Foto: Umweltbundesamt

Das Auto für eine Woche stehen lassen und in dieser Zeit nur mit E-Lastenrad sowie Bus und Bahn unterwegs sein: Für dieses Experiment können sich noch bis Mitte August Haushalte im Rheinisch-Bergischen Kreis bewerben.

Im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche, kurz EMW, stellen der Rheinisch-Bergische Kreis und die Stadt Bergisch Gladbach mit der Aktion „Lappen los“ zwei Haushalten in der Zeit vom 16. bis zum 22. September kostenlos jeweils ein E-Lastenrad sowie Tickets für Bus und Bahn für alle Haushaltsmitglieder zur Verfügung.

Alle Wege, die normalerweise mit dem PKW zurückgelegt werden, sollen in dieser Woche mit den genannten Verkehrsmitteln auf nachhaltige Art zurückgelegt werden. Das Auto darf dabei nicht genutzt werden. „Unser Ziel ist es, die Menschen im Rheinisch-Bergischen Kreis mit der Aktion für die Nutzung alternativer Verkehrsmittel zu sensibilisieren“, erklärt Elke Reichert, Dezernentin für Umwelt und Verkehr im Rheinisch-Bergischen Kreis. „Und wer weiß, vielleicht wird dadurch ja die Lust geweckt, öfter mal in den Bus einzusteigen oder kürzere Wege mit dem Rad zurückzulegen?“, so Elke Reichert.

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Zugleich soll die Aktion einerseits aufzeigen, welche Chancen sich durch nachhaltige Verkehrsmittel, andererseits aber auch, wo noch Ausbau- und Verbesserungspotenziale liegen. 

Tägliche Berichte zur Dokumentation 

Die Firmen colognecargo.bike sowie die Radstation stellen jeweils ihre Räder der Marken „Dolly“ sowie „.i:SY“ für die Aktion zur Verfügung. Diese können für Familien beispielsweise zur Fahrt mit Kindern, für kleine Unternehmen zum Transport von Waren oder für Privatpersonen zum Transport von Einkäufen genutzt werden – hauptsache nachhaltig mobil!

Zusätzlich erhalten die beiden Haushalte kostenlos ein kleines „Starter-Paket“ mit einer Fahrradtasche, einer Trinkflasche, Reflektorbändern und einer Fahrradklingel. 

Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass die Gewinner-Haushalte ihr privates Auto oder den Zweitwagen für die Woche stehen lassen und ihre Erfahrungen mit dem E-Lastenrad und den Wegen mit Bus und Bahn in einem kurzen täglichen Bericht schriftlich dokumentieren. Diese Berichte dienen als Grundlage für die Öffentlichkeitsarbeit des Rheinisch-Bergischen Kreises sowie der Stadt Bergisch Gladbach.

Bewerbung bis zum 15. August

Interessierte Haushalte können sich bis zum 15. August beim Rheinisch-Bergischen Kreis bewerben. In der Bewerbung sollten alle Haushaltsmitglieder vorgestellt sowie das aktuelle Mobilitätsverhalten (Anzahl Pkw/Fahrräder im Haushalt) und potentielle Wege, die mit dem kostenlos zur Verfügung gestellte E-Lastenrad und den ÖPNV-Tickets zurückgelegt werden könnten, aufgezeigt werden.

Die Bewerbung kann formlos per E-Mail standortentwicklung@rbk-online.de oder postalisch (Rheinisch-Bergischer Kreis, Amt für Mobilität, Klimaschutz und regionale Projekte; Am Rübezahlwald 7, 51469 Bergisch Gladbach) gesendet werden.

Die Europäische Mobilitätswoche

Die EMW findet jährlich vom 16. bis zum 22. September statt und ist eine Kampagne der Europäischen Kommission. Städte und Kreise in ganz Europa haben dabei die Gelegenheit, ihren Bürgerinnen und Bürgern die komplette Bandbreite nachhaltiger Mobilität vor Ort näher zu bringen.

Der Rheinisch-Bergische Kreis ist dieses Jahr zum ersten Mal mit allen acht Kommunen  dabei und bietet für Jung und Alt ein abwechslungsreiches Programm mit zahlreichen Aktionen rund um das Thema nachhaltige Mobilität. Neugierig? Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Rheinisch-Bergischen Kreises.

RBK

Rheinisch-Bergischer Kreis

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7 Kommentare

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  1. An Babsy: Ich glaube das ist der Wunsch der Vater des Gedankens. Warten wir es ab wie unsere Jugend, die im Schoße ihrer Eltern nur Wohlstand gesehen und genossen hat, auf die zu erwartenden Lebensveränderungen reagiert. Aus eigener Lebenserfahrung heraus würde ich sagen, es gibt ein böses Erwachen. Da
    fallen mir einige Zeilen ein, welches Hörbinger zum Besten gab: Die Jugend will stets mit Gewalt in allem klüger sein, doch wird man erst ein bissel alt, dann find man sich schon drein,….

  2. Sehr geehrter Herr Humbach,
    ich kann Herrn Boschen’s Aussage nur bestätigen. Viele junge Menschen kommen heute sehr gut ohne eigenes Auto aus. Manche greifen gelegentlich mal auf ein Autoteilangebot (Carsharing) zurück, andere haben noch nicht mal einen Führerschein. Und kommen glücklich und entschleunigt durch das Leben.

    Ich persönlich bin auch auch noch zu viel mit dem Auto (ein Kleinwagen mit sehr geringem Verbrauch) unterwegs. Häufig mit einem schlechten Gewissen, dass ich für kurze Strecken nicht das Fahrrad nutze oder zu Fuß gehe. Und ganz ehrlich wunder ich mich immer, wenn mir Eltern und Großeltern von ihrer Liebe zu den Kindern und Enkelkindern erzählen, dann aber mit dem Auto (gerne ein SUV mit hohem Verbrauch) aus Bequemlichkeit alle Strecken mit dem Auto machen. Dann ist in vielen Fällen doch die Faulheit größer als die Liebe zu den Nachkommen.

  3. @Günther Humbach
    Entgegen Ihres etwas klischeehaften Bildes macht die „heutige Jugend“ eigentlich eher seltener überhaupt noch den Führerschein. Und das auch nicht aus Unvermögen, sondern mehr aus fehlendem Interesse. Es gibt (vor allem im urbanen Raum) zum Glück wieder mehr Alternativen und das eigene Auto hat auch nicht mehr den persönlichen Stellenwert, den es bei der Eltern- und Großelterngeneration noch hatte. Man darf das glaube ich durchaus als positive Entwicklung betrachten die es zu fördern gilt.

  4. Eigentlich ganz nett die Aktion, jedoch würde es bei mir z.B. gar nicht in Frage kommen, da der Arbeitsort 32 km auf der anderen Rheinseite liegt.

    Das Szenario öffentliche Verkehrsmittel hab ich ebenfalls schon getestet, kommt aber nicht in Frage (Wäre dann vermutlich doch mit dem Rad schneller).

  5. An Collin Eschbach: Ich bin 1936 geboren und heute mit 85 Jahren gönn ich mir schon etwas Gemütlichkeit. Wir waren zu Hause zu fünf und hatten nur ein einziges Fahrrad ohne Gangschaltung so zu sagen nach heutigem Standard ein richtiger Drahtesel. Aber lassen wir das . Mit meinem Schrieb wollte ich nur zum Ausdruck bringen, unsere heutige Jugend welche nicht früh genug den Führerschein machen kann, wird wenn all das Eintritt was so zusammen gesponnen wird, sicherlich einen länger anhaltenden Schock erleiden.

  6. Der Verweis auf die Witterung ist immer auch ein Verweis auf die eigene Gemütlichkeit – Wenn meine Kinder zur KiTa gebracht werden, dann liegt in der Transportwanne des Lastenrads auch immer eine Regenjacke, denn eine technische Einschränkung des Fahrrads konnte ich bei unterschiedlichen Wetterverhältnissen nicht feststellen.

    In meiner Jugendzeit war es übrigens so, dass man sich zum Besuch von entfernteren Freunden in den Bus setzte, da ein eigenes Auto vom eigenen Geld hätte gezahlt werden müssen. Die Bekannten, welche mit dem alten VW Polo der Großmutter durch die Dörfer cruisten, wurden in der Findungsphase um das eigene Männlichkeitsbild eher belächelt.

  7. Eine Woche Lappen los….. Natürlich das Lastenrad mit Flaschenhalter, das kann lustig werden wenn das Wetter mitspielt, und das ist ja im September noch möglich. Um eine objektive verwertbare Bürgerbeurteilung zu bekommen würde der Test im Winter bei Regen, Schnee und Matsch Aussage kräftiger ausfallen. Das wird amüsant werden, wenn z.B. unsere Jugend in Zukunft ihre Freundinnen zum Picknick an der Agger mit dem Lastenrad abholen. Vielleicht ist meine Vorstellung ein wenig zu lustig, aber es gibt ja sonst so wenig zu lachen.