Ein besonderes Konzertereignis an einem ungewöhnlichen Ort bietet der Konzertchor Bergisch Gladbach am Samstag: in der Anlieferungshalle der RheinBerg Galerie erklingt die „Donner-Ode“ von Georg Philip Telemann. Endlich wieder darf die menschliche Stimme ertönen – und so werden der Chor, fünf SolistInnen und ein Orchester dieses fulminante Werk durch den verborgenen Teil der Galerie „donnern“.

Die kulturell so entbehrungsreiche Corona-Zeit findet einen vorläufigen Schlusspunkt mit einem musikalischen Ausrufezeichen: Telemann hat in bildhafter musikalischer Sprache die Macht der Natur, aus barocker Sichtweise die unbändige Kraft Gottes in Zerstörung und Bewahrung, in mitreißenden Klang gegossen.

Der Konzertchor Bergisch Gladbach ist ohnehin eine kulturelle Institution der Stadt – aber in diesem Falle hat er sich mit einem ganz besonderen Orchester verstärkt.

Es sind Musikerinnen und Musiker aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis (und einige Kölner Gäste, die regelmäßig die bergische Kulturszene bereichern), die Liste liest sich wie ein kulturelles „Who-is-Who“:

  • Klaus Kärcher,
  • Holger Faust-Peters (Max-Bruch-Musikschule),
  • Birgit Heydel (Sinfonieorchester Bergisch Gladbach),
  • David Hall-Johnson (Konzertmeister),
  • Norbert Brochhagen (Don Giovanni-Produktion),
  • Heidi Ehrhardt-Nocken (Musikschule Rösrath),
  • Susanne Rohland-Stahlke (Evangelische Kirchengemeinde Bergisch Gladbach),
  • Patrick Dreier,
  • Christian Wiedemann

und viele mehr lassen Blitze und Donner, scharfe Geschosse, kühlen Tau und süßen Honig, die hellen Gestirne und einstürzende Gebirge erklingen.

Klangprobe in einer riesigen, noch nie kulturell bespielten Halle. Foto: Thomas Merkenich

Die fünf Gesangsolist:innen leben in Rösrath und Köln und sind von einigen Auftritten auch in Bergisch Gladbach bekannt, auch im Rahmen des KulturKuriers des Bürgerportals:

  • Ruth Theresa Fiedler
  • Karla Bytnarova
  • Marco Antonio Rivera
  • Raphael Blume
  • Ralf Rhiel

Auch bei ihnen steht der lokale Bezug und die Freude, jetzt endlich wieder gemeinsam und für Publikum singen zu dürfen im Mittelpunkt. 

KonzertChor Bergisch Gladbach
Donner-Ode von Georg Philipp Telemann

Samstag, 25. September 2021, 18 Uhr
RheinBerg Galerie Bergisch Gladbach (Zugang vom Driescher Kreisel)

Eintritt frei. Anmeldung unter kontakt@konzertchor-gl.de erbeten!

Abschied von Tanja Heesen

Einen Tag vor der Bundestagswahl, nach Corona und der Flut im Juli zeigt die „Donner-Ode“ mehr denn je ihre Aktualität, geht es doch darum, die Natur zu besänftigen, sie ernst zu nehmen und auch den Kindern und Nachkommen diesen unermesslichen Reichtum der Schöpfung zukommen zu lassen. 

Dieses Konzert im Rahmen des Kultursommers bildet auch den Schlusspunkt für die Interimschorleiterin des Konzertchores Tanja Heesen, die den Chor in seiner Leitungsvakanz über die Coronazeit begleitet und musikalisch zusammengehalten hat.

Für Tanja Heesen stehen nun viele neue Projekte an, sehr bald „Pierrot Lunaire“ von Arnold Schönberg (2.10.2021) und die aufgeschobene Inszenierung der „Fledermaus“ im Bergischen Löwen im Mai 2022.

Der Konzertchor Bergisch Gladbach sieht mit seinem neuen Chorleiter Rodrigo Affonso einem weiteren Kapitel seiner traditionsreichen Geschichte erwartungsvoll entgegen.

Doch vorher wird es am Samstag, 18h in der Anlieferungshalle der RheinbergGalerie beherzt krachen – so wie es einer „Donner-Ode“ gebührt!

Hintergrund: Die Donner-Ode, ein selten aufgeführtes kurzes Oratorium hatte Telemann aus Anlass des schweren Erdbebens mit Tsunami in Lissabon 1755 komponiert. Solche Katastrophen haben Menschen schon oft dazu veranlasst, ihren Trost bei Gott zu suchen. Ein Lobpreis Gottes bildet dann auch den Anfang des Werkes: „Wie ist Dein Name so groß“.

Telemann nimmt immer wieder Bezug auf Naturkatastrophen, die von Gottes Hand ausgelöst wurden. „Die Stimme Gottes zerschmettert die Zedern“ lautet der Titel einer Bass-Arie, die das Beben der Stimme Gottes hörbar macht.

Der Zorn kann aber besänftigt werden, indem sich die Menschen ihm wieder zuwenden. Mit dieser Mahnung schließt der erste Teil des Stückes und mündet in den zweiten, der in einer Reihe von Arien den Herrn preist. Ruhig und würdevoll ist der Charakter dieser zweiten Hälfte. Die Hinwendung zu Gott besänftigt ihn und wendet Katastrophen von den Menschen ab. Und so endet das Stück wie es begonnen hat – mit der Ehrung „Wie ist Dein Name so groß.“

Der Kultursommer 2021 im Rheinisch-Bergischen Kreis wird im Programm Kultursommer 2021 durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) mit Mitteln aus NEUSTART KULTUR gefördert. Hier finden Sie das gesamte Programm des Kultursommers.

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