Manfred Habrunner, Geschäftsführer der Bädergesellschaft und Bürgermeister Frank Stein im frisch renovierten Hans-Zanders-Bad. Bis am Mohnweg wieder ein Schwimmbad genutzt werden kann, vergehen noch wenigstens drei Jahre. Foto: Archiv

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Eigentlich sollte das marode Schwimmbad in Refrath Anfang nächsten Jahres abgerissen und rasch neu gebaut werden – denn es wird von Schulen und Vereinen dringend benötigt. Doch nun teilt die städtische Bädergesellschaft mit, dass sich der Baubeginn noch einmal deutlich verzögert.

Statt Anfang 2022 könne man erst 2024 mit dem Neubau beginnen, hatte Manfred Habrunner, Geschäftsführer der Bädergesellschaft, Mitte November bei einer Aufsichtsratssitzung der Stadtverwaltung mitgeteilt. Mit einer Fertigstellung könne daher erst Ende 2025 gerechnet werden.

Diesen neues Sachstand machte Fachbereichsleiter Detleff Rockenberg am Mittwochabend im Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport öffentlich. Hintergrund der (erneuten Verzögerung) seien die internen Planungsprozesse der Bädergesellschaft.

Die Frage von Felix Bertenrath vom Stadtsportbund, ob es da nicht möglich sei, das seit Anfang der Corona-Pandemie stillgelegte Bad nun doch wieder bis zum Baubeginn in Betrieb zu nehmen, beantwortete Rockenberg mit einem klaren Nein. Das Bad sei so marode, dass dafür eine teure Sanierung nötig wäre.

Auch sei es aus Kostengründen ausgeschlossen, das alte RTB-Bad wieder in Gang zu bringen. Hier wären Investitionskosten in Millionenhöhe notwendig. Der Ausschuss nahm diese Informationen ohne weitere Debatte zur Kenntnis.

Fertigstellung gegen Ende 2025

Hintergrund der Entwicklung ist auch, dass der Stadtrat beschlossen hatte, parallel zum Neubau des Schwimmbads auch die benachbarte Turnhalle am Mohnweg durch die Bädergesellschaft bauen zu lassen. Zudem hatte sich der Stadtrat für die größere 25-Meter-Variante der Schwimmbahnen entschieden.

Daher, das berichtet Geschäftsführer Habrunner in einer Mitteilung der Stadt, musste zunächst einmal ein externe Unternehmen eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung durchführen. Um zu klären, ob man die Planung und den Bau von Bad und Turnhalle tatsächlich als ein Projekt ausschreiben kann. Zudem seien weitere Beratungen zur Fertigungsweise erforderlich gewesen.

Daher, so das Fazit der Bädergesellschaft „ist selbst der zwischenzeitlich avisierte Baubeginn zu Jahresbeginn 2022 nicht mehr einzuhalten. Ein aktualisierter Zeitplan sieht nach aktuellem Kenntnisstand nach europaweiter Ausschreibung einen Baubeginn für Anfang 2024 und die Fertigstellung gegen Ende 2025 vor.“

Die betroffenen Schulen und Schwimmvereine, so die Stadtverwaltung, seien inzwischen mit Bahnenzeiten in anderen Bädern zum Teil versorgt worden.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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5 Kommentare

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  1. Leider ist die Planung wie so oft in Bergisch Gladbach desaströs. Warum habe ich so etwas von Beginn an befürchtet? Seit einem Jahr bekomme ich auf meine Anfragen die Auskunft, dass alles im Zeitplan liegt und im Kölner Stadtanzeiger wird über eine Neueröffnung im Jahr 2022 berichtet.
    Wenn man besser geplant hätte wäre es kein Problem gewesen die jetzige Schwimmhalle noch einige Jahre weiter zu betreiben und einen möglichst wenig schmerzhaften Übergang hin zu bekommen.
    Ja, wir haben Ersatzzeiten bekommen; 7 Stunden sonntags. Dies ist ein wirklicher Notbetrieb und für alle Beteiligten nicht lange tragbar und jetzt noch 4 Jahre lang – ein absolutes Unding!

  2. Wäre das nicht ein guter Zeitpunkt, um über einen anderen Standort nachzudenken?

    Neben Paffrath würde doch der Platz des Flüchtlingheims in Lückerath gut passen.

    Gute ÖPNV Anbindung und auch gut für Moitzfelder und Herkenrather zu erreichen.
    Warum legt man es in einen Rand-Stadtteil anstatt zentral einen Ort zu suchen, der die östlichen Teile Bergisch Gladbachs bedient?

  3. Es ist wirklich unfassbar, aber typisch für die Stadt Bergisch Gladbach; sie kommt einfach nichts auf die Kette. Seit Jahren heißt es, dass das Schwimmbad zeitnah abgerissen wird und es passiert: nichts! Auf Nachfragen bei der Stadt kann einem seit zwei Jahren niemand sagen, wann und wie es losgeht. So viele Schwimmer konnten fast ein Jahr nicht schwimmen gehen, weil die Schlafmützen der Stadt keine Alternative organisieren konnten. Dass es angeblich (mit jahrelanger Verzögerung) angeblich 2025 fertig wird, glaube ich im Leben nicht. Es ist wirklich ein Wunder, dass der führende Schwimmleiter des Bades da noch mitmacht! Es ist einfach nur eine Schande. Erinnert irgendwie an den Bau des Flughafens ins Berlin…

  4. Wer soll das Schwimmbad in 2 Jahren bauen?
    Es gibt aktuell kaum freie Kapazitäten im Baugewerbe und Olaf Scholz will pro Jahr 400.000 neue Wohnungen bauen. Könnte schwierig werden, da viele Betriebe im Bauhauptgewerbe für die nächsten 12-18 Monate ausgelastet sind. Ausserdem, wo sollen die zusätzlichen Handwerker herkommen? Die Firmen finden jetzt schon keine Mitarbeiter. Dazu kommt, dass sich laufende Aufträge verzögern oder zurückgestellt werden müssen, weil einigen Gewerken einfach Baumaterial fehlt.