Foto: Christopher Arlinghaus

Gewalt gegen Frauen ist immer noch ein gesellschaftliches Problem. Die Aktionswoche will das Problem vergegenwärtigen und die Beratungsangebote ins Bewusstsein rufen. Die Programmpunkte zeigen Beispiele und Möglichkeiten zur Stärkung des Selbstbewusstseins.

In Bergisch Gladbach findet vom 22. November bis 27. November 2021 zum ersten Mal eine Aktionswoche „Gegen Gewalt an Frauen“ statt. In den letzten Jahren gab es bereits um den 25. November herum einen Aktionstag zu dem Thema. Der 25. November ist der jährliche UN-Gedenk- und Aktionstag zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt jeder Form gegenüber Frauen. 

Im Cineplex-Kino in Bensberg stellten die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Judith Klaßen, und Bürgermeister Frank Stein am Dienstag, den 9. November, das Programm der Aktionswoche vor. „Nein zu Gewalt an Frauen ist das Signal der Aktionswoche“ betont Judith Klaßen die Motivation für die Kampagne.

Gewalt gegen Frauen ist ein weit verbreitetes Problem. Statistisch gesehen ist jede dritte Frau in Deutschland von sexueller Gewalt und/oder körperlicher Gewalt betroffen. Laut aktueller Daten erleben 25 Prozent aller Frauen in der Partnerschaft körperliche und/oder sexuelle Gewalt, 24 Prozent werden Opfer von Stalking, 42 Prozent erleiden psychische Gewalt. Frauen sind hierzulande nachweislich weit öfter von Gewalt betroffen als Männer.

„Wir erleben Gewalt an Frauen in allen Gesellschaftsschichten“, ergänzt Bürgermeister Frank Stein. „Es ist wichtig hinzusehen. Es ist mir wichtig und ein Herzensanliegen, das Thema in den öffentlichen Raum zu bringen und Unterstützungsangebote publik zu machen.“ Er sei daher besonders erfreut über die facettenreiche Beteiligung vieler Kooperationspartnerinnen- und -partner. „Mit den Veranstaltungen wollen wir Zeichen gegen Gewalt an Frauen und für ein selbstbestimmtes Leben setzen, über Formen der Gewalt und über die vielfältigen Schutz- und Unterstützungsmöglichkeiten informieren und Frauen gegen Gewalt stärken,“ bekräftig Judith Klaßen die Leitgedanken der Aktionswoche.

Fahnenhissen zum Start der Aktion

Die Angebote der Aktionswoche sind mit Ausnahme des Kinoabends (Ticket 7,00 €) alle kostenlos. Die Veranstaltungen in Bergisch Gladbach sind eingebettet in die gleichlautende Kampagne des Ministeriums für Heimat, Kommunales und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen. Durch deutlich sichtbare Zeichen im öffentlichen Raum wird auf die Gewalt an Frauen aufmerksam gemacht.

So beginnt die Aktionswoche am Montag, den 22. November um 10 Uhr am Rathaus und auf dem Zanders-Gelände in der Stadtmitte mit dem traditionellen Fahnenhissen durch Judith Klaßen, Frank Stein und Anna Maria Scheerer. Als weiteres sichtbares Zeichen wird abends das Rathaus in orange angestrahlt. Die Farbe Orange symbolisiert dabei eine Zukunft ohne Gewalt gegen Frauen.  

Beratungsangebote nutzen

Daneben soll mit den Aktionen einer weiteren statistischen Erkenntnis entgegengewirkt werden. Nur 20 % der Frauen, die Gewalt erfahren haben, nutzen die bestehenden Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten. Mit den Aktionen wird gezeigt, wie und wo die Betroffenen unterstützt werden.

Keine Gewalt gegen Frauen in der digitalen Welt
Am Montag, den 25.11. um 15:00 Uhr
Online Seminar mit der Rechtsanwältin Gesa Stückmann – live und interaktiv anhand von Fällen, wie Gefahren in der digitalen Welt begegnet werden kann. 

Runder Tisch gegen Gewalt an Frauen im Rheinisch Bergischen Kreis
Mittwoch, 24.11. ab 8:30 Uhr
Auf dem Wochenmarkt in der Stadtmitte stellen Organisationen und Vereine zusammen mit der Gleichstellungsbeauftragten ihre und die Arbeit des „Runden Tisches“ vor und informieren über Unterstützungs- und Beratungsmöglichkeiten.

AktenEinsicht: Geschichten von Frauen und Gewalt
Mittwoch 24.11. um 18:30 Uhr, Autorenlesung
Interessierte sind eingeladen, der digitalen Lesung von Christina Clemm zu folgen. Die Autorin liest aus ihrem Buch und nimmt die Zuhörenden mit an Tatorte und in die Gerichtssäle der Republik. Sie zeigt auf, welche Lebensgeschichten sich hinter den erschreckenden Statistiken verbergen.

Selbstbewusstsein stärken

Darüber hinaus geht es in der Aktionswoche darum, Frauen zu stärken, Lebensläufe von starken Frauen zu zeigen:

Boxtraining „Stark im Alltag“
Am Montag den, 22.11. von 18:00 bis 20:00 Uhr
in der Sporthalle 3 auf dem Gelände der Belkaw-Arena
Unter professioneller Anleitung können Frauen einen Einblick in den Boxsport erhalten.
kostenlos

Die perfekt Kandidatin
Am Dienstag, den 23.11. um 19 Uhr
Cineplex Bensberg
Der Film von Haifas Al-Mansour erzählt die Geschichte einer Frau in Saudi-Arabien, die unermüdlich für ihre Rechte kämpft. 
Eintritt: 7,00 Euro

Frauenfußball
Am Donnerstag, den 25.11, Anpfiff um 19:00 Uhr
Belkaw-Arena
Die Polizistinnen der Behördenmannschaft der Polizei Köln spielen gegen das „Woman-All-Star-Team“, einer Auswahl aus Fußballerinnen aus Bergisch Gladbach
Unter dem Slogan „#bornequal“ wird das diesjährige Jahresthema von terre des femmes zum Internationalen Gedenktag gegen Gewalt an Frauen aufgegriffen: „Die Geschlechter sind ebenbürtig – alle haben das Recht auf ein freies Leben ohne Gewalt.“
Die Einnahmen des Benefizspiels gehen an die Mädchenberatungsstelle für den Rheinisch-Bergischen Kreis.
kostenlos

Alle Veranstaltungen vor Ort finden unter Berücksichtigung der 3G-Regeln statt. Die kompletten Informationen zur Aktionswoche und zum Programm können auf der Website der Stadt  abgerufen werden. Auf der Homepage ist auch der Programm-Flyer zum Download hinterlegt.

Pressestelle Stadt BGL

Hier werden offizielle Pressemitteilungen der Stadtverwaltung veröffentlicht. Sie geben nicht die Meinung des unabhängigen Bürgerportals iGL wieder.

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1 Kommentar

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  1. Es ist ein Armutszeugnis unserer Gesellschaft, dass solche Aktionen immer noch nötig sind, die Frauen in unserer Gesellschaft immer noch vor Triebtätern geschützt werden müssen. Manche Männer verhalten sich, wenn bei ihnen der Notstand ausbricht, wie Tiere oder sie, oft alkoholisiert, Frauen für Freiwild halten. Andere glauben, sich das mit Gewalt holen zu können, was ihnen einvernehmlich verwehrt bleibt. Ich bin der Meinung, dass ein „NEIN“ jeden Mann von weiteren Avancen und darüber Hinausgehendes abhalten muss. Und wenn der Trieb bei manchen Männern ihr Gehirn ausschaltet, sollte Ihnen, auf welche Art auch immer, diese Triebhaftigkeit abhanden kommen. Was mögen solche Ttäter fühlen und spüren , wenn sie in eine umgekehrte Situation geraten würden? Ich glaube, dann wären sie zu großen Teilen geheilt.

    Diese völlig inakzeptablen Sitiationen für Frauen bis hin zur Vergewaltigung sind aber auch ein gesellschaftliches Problem, weil die Mitmenschen lieber wegsehen als sich zu kümmern. Jeder – vor allem Männer – sollte sich mal vorstellen, wie eklig sich Betatschen anfühlen muss, wie viel schlimmer dann weitergehende, üblere Vergehen sind. Und vor allem ist die Dunkelziffer der sexuell motivierten Taten sehr hoch, weil sich die Frauen schämen, etwas zur Anzeige zu bringen in der Sorge, einer immer noch vor allem von Männern verbreiteten Meinung zum Opfer zu fallen: Die legen es ja drauf an, die haben die Kerle bestimmt angemacht. Pfui Deibel!