtet waren. „Corona fordert hier auch zeitlich einen Tribut, die Schülerinnen und Schüler wachsen aber mit ihren Aufgaben“, beteuerte Schulleiter Dieter Müller.

Die Stufensprecher bedanken sich bei Schulleiter Dieter Müller. Foto: Gymnasium Herkenrath

Nachdem die Zustimmung des Gesundheits- und Ordnungsamtes für diese Pläne erfolgt war, konnte nun alles rund um die schulische Location geplant werden. Der Schulhof war – nun ja – optisch nicht in einem besonders guten Zustand und es war klar, dass etwas getan werden musste.

Schulhof sauber wie nie in acht Jahren

Auf Nachfrage bei der Stadt wurde unser Schulhof von Stadtgrün und unseren Hausmeistern gereinigt und in einen Zustand gebracht, den wir seit unserer Einschulung in Herkenrath noch nie erblickten – wirklich toll, komplett sauber und für die anstehende Feier genau passend. 

Es begann die Suche nach lokalen Unternehmen und Restaurants, die kurzfristig etwas auf die Beine stellen würden. „Wir hätten nie gedacht, dass genau dieser Punkt so schwierig wird“, sagt Fynn Trojan, Stufensprecher der Q2. Auf Anfragen antworteten viele Gastrounternehmen mit den Worten: „Das ist leider zu kurzfristig“, „Für so viele Personen können wir spontan nicht kochen“.

Probleme und Rückschläge gab es somit genug, dennoch fanden wir trotzdem eine Firma, die sich um eine Bühne, um Security, um Beleuchtung und die Beschallung kümmerte, ein Restaurant und einen Cateringdienst, die uns trotz Corona helfen wollten, einen Profifotografen, verschiedene Hobbyfotografen und auch Lehrer*innen und Eltern, die uns in dieser ganzen Zeit dankenswerterweise unterstützten.

Die Blumenbeete wurden aufgehübscht, das Catering wurde coronakonform organisiert, und es wurde generell viel in und außerhalb der Schule gemeinsam gearbeitet und geschafft. 

Foto: Gymnasium Herkenrath

Abstand und Einbahnstraßen

Parallel zum Aufbau von Bühne und Technik rückten am Morgen des Abiballs die ersten Abiturienten an und kümmerten sich um die Sitzordnung, die mit Abstand angesetzte Position der Tischgruppen und um die Beschilderungen der Einbahnstraßen.

Auch hier warf Corona besondere Aufgaben auf: Ein Rückverfolgbarkeit der abendlichen Gäste musste gewährleistet werden, das Essen passend pro Tisch abgefüllt und gekühlt, ein DRK-Testzelt aufgebaut und Nachverfolgungspapiere ausgelegt werden, bis dann letztlich gegen viertel nach vier die ersten Gäste eintrudelten, der Schulhof füllte sich und schon bald startete die Veranstaltung, nach der wir uns doch alle sehr gesehnt hatten.

Es wurden Reden von unserer Schulleitung, Stufensprechern, unserer Stufenleitung, aber auch von unserem Bürgermeister Herrn Stein, der sich gleichzeitig somit ein Bild von der Lage vor Ort verschaffen konnte, gehalten. „Ihr seid unsere Zukunft“, verkündete Stein auf der Bühne, was uns den Einschnitt, der diese Feierlichkeit mit sich bringt, nochmals verdeutlichte.

Bürgermeister Frank Stein spricht zu den Schüler:innen. Foto: Gymnasium Herkenrath

Zum Ende endlich Beisammen

Jeder bekam feierlich sein Zeugnis übergeben, es gab viele lustige Momente, verschiedene Gesangseinlagen, aber auch die Big Band und das schulische Barock-Ensemble trugen zu einem fröhlichen und zugleich feierlichen Abend bei. Die Stimmung war locker und gelöst, da gleichzeitig auch immer die aktuellen Fußballergebnisse Deutschland gegen Portugal durchgegeben wurden.

Doch gerade das gemeinsame Beisammensein war es, das wir so sehr vermisst haben und so haben wir alle am Ende auf diese gemeinsame Zeit angestoßen, eine Zeit, die ebenso wie der Abiball selber, viel zu schnell vergingen. 

Dieser Abiball war vielleicht nicht so wie in den vergangenen Jahren, doch wir finden, dass es trotzdem sehr schön war und für uns alle unvergesslich bleiben wird. Wir konnten uns genau dort verabschieden, wo wir uns alle vor acht Jahren auch wirklich kennengelernt haben – nämlich nirgendwo anders als im besinnlichen Herkenrath.

Genau der richtige Ort

An diesem Abend ist uns eines nochmal klar geworden: Es muss nicht pompös sein, es muss keine riesige Halle gemietet werden, die sich häufig sogar in einer anderen Stadt befindet, denn eigentlich reicht das, was für uns wirklich alltäglich war und ist: Der Schulhof, auf dem wir viel erlebt, gelacht und manchmal auch gelernt haben.

Wir hoffen sehr, dass uns die nachfolgenden Stufen dabei folgen werden, denn eigentlich ist es doch sehr viel wichtiger, wer diesen Abiball mit uns erlebt hat – unsere Familie, unsere Freunde und unsere Lehrer und nicht, wo man es erlebt hat. Durch Corona ist einem dies noch einmal viel klarer geworden und wir alle sind sehr dankbar, dass wir diesen Abiball 2021 so erleben durften. 

Wir bedanken uns bei allen für die tatkräftige Unterstützung, für die ganze Arbeit, die ganze Zeit, die investiert wurde, um uns allen diesen tollen Abiball ermöglichen zu können. Ein Abiball, der uns allen noch lange in Erinnerung bleiben wird!

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