Über einen Meter stand das Wasser im Strundepark. Foto: Thomas Merkenich

Bei der Bewältigung der Hochwasserschäden hat eine neue Phase begonnen. Während die Aufräumarbeiten weiter gehen gibt es jetzt immer mehr Solidaritätsaktionen und Vermittlungsplattformen, gerade auch für betroffene Unternehmen. Für die Sperrmüllabfuhr gelten Sonderregeln. Wir listen alle Angebote und Anlaufstellen auf.

ASB koordiniert Anfragen & Angebote

Die Kreisverwaltung hat eine Vermittlungsbörse für Sach- und Hilfeleistungen eingerichtet und den Arbeiter-​Samariter-​Bund Regionalverband Bergisch Land e.V. (ASB) beauftragt, alle Anfragen und Angebot zu koordinieren. Zudem soll der ASB bereits bestehenden Angebote vernetzen 

Bürger:innen, die Hilfe benötigen oder die helfen möchten – ob mit Sachspenden, persönlichem Einsatz oder anderen Dienstleistungen – können sich per E-Mail an kontakt@asb-bergisch-land.de oder telefonisch unter 02202 955 6652 an die Vermittlungsbörse wenden. Der ASB bittet darum sich möglichst per E-Mail zu melden, da so die Sichtung und Vermittlung zügiger erfolgen kann. Aber auch Telefonanrufe sind willkommen. Die Vermittlungsbörse ist werktags von 9 bis 17 Uhr zu erreichen.

Spendenkonto der Stadt Bergisch Gladbach

Bereits am Freitag hatte die Bergisch Gladbacher Stadtverwaltung ein Spendenkonto eingerichtet:

Stadt Bergisch Gladbach
Kennwort: Hochwasserhilfe
IBAN DE17 3705 0299 0311 5844 77

Mailadresse für Hilfsanfragen: buergermeister@stadt-gl.de

Diese Spenden seien für Härtefälle im Privatbereich vorgesehen. Die Richtlinien, wie die Spenden verteilt werden, erarbeitet die Stadt zurzeit. Daher bittet Bürgermeister Frank Stein die Hilfesuchenden um ein wenig Geduld: „Geben Sie uns Zeit, eine gute Lösung für die Vermittlung der Gelder zu erarbeiten. Noch in dieser Woche wollen wir den Rahmen festlegen.“

Personen, Familien oder Haushalte, die in besonderem Maße unter den Auswirkungen des Hochwassers zu leiden haben und keine Möglichkeit zum finanziellen Ausgleich z.B. durch Versicherungen haben, werden gebeten, sich mit der Stadt in Verbindung zu setzen und ihre Lage zu schildern.

Sonder-Sperrmüllabfuhr

Die Hauptaktivität der Stadtverwaltung liegt nach wie vor beim Aufräumen. Der Abfallwirtschaftsbetrieb hat Absetzcontainer ausgefahren, die Anwohner mit zerstörtem Inventar füllen können. Auch die Sonderabfuhr des Abfallwirtschaftsbetriebes am Freitag, dem 23. Juli kann für die Entsorgung durchnässten Hausrats genutzt werden. Aufgrund der Menge der bereits eingegangenen E-Mails geht die Einsatzleitung davon aus, dass auch am Samstag, dem 24. Juli, noch Touren gefahren werden müssen.

Sascha Kolter, stellvertretender AWB-Leiter, appelliert an die Bevölkerung: „Bitte haben Sie Geduld, wenn Ihr Sperrmüll am Freitagabend noch vor Ihrer Tür steht, und geben Sie uns auch am Samstag Zeit, das Stadtgebiet abzufahren.“

Keine neuen regulären Sperrmüll-Termine

Die Verarbeitung der extrem hohen Mengen an Sperrmüll hat die Verwertungspartner der Stadt (BAV und AVEA) an ihre Grenzen gebracht. Daher haben diese Einrichtungen mit den Kommunen vereinbart, dass zunächst keine neuen Termine für die reguläre Sperrmüllabfuhr aus Haushalten, die nicht vom Hochwasser betroffen sind, vergeben werden sollen. Anträge gehen nicht verloren; sie werden abgearbeitet, nachdem sich die Lage wieder entspannt hat. Bereits zugesagten Sperrmüll-Abholtermine werden eingehalten.

Ein weiterer Engpass besteht bei der Weiterverarbeitung von Bauschutt und Baumischabfällen. Die Annahme dieser Abfallarten musste am städtischen Wertstoffhof ebenfalls bis auf weiteres gestoppt werden, weil die Abladeflächen an den Wertstoffhöfen von BAV und AVEA ausschließlich genutzt, um Sperrmüll aus den Flutschadensgebieten zu lagern.

RBK bietet Infos und Portal für Hilfsangebote

Die Rheinisch-Bergische Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH (RBW) hat eine Info-Seite erstellt und bietet ein Portal für Hilfsgesuche und -angebote von und für Unternehmen an. Auf ihrer Homepage unter in der Rubrik „Hochwasser“ sammelt die RBW wichtige Informationen für Unternehmen und wird über die noch vom Bund und Land zu erwartenden Hilfen berichten.

Außerdem gibt es im digitalen Netzwerk „Rhein-Berg CONNECT“ die Möglichkeit, Hilfsgesuche und -angebote kostenlos zu platzieren. Unter dem Motto „Firmen helfen Firmen“ sind dort bereits erste Angebote eingegangen. Betroffene Unternehmen können sich auch direkt an die RBW wenden.

IHK schaltet Hotline für Unternehmen

Von der Flutkatastrophe betroffene Unternehmen können die IHK Kölnunter einer zentralen Hotline erreichen. Unter 0221-1640 3333 unterstützt die IHK werktags zwischen 9 und 16 Uhr ihre Mitglieder bei allen Fragen, die sich nach den Überflutungen stellen. Unter www.ihk-koeln.de/flutinfo beantwortet die IHK online verschiedene Fragen rund um die Flutfolgen. Auf der Seite www.ihk-koeln.de/fluthilfe finden betroffene Unternehmen verschiedene Hilfsangebote aus der Wirtschaft.

Kreishandwerker unterstützen Spendenaufruf

Die Kreishandwerkerschaft Bergisches Land unterstützt den Aufruf des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) zur Spendenaktion „Handwerk hilft“:

Spendenkonto: Sparkasse KölnBonn
Empfänger: Handwerkskammer zu Köln
Stichwort: Hochwasserhilfe „Handwerk hilft“

Bäcker backen Flut-Brot

Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks und der Verband des Rheinischen Bäckerhandwerks hat die Aktion „Flut-Brot“ gestartet. Einige Bäckereien in Rhein-Berg bieten dieses Brot ab und führe pro Brot einen Euro an den Karl-Grüßer-Unterstützungsverein des Deutschen Bäckerhandwerks ab. Der sorgt für eine schnelle unbürokratische Weitergabe an betroffene Betriebe. In Bergisch Gladbach beteiligt sich die Bäckerei Lob an der Aktion.

Jobcenter bietet Hilfe an

Das Jobcenter Rhein-Berg unterstützt alle Leistungsberechtigten, die aufgrund des Un- wetters und den damit verbundenen Schäden finanzielle Hilfen benötigen. Bei Totalver- lust nach Überschwemmung oder sonstiger Zerstörung kommt eine Erstausstattung für Möbel, Hausrat und Bekleidung in Betracht. Betroffene können sich per Telefon oder per E-Mail an ihre bekannten Ansprechpartner wenden. Die aktuellen Kontaktdaten gibt es hier.

Vermittlungsplattform für Handwerker

Die Kreishandwerkerschaft hat für ihre betroffenen Innungsbetriebe eine Vermittlungsplattform angekündigt. Dort sollen Gesuche und Angebote gesammelt und kommuniziert werden. Schon jetzt können Betriebe dringende Bedarfe und Angebot per Mail melden: rehse@handwerk-direkt.de

IHK sammelt Angebote für Unternehmen

Die IHK Köln nimmt unter der Adresse www.ihk-koeln.de/fluthilfe Hilfsangebote von Unternehmen für Unternehmen entgegen. Wer den Unternehmen in Not helfen will, kann seine Angebote gerne mit dem Betreff „Hilfsangebote aus der Wirtschaft“ an service@koeln.ihk.de senden.

Gedenk-Ort für Flutopfer

Die Gemeinde St. Johann Baptist hat einen kleinen Gedenk- und Gebetsort für die Opfer der Flutkatastrophe in der Pfarrkirche am Kirchplatz in Refrath eingerichtet. Er ist in der Regel zu den Öffnungszeiten der Kirche von 8 Uhr bis 18 Uhr zu besuchen.

RheinBerg Galerie: Lebensmittel und Bekleidung

Eine ganz praktische Hilfe für die Grundversorgung bietet die RheinBerg Galerie an: Menschen, die zu sehr mit Reinigung und Wasserschöpfen beschäftigt sind, um Lebensmittel einzukaufen, will das Einkaufszentrum per Lastenfahrrad beliefern, sagt Center-Managerin Bettina Wisniewski.

Für alle Menschen, die ihr Hab und Gut verloren haben, biete die RheinBerg Galerie eine Erstausstattung an Bekleidung an, kostenlos. Hierfür stelle die RheinBerg Galerieein Sonderbudget zur Verfügung, „um den Menschen schnell und unkompliziert zu helfen“, sagt Wisniewski. 

Kontakt: Das Center Management auf Parkdeck 1 ist auch am Samstag den 17.07.2021 von 9:30 bis 18 Uhr besetzt. Oder per Telefon unter 02202 9275-20110 oder per E-Mail info@rheinberggalerie.de

Weitere Angebote willkommen

Wir gehen davon aus, dass es bald weitere Hilfsangebote geben wird. Wir nehmen weitere Angebote von Institutionen, Verbänden und Firmen gerne auf, bitte melden Sie sich bei der redaktion@in-gl.de.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir einzelne Angebote für Sachspenden hier nicht auflisten können.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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