Der Kältebus des Platte e.V. kümmert sich um die Versorgung von Bedürftigen. Foto: H. Crump

Das Netzwerk Wohnungsnot RheinBerg verzeichnet steigende Zahlen bei seinen Beratungsgesprächen. Eine Ursache sei sie Corona-Pandemie, die zunächst für Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit führt – und sich dann beim Thema Wohnen niederschlage sowie auf die Psyche wirke. Dann sei professionelle Hilfe wichtig.

Im Jahr 2021 haben sich 753 von Wohnungslosigkeit bedrohte und wohnungslose Männer und Frauen an die Hilfen gewandt. Ein Jahr zuvor waren es noch 696 Hilfesuchende. Das geht aus dem Jahresbericht hervor, den das Netzwerk Wohnungsnot RheinBerg in Trägerschaft der Caritas RheinBerg und der Diakonie Köln und Region nun vorlegte.

Eine Überraschung sei das nicht, sagt dessen Leiterin Judith Becker. Die Corona-Pandemie sorge für mehr Wohnungsnot. Kurzarbeit, Jobverlust, Haushalte, die dadurch weniger Geld zur Verfügung haben – die Pandemie habe für manche weitreichende Folgen, so Becker weiter. Früher oder später schlage sich das auch bei dem Thema Wohnen nieder.

Werde es hier schwierig, sei das Netzwerk Wohnungsnot RheinBerg die richtige Adresse. 

Bei mehr als der Hälfte der Rat- und Hilfesuchenden war 2021 die Unterkunftssituation ungesichert. Die Betroffenen waren in kommunalen Obdächern untergekommen, hielten sich in provisorischen Unterkünften wie Bauwagen oder Gartenlauben auf, schliefen im Auto oder standen auf der Straße.

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(K)ein Dach über dem Kopf

In der Pandemie ist oft die Rede von Home Office, von Ausgangssperre. „Bleiben Sie zuhause“ so der Rat, um sich vor Corona zu schützen. Für einige Menschen in der Stadt klingt das wie Hohn. Sie haben kein Zuhause, schlafen auf der Straße oder sind akut von Wohnungsnot betroffen. Das ist auch ohne Pandemie schon dramatisch…

Hinzu kam die Gruppe derjenigen in prekären Mitwohnsituationen, die vorübergehend bei Familienangehörigen oder Freunden/ Bekannten untergekommen waren. Die Mehrzahl war arbeitslos und bezog Transferleistungen. 70 Prozent erhielten beispielsweise Arbeitslosengeld II (Harz 4).

Diese Situation drücke auf die Psyche. „Viele Hilfesuchende fühlen sich am Rande unserer Gesellschaft und ausgegrenzt vom normalen Leben. Sie erleben Einsamkeit, Armut, Krankheit, Kälte und Resignation“, so Becker. 

Frühzeitig professionelle Hilfe holen

Umso wichtiger sei es, sich professionelle Hilfe zu holen. Das Team des Netzwerk Wohnungsnot RheinBerg berät und unterstützt Betroffene bei Problemen, zeigt neue Perspektiven auf, hilft Wohnungsnot zu überwinden, den sozialen Abstieg zu stoppen und Befindlichkeit und Lebensqualität zu verbessern.

Es bietet dazu ein breites Spektrum an Hilfen von Fachberatung über Betreutes Wohnen und Tagesaufenthalt bis hin zur Erprobungs- und Integrationsmaßnahme RADWERK. 

Becker empfiehlt allen von Wohnungslosigkeit bedrohten und wohnungslosen Menschen im Rheinisch-Bergischen Kreis, sich frühzeitig bei der Hilfsstelle zu melden. Vermieter, die aktuell kostengünstigen Wohnraum vermieten wollen, können ebenfalls gerne Kontakt zum Hilfeangebot aufnehmen.

Erreichbar sind die Hilfen unter der Telefonnummern 02202 – 31 097 und im Südkreis (Overath und Rösrath) zusätzlich unter 0151 – 29 10 20 58 sowie kreisweit unter der Mailadresse newo-rheinberg@dw-cv.de.

Der Jahresbericht steht unter www.caritas-rheinberg.de und www.diakonie-koeln.de zum Download bereit.

Hintergrund: Die Träger

Der Caritasverband für den Rheinisch-Bergischen Kreis e.V. ist Träger von rund 35 Diensten und Einrichtungen rund um ambulante Pflege, Senioren-, Familien-, Kinder- und Jugendhilfe, Hilfe für Menschen in schwierigen Lebenssituationen oder mit Behinderung sowie von Beratungsdiensten. Er betreibt neun Kindertagesstätten.

Mit rund 500 Mitarbeitenden gehört er zu den großen Arbeitgebern im Rheinisch-Bergischen Kreis. Hinzu kommen rund 360 ehrenamtlich engagierte Menschen. 

Das Diakonische Werk Köln und Region gGmbH bietet als örtlicher Wohlfahrtsverband den Kirchengemeinden des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region Beratung und Begleitung bei sozial-diakonischen Aufgaben an und vertritt die Interessen der diakonischen Träger und Verbände gegenüber den Kommunen im Rhein-Erft-Kreis, im Rheinisch-Bergischen Kreis und gegenüber der Stadt Köln. Im Diakonischen Werk Köln und Region gGmbH engagieren sich fast 300 Mitarbeitende hauptamtlich und mehr als 200 ehrenamtlich.

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Caritas RheinBerg

Unter dem Motto "Caritas RheinBerg – Der Mensch zählt" ist der Caritasverband für den Rheinisch-Bergischen Kreis e.V. heute wie vor 50 Jahren bestrebt, seinen Auftrag als Sozialdienst der katholischen Kirche, als Verband der freien Wohlfahrtspflege und als Mitgliederverband zu erfüllen.

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