Peter Protschka, Frank Stein, Ragnar Migenda, Petra Weymans und Thomas Werner

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52 Veranstaltungen in sechs Wochen, mit sehr viel Musik, mit Literatur, Tanz und Kunst, an Dutzenden Orten in allen Stadtteilen: das bietet der Kultursommer 2021 in Bergisch Gladbach. Mehr als 100 Künstler aus der Region tragen zu dieser vom Bund geförderten Open-Air-Reihe bei und sollen das von der Pandemie geschwächte kulturelle Herz der Stadt ab heute wieder kräftig schlagen lassen.

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„Wir wollen die Kultur in unser Leben und in unsere Stadt zurückholen“, sagte Bürgermeister Frank Stein bei der Vorstellung des Programms. Die Kultur, die in der Pandemie so sehr gelitten hatte, sei „mehr als nur Genuss, sie ist ein Lebensmittel“.

Für den Neustart der Kultur hatte die Bundesregierung eine umfangreiche Förderung ausgeschrieben, und in sehr kurzer Zeit war es Petra Weymanns vom Kulturbüro der Stadt gelungen, die Kulturszene der Stadt zu mobilisieren. Innerhalb weniger Tage seien 67 konkrete Projektideen eingereicht worden, berichtet Wegmanns.

52 dieser Ideen werden vom 3. September bis zum 17. Oktober verwirklicht. 84.000 Euro vom Bund und 41.000 Euro aus eigenen Mitteln der Stadt stehen zur Verfügung und sollen zum sehr großen Teil als Gage an die Künstler:innen ausgezahlt werden.

Viele Spielstätten, nahezu ausschließlich unter freiem Himmel, wurden dafür ganz neu entdeckt – oder reaktiviert. So werden die Motte in Refrath, der Garten der Villa Zanders, der Kirchgarten der Gnadenkirche oder auch der Anlieferungsbereich der RheinBerg Galerie mit Kultur bespielt. Einige Events sind als Picknick-Konzerte angelegt; die Besucher:innen können Speisen und Getränke selbst mitbringen.

Dokumentation: Das Programmheft

Das komplette Programm liegt an den üblichen Stellen aus, zudem ist es auf der Website der Stadt abrufbar und Sie können es oben herunterladen.

Hohe Qualität, aber für die Besucher:innen kostenfrei

Ragnar Migenda, unter anderem auch Kulturdezernent, weist darauf hin, dass alle Angebote kostenfrei sind. Ein wichtiges Element, um wirklich alle Bevölkerungsgruppen zu erreichen, ergänzt Thomas Werner, der als Pfarrer der Gnadenkirche den Kirchgarten zur Verfügung stellt.

Peter Protschka, erst seit Juli Leiter der städtischen Max-Bruch-Musikschule, attestiert dem Programm eine große Bandbreite und hohe künstlerische Qualität, die über die Stadtgrenzen hinaus ausstrahlen werde. Die Musikschule gestaltet mit verschiedenen Ensembles einen ganzen Tag im Garten der Villa Zanders, Protschka tritt mit der Trompete und anderen Dozenten auch selbst auf.

Impuls für neue und nachhaltige Formate

Bürgermeister Stein und den anderen Beteiligten ist es besonders wichtig, dass es sich bei dieser Veranstaltungsreihe nicht um ein einmaliges Spektakel handelt, sondern den Impuls für neue und nachhaltige kulturelle Formate in der Stadt liefert.

Fast alle Veranstaltungen finden unter freiem Himmel und den aktuelle Corona-Maßnahmen statt. Gegen schlechtes Wetter wollen sich die Akteure zur Not mit Pavillons und Schirmen wappnen; bei einigen Terminen stehen Ausweichmöglichkeiten zum Beispiel in Kirchen oder Gemeindezentren bereit. Selbst bei einer Corona-bedingten Absage besteht für die Aufführenden Planungssicherheit – denn auch dann würden sie ein Ausfallhonorar erhalten.

Einige Höhepunkte des Programms

  • Die Max-Bruch-Musikschule bietet u.a. Gambenmusik, „Festliches Barock“, Blechbläser-Jazz, Klezmer und Samba.
  •  „Gassmann und Wingold“ eröffnen das Festival im Kirchgarten der Gnadenkirche
  • Das Literaturkonzert „Liebste Fenchel!“ erzählt auf der Seeterrasse an der Zeltkirche von den Geschwistern Mendelssohn
  • Manuel Lipstein konzertiert am Cello
  • Hypnotisch wird es bei „New Phalanx“, exotisch beim „Saxcity“ Tango Project
  • Der KonzertChor führt Telemanns „Donner-Ode“ auf, in der Ladezone der RheinBerg Galerie
  • Avantgarde zelebriert das Projekt „Pierrot Lunaire“ von Arnold Schönberg
  • Den musikalischen Schlusspunkt setzen das Duo Pascal mit ihren Beatles-Interpretationen im Park der Villa Zanders.
  • Gerd J. Pohl hat mit „Faust – Geschichte einer Höllenfahrt“ ein Stück für Erwachsene im Programm, mit „Plum sucht einen Freund“ ein Spiel für Kinder
  • Heinz D. Haun liest Tiefgründiges auf der Dachterrasse des Löwen

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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2 Kommentare

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  1. Vor allem gebührt ein sehr großer Dank Petra Weymans vom GL Kulturbüro – ich kann mich daran gut erinnern, wie sie innerhalb von buchstäblich ein paar Tagen dieses ganze Programm antragsreif bearbeitet und vorbereitet hat. Eine echte organisatorische Meisterleistung! Mit unserem musikalisch-szenischen Projekt „Pierrot Lunaire“ des weltberühmten Komponisten der Avantgarde Arnold Schoenberg werden wir auch einen Beitrag dazu leisten.