Die Akteurinnen des runden Tischs keine Gewalt an Frauen im Rheinisch-Bergischen Kreis machen auf Hilfs- und Beratungsangebote aufmerksam. Foto: RBK

Eine Aktionswoche „Keine Gewalt gegen Frauen“ macht Beratungsangebote und Hilfen bekannt, will Barrieren abbauen und fordert auf, nicht wegzuschauen. Insbesondere weist „Der runde Tisch keine Gewalt gegen Frauen“ auf seine Angebote hin und bringt Akteur:innen im Kreis zusammen, die sich für das Thema einsetzen.

Jede dritte Frau in Deutschland ist laut Dunkelfeldstudien mindestens einmal in ihrem Leben von Gewalt betroffen, jede vierte Frau erlebt Gewalt durch den aktuellen oder früheren Beziehungspartner. Um diese alarmierenden Zahlen sichtbar zu machen und auf Missstände hinzuweisen, beteiligt sich der „Runde Tisch keine Gewalt gegen Frauen im Rheinisch-Bergischen Kreis“ vom 22. bis 27. November an der landesweiten Aktionswoche gegen Gewalt an Frauen.

Die Aktionswoche wird in diesem Jahr anlässlich des 40. Jubiläums des „Internationalen Tags zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“, der am 25. November stattfindet, initiiert. „Mit unserer Teilnahme an der Aktionswoche möchten wir das Thema  in den Fokus der Öffentlichkeit rücken und betroffenen Frauen den Mut geben, sich Unterstützung zu suchen“, so Landrat Stephan Santelmann.

Weitere Ziele sind, Hilfsangebote wie das bundesweite Hilfetelefon für Frauen bekannter zu machen und alle Bürgerinnen und Bürger zu sensibilisieren, bei Problemen nicht wegzuschauen, sondern aktiv zu werden, „denn häusliche Gewalt ist keine Privatsache“, erklärt Anja Möldgen, Gleichstellungsbeauftragte des Rheinisch-Bergischen Kreises.

Aktionen zum Thema in GL

Aktionstag „Gegen Gewalt an Frauen“ wird zur Aktionswoche

Gewalt gegen Frauen ist immer noch ein gesellschaftlicghes Problem. Die Aktionswoche will das Problem vergegenwärtigen und die Beratungsangebote ins Bewusstsein rufen. Die Programmpunkte zeigen Beispiele und Möglichkeiten zur Stärkung des Selbstbewusstseins.

„Mit der Aktionswoche möchten wir Barrieren abbauen. Häusliche Gewalt findet in den eigenen vier Wänden zwischen Menschen statt, die eine enge Beziehung zueinander haben. Das macht es Betroffenen häufig besonders schwer, darüber zu sprechen und sich Hilfe zu holen.“

Die orangene Bank – ein Mahnmal gegen Gewalt an Frauen

Orange ist die Farbe der gemeinsamen Gegen-Gewalt-Kampagne von UN Women, Zonta International und den Vereinten Nationen und findet sich deshalb auch in der Aktionswoche wieder.

Vom 22. bis 25. November stellen die Akteurinnen des „Runden Tischs gegen Gewalt an Frauen“ daher in den Kommunen des Kreises orangefarbene Sitzbänke auf, um ein Mahnmal gegen Gewalt an Frauen zu setzen:

  • am 22. und 24. November wird eine Bank in Leichlingen stehen,
  • am 25. und 26. November auf dem Marktplatz in Burscheid, vom 22. bis 26. November auf dem Rathausplatz in Rösrath,
  • vom 22. bis 27. November neben dem Löwencenter und mittwochs auf dem Wochenmarkt in Bergisch Gladbach,
  • am 25. November auf dem Wochenmarkt in Overath sowie
  • vom 22. bis 24. November in Bensberg am Amtsgericht und
  • am 25. November auf dem Bensberger Wochenmarkt.

Brötchentüten und Radiospot für breite Info

Auf 200.000 Brötchentüten, die ab dem 17. November in den Filialen der Bäckerei Müller verteilt werden, wird auf Beratungsangebote für von Gewalt betroffene Frauen und Mädchen und auf die Aktivitäten des runden Tischs hingewiesen.

Ein Thementag bei Radio Berg am 27. November wird sich außerdem mit dem Thema Gewalt an Frauen und Mädchen beschäftigen. Es werden kurze Interviews mit den verschiedenen Akteurinnen des runden Tischs sowie ein Radiospot zu hören sein. Ziel dieser Aktionen ist es, auf vielen verschiedenen Wegen auf die Beratungs- und Hilfsangebote des runden Tischs und auf das bundesweite Hilfetelefon aufmerksam zu machen.

Flagge zeigen gegen Gewalt an Frauen

Seit 2001 ruft der Verein „Terre des Femmes“ in allen Regionen Deutschlands und weiteren Ländern jährlich dazu auf, am „Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen“ am 25. November die blauen Fahnen „Frei leben – ohne Gewalt“ zu hissen.

Die Flaggen sollen ein deutlich sichtbares Zeichen gegen Diskriminierung und Gewalt an Frauen und Mädchen setzen. Im Rheinisch-Bergischen Kreis sind auch in diesem Jahr alle öffentlichen kommunalen Gebäude der acht Städte und Gemeinden mit den Fahnen beflaggt.

Runder Tisch keine Gewalt an Frauen

Der „Runde Tisch keine Gewalt an Frauen im Rheinisch-Bergischen Kreis“ wurde 2003 ins Leben gerufen. Er bringt unterschiedliche Akteurinnen und Akteure zusammen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, über das Thema Gewalt an Frauen aufzuklären und die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren.

Fünf- bis sechsmal im Jahr treffen sich die Beteiligten aus dem Frauenhaus Bergisch Gladbach, den Frauenberatungsstellen, Justiz und Staatsanwaltschaft, Polizei, Opferhilfe, Jugendämtern, Kinderschutzbund und Gleichstellungsstellen.

Durch dieses Netzwerk und den Austausch werden Synergien optimal genutzt und Maßnahmen der einzelnen Organisationen – von der Prävention bis zur Begleitung und dem Schutz der Opfer – in den Kommunen kreisweit bekannt gemacht. Die Maßnahmen des runden Tischs werden vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen finanziell gefördert.

Frauen, die Hilfe benötigen, können sich neben den regionalen Beratungsstellen auch telefonisch an das Hilfetelefon, eine bundesweite professionelle Beratungshotline, unter 08000 116 016 wenden. Die Hilferufnummern sind jederzeit erreichbar.

Weitere Informationen gibt es zudem auf der Website des Rheinisch-Bergischen Kreises www.rbk-direkt.de unter dem Stichwort „Gleichstellung“. 

RBK

Rheinisch-Bergischer Kreis

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