Das Team von „einfach gemeinsam“.

Zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen macht der Verein „einfach gemeinsam“ gleich zweimal mobil: Mit einer Demonstration an diesem Donnerstag und einer prominent besetzten Open-Air-Debatte am Samstag. An beiden Tagen geht es um die Gefahren durch den Radverkehr in der Fußgängerzone.

Zum 30. Mal finden rund um den 5. Mai bundesweit Aktionen zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen statt, mit Podiumsdiskussionen, Informationsgesprächen, Demonstrationen und anderen Aktionen. So auch in Bergisch Gladbach.

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Dabei geht es darum, die Kluft zwischen dem im Grundgesetz verankerten Anspruch der Gleichberechtigung für alle Menschen und der Lebenswirklichkeit Stück für Stück zu überwinden. Bei dieser Gelegenheit setzen sich die Vertreter:innen der Behindertenhilfe und -selbsthilfe gemeinsam für Fortschritte auf politischer und gesellschaftlicher Ebene ein. Darüber hinaus gelingt es aber auch, immer mehr Bürger:innen dafür zu gewinnen, sich für die Rechte von Menschen mit Behinderung zu engagieren und den Forderungen nach einer Gesellschaft für alle Menschen Nachdruck zu verleihen.                          

Das diesjährige Thema ist „Tempo machen für Inklusion – barrierefrei zum Ziel“.

Unzählige Menschen in Verbänden und Organisationen leisten wichtige Arbeit in der Behindertenhilfe und -selbsthilfe, so auch der Verein „einfach gemeinsam”. Der 2019 gegründete inklusive Verein setzt sich für die Belange von Menschen mit Behinde­rung und  chronisch Erkrankten im Rheinisch Bergischen Kreis und in Bergisch Gladbach ein.

Gefahren in der Fußgängerzone

Bereits vor einigen Jahren wurde durch die Stadt Bergisch Gladbach die Fußgängerzone in der Zeitzone zwischen 17 Uhr und 11 Uhr zur Nutzung auch für Fahrradfahrer:innen freigegeben. In der Praxis ereigneten sich leider eine Vielzahl von Zwischenfällen, die zeigen, dass die Nutzung durch den gemischten Verkehr von Fußgänger:innen und Fahrradfahrer:innen zu vielen Schwierigkeiten mit hohem Unfallrisiko führt.

Dies gilt nicht nur, aber insbesondere, für Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Zur Verdeutlichung ein Beispiel: Eine Person, die sowohl in ihrem Hör- als auch in ihrem Sehvermögen eingeschränkt ist, nutzt die gut gefüllte Fußgängerzone zu Fuß.

Dass hinter ihr eine radfahrende Person ist, die durch heftiges Klingeln auf sich aufmerksam zu machen versucht, bemerkt sie nicht. Der Unmut bei der radfahrenden Person, die die Mobilitätseinschränkungen nicht unbedingt erkennen kann oder muss, birgt erhebliches Konfliktpotenzial.

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Anders sehen + verstehen: Der Klingel sei Dank

Viele Blinde bewegen sich mit dem Langstock relativ sicher in der Öffentlichkeit. Allerdings sind sie auf die Rücksicht ihrer Mitmenschen angewiesen. Eine besondere Rolle spielen die Radfahrer, berichtet die Autorin. Und erklärt, warum sie sich über lautes Klingeln freut.

Besonders erschwert wird diese grundlegende Problematik dadurch, dass – so wie es eine Vielzahl von Gesprächen gezeigt hat – die grundsätzliche Rücksichtnahme auf Fußgänger im Allgemeinen bei einer Vielzahl der Radfahrer:innen in der Fußgängerzone oft eher gering zu sein scheint.

Mit dieser Demonstration, zu der „einfach gemeinsam e.V.” aufruft, soll sowohl auf die gefährliche Situationen zwischen Radfahrenden und Fußgänger:innen in der Fußgängerzone im Allgemeinen, als auch auf die Gefahren und Schwierigkeiten für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen im Besonderen, aufmerksam gemacht werden.

So soll sowohl bei den Nutzer:innen der Fußgängerzone als auch bei Politik und Verwaltung ein grundsätzliches Problembewusstsein geschaffen werden, ins Gespräch zu finden und Lösungen zu erarbeiten. Es soll an gegenseitige Rücksichtnahme und Verständnis für einander erinnert werden, um die sichere Nutzung der Fußgängerzone für alle sicherzustellen.

Demonstration auf der Umweltspur

Menschen mit Behinderung, Senioren und Interessierte werden am Donnerstag, 5. Mai 2022 um 15.30 Uhr den für Fahrradfahrer angelegten Radweg (Gohrsmühle) mit und ohne Hilfsmittel vom Trotzenburg Platz bis zum Driescher Kreuz begehen und anschließend durch die Fußgängerzone wieder zum Ausgangspunkt zurückgehen. Treffpunkt ist der Trotzenburgplatz an der Post.

Auch am Samstag beteiligt sich „einfach gemeinsam e.V.” mit einer Protest-Aktion am  Europäischen Protest­tages im Rahmen einer polizeilich erlaubten Demonstration, von 10 bis 14 Uhr auf dem Trotzenburgplatz.

Mit Bürgermeister Frank Stein, Beigeordneten Ragnar Migenda sowie Verantwortlichen aus der städtischen Politik, Kandidaten der Landtagswahl und Betroffenen findet eine Podiumsdiskussion zum Thema „Fußgängerzone / Fahrradweg” statt.

Hierdurch möchten „einfach gemeinsam e.V.” auf die Gefahren aufmerksam machen und sowohl bei den Nutzern der Fußgängerzone als auch bei Politik und Verwaltung ein grundsätzliches Problembewusstsein schaffen. Im Gespräch sollen Lösungen gefunden werden, die an gegenseitige Rücksichtnahme und ein Verständnis füreinander appellieren, um somit die sichere Nutzung der Fußgängerzone für alle zu erreichen.   

Musikalische Darbietungen  

  • MVE Musikverein Einigkeit Olpe                             
  • Bläserklasse der Grundschule Kürten Olpe      
  • Bergische Ohrwürmer                                                                                 
  • Musik „einfach gemeinsam” ( zwei blinde Musiker)

Das Einsatzfahrzeug des ASB ist während der Veranstaltung zu besichtigen. Fabema stellt seine neue barrierefreie Ampelanlage für blinde Menschen vor.  

ist ein Verein, der sich an Menschen ohne und mit Behinderung aller Art sowie mit chronischen Erkrankungen richtet. Gleichzeitig sieht er sich als Anlaufstelle, um die Arbeiter vieler Initiativen und Selbsthilfegruppe zu vernetzen.

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