An der Gohrsmühle entstand eine weitere Umweltspur, nur für Busse und Fahrräder. Foto: Thomas Merkenich

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Um eine Lücke im Radwegenetz zu schließen hat die Stadtverwaltung zwischen Turbokreisel und Driescher Kreisel eine der zwei Fahrspuren für Radfahrer und Busse markiert. Sie fällt für die Autos weg, was vor dem Driescher Kreuz zu Engpässen führen kann. Das nimmt die Stadtspitze in Kauf, denn bei der Verkehrswende gehe es auch darum, den Anteil von Rad, Fuß und ÖPNV zu erhöhen.

Am Mittwoch begannen die Markierungsarbeiten für die neue Umweltspur entlang der Gohrsmühle, die diejenige auf der anderen Straßenseite entlang des Zanders-Gelände spiegelt. Ab sofort haben Radfahrer ab dem Turbokreisel die Wahl, ob sie den alten Hochbord-Radweg oder die Umweltspur auf der Straße nutzen.

Diese Spur endet kurz vor dem Driescher Kreuz, damit für Autofahrer die Rechtsabbieger-Spur in die Stationsstraße weiterhin nutzen können. Dennoch könnte es auf diesem Teilstück, ab der Kreuzung zur Poststraße, künftig zu Rückstaus kommen.

Foto: Thomas Merkenich

Bürgermeister Frank Stein und die Beigeordneten Harald Flügge und Ragnar Migenda erläuterten vor Ort Sinn und Zweck dieser Maßnahme. Stein wies daraufhin, dass damit ein Baustein aus dem 2017 mit großer Mehrheit verabschiedeten Mobilitätskonzept (MobiK) umgesetzt werde.

Die (noch relativ) neue Stadtführung setze jetzt die Bausteine aus dem Konzept um, die schnell machbar sind, ergänzte Migenda. Damit werde, mitten in der Stadt, auch ein Signal gegeben, dass es die Stadt ernst meine mit der Verkehrswende.

Frank Stein, Harald Flügge, Ragnar Migenda. Foto: Thomas Merkenich

Ziel ist es, den Autoverkehr ein kleines Stück weit zurück zu drängen, um denjenigen mehr Platz zu geben, die mit dem Rad, zu Fuß oder mit dem Bus unterwegs sind.

Hintergrund: Der ADFC hatte für besonders gefährliche Kreuzungen im Stadtgebiet vorgeschlagen, dort die Radwege rot zu markieren. Bei 22 Kreuzungen soll das nun schnell umgesetzt werden.

„Die Autofahrer sollen nicht verdrängt werden, aber sie müssen sich mit den anderen Verkehrsteilnehmern arrangieren“, sagte der Beigeordnete. Die neue Umweltspur sei aber keine symbolische Maßnahme, sondern bringe den Radfahrern spürbare Verbesserungen.

Stein, der wie Flügge und Migenda häufig mit dem Rad in der Stadt unterwegs ist, konkretisiert das: In einem Straßenabschnitt, der von vielen unübersichtlichen Ausfahrten geprägt ist, steige das Sicherheitsgefühl auf der eigenen Umweltspur erheblich. Zudem würden Konflikte zwischen Radfahrer:innen und Fußgänger:innen, die sich bislang einen Weg teilten, entschärft.

Die neu markierte Spur sei „eine Klarstellung für die Radfahrer“ ergänzt Harald Flügge, wo sie sicher fahren können. Das Radwegenetz der Stadt leide nicht nur an Platzproblemen, sondern auch an klaren und eindeutigen Markierungen.

Stein räumte ein, mit Blick auf die vorerst gestoppten Radstreifen auf der Buddestraße, dass sich die Verwaltung dabei in einem Prozess des „Versuchs und Irrtums“ befindet. Bei der neuen Umweltspur sei er sich aber sehr sicher, dass sie ein Erfolg werde – weil es an dieser Stelle gar keine Ausweichstrecken, sondern ausreichend Platz für den Autoverkehr gebe.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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15 Kommentare

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  1. @ Bernd Schmeier – es dürfte sich eher um einen (wenn wegen der Sinnlosigkeit der Maßnahme misslungenen) PR Auftritt des Herrn Stein handeln. Hauptsache präsent sein und beim Koalitionspartner lieb Kind machen. Fehlt nur noch Schippe und Pinsel in der Hand und Helm auf`m Kopp.

  2. Klingt alles ganz super und lobenswert. Jetzt muss man den Radfahrern nur noch beibringen, diese Spur auch zu benutzen. Und nicht wie üblich den Radweg rechts liegen zu lassen und im Berufsverkehr doch lieber auf der Straße zu fahren.

  3. Die 200m sind ein Witz zumal ein markierter Fahrradweg da ist. Was für ein aufgeblasenes Getue darum. Finde ich nicht überzeugend. B. S.

  4. Sternförmig angelegte Fahrradstraßen vom Zentrum in die Peripherie…davon träume ich schon seit Jahren. Auch, wenn wir davon noch weit entfernt sind – ich als täglich Radfahrende weiß sehr wohl, wo ich wie zu fahren habe. Trotz der mangelhaften (Fahrrad) Infrastruktur. Veränderungen erfolgen prozesshaft und eher in kleinen Schritten, weniger in einer großen, alles vollendenden Aktion. Das Geschrei ist groß, wenn dem Autoverkehr ein wenig von dem weggenommen wird, was ihm niemals gehört hat. Der Verkehrsraum ist für alle da, ob Ihr wollt oder nicht – gewöhnt euch dran, dass das Auto nicht der Alleinherrscher auf unseren Straßen und Wegen ist.

  5. Solange es nicht eine durchgehende Fahrradstraße, von Bensberg nach Schildgen oder Herrenstrunde nach Refrath eingerichtet wird, sollten sich unsere lieben Politiker mit dieser Symbolpolitik zurückhalten.

    Es versteht doch kein Mensch mehr, ob Autofahrer oder Radfahrer, wann er wo zu fahren hat. Eventuell sollten sich die verantwortlichen mal in einen Bus setzen und in die Niederlande fahren und sich dort abschauen, wie es geht.

  6. „Stein räumte ein…..dass sich die Verwaltung dabei in einem Prozess des „Versuchs und Irrtums“ befindet.“. Leider überwiegt letzteres bei Ihnen, Herr Stein. Beispiel Laurentiusstraße, die nun für Radfahrer in Gegenrichtung freigegeben wurde. Jetzt wird der Radfahrer durch den Schutzstreifen gezwungen, auf einer teilweise massiv beschädigten Fahrbahndecke zu fahren. Höhe Nr. 77a befinden sich tiefe und scharfe Aufbrüche mitten in dieser Spur, d.h. hohe Sturzgefahr. Es fehlt ein Vorfahrt Achten Schild für die Radfahrer aus Richtung Odenthaler Straße kommend, weil die Radfahrer gegenüber den Kraftfahrern aus der Hornstraße wartepflichtig sind (Rechts vor Links). Der jetzt markierte Schutzstreifen suggeriert den Radfahrern sie hätten Vorfahrt, sollte auch geändert werden. An den anderen Einmündungen der Lauerentiusstraße gibt es entsprechende Vorfahrtsbeschilderungen, hier nicht. Was für ein Murks von Ihnen und Ihren Verkehrs- und Ordnungsamtmitarbeitern, Herr Stein.

  7. @ Dieter Richter: Besser kann man es nicht sagen!

    Die Leserbriefe im KSTA sind im Übrigen – bezugnehmend auf Radverkehr – so einseitig und häufig unreflektiert, dass es wehtut.

    Der neue Radstreifen mag zweifelsfrei kleine Verbesserungen bringen – nun sollte aber sicherlich die Sanierung der bestehenden Struktur Priorität haben. Die Laurentiusstraße ist z.B. vom Belag her an einigen Stellen (Schlaglöcher) unfahrbar für den Radverkehr. Die Liste lässt sich beliebig weiterführen.

  8. Herr Havermann hat völlig recht, die Meinung von Realisten zu diesem Thema ist heute im KSTA nachzulesen.

  9. @Richter:
    Wen meinen Sie mit „Und dass Minderheiten sich heutzutage für die Mehrheit halten, nur weil sie viel Getöse machen, kennen wir zunehmend von anderen Veranstaltungen. Wer sich davon beeindrucken lässt, ist selber schuld.“

    – Fridays for Future
    – ADFC
    – DUH
    – Extinction Rebellion
    – Atomkraftgegner
    oder gar Jusos/Grüne Jugend?

  10. Die Befürworter der Einschränkungen für den KFZ-verkehr vernachlässigen die vielen Autofahrer, die auf das Auto angewiesen sind, sei es, weil sie mit lffentlichen Verkehrsmitteln nur in unzumutbaren Zeiten zur Arbeit kommen oder sei es, dass sie bei Dunkelheit schlicht Angst haben, den ÖVP zu nutzen. Ich musste (ich bin stark gehbehindert) gestern nachmittags um 4 mit dem Auto nach Hause fahren, es war mehr als furchtbar. Jede weitere Beeinträchtigung treibt das Chaos weiter auf die Spitze. Es genügt nicht, auf das Fahrrad oder den ÖVP zu verweisen, für viele ist die Autofahrt nicht vermeidbar, jedenfalls nicht unter den derzeitigen Bedingungen.
    Ich finde, die derzeitigen Massnahmen in der Stadt (freundlich Imweltmassnahmen genannt) für die Mehrheit der am Strassenverkehr beteiligten unzumutbar.

  11. #Rolf Havermann.
    Dass es zu einem Aufschrei kommt von Bürgern, die noch immer nicht kapiert haben, was die Klimauhr geschlagen hat, war zu erwarten. Und dass Minderheiten sich heutzutage für die Mehrheit halten, nur weil sie viel Getöse machen, kennen wir zunehmend von anderen Veranstaltungen. Wer sich davon beeindrucken lässt, ist selber schuld.
    Nun müssen erst einmal die Fehler der Vergangenheit aufgearbeitet werden, bevor es zur Umsetzung neuer Konzepte kommt. Schulterklopfen und Schönheitspreise sind in dieser Phase nicht zu erwarten. Bei der Erledigung wichtiger Sachaufgaben gilt es nicht – wie wir alle ja wissen -, es „irgend jemanden recht zu machen“, sondern die dringenden Aufgaben, die anstehen, mit einem hohen Maß an Verantwortung zu erfüllen. Dafür kann die viel zitierte Mehrheit der Bürger doch wirklich dankbar sein. Oder etwa nicht?

  12. da bin ich heute morgen im Dunkeln über die neue Radspur gesaust ohne es zu merken. Tsss. Soviel zu Farbeimer-Änderungen im Straßenverkehr.
    Nun ja, der ausgesparte Fahrradstreifen (weil nicht vorhanden auf dem Hochboard) hinter der Kreuzung „Zander“ bleibt also wieder die Strasse den Autofahrern vorbehalten. Es ist zum Weinen.
    Freuen wir uns auf die noch ausstehende erste bauliche Änderung (also bauliche Abtennung von Radweg zum Autoweg) in GL für Radfahrer.

  13. „Lücke“ bedeutet doch eigentlich, dass etwas fehlt in einer Reihe, die vor und hinter dieser „Lücke“ bereits Bestand hat. Was aber führt zu diesen 400 m „Lückenschluss“ hin, was führt weg? Gibt es irgendeine Fahrrad-Führung in den Kreiseln oder auf den zu diesen hin- oder wegführenden Straßen? Wenn die Stadtführung meint, dass die Präsenz des Bürgermeisters und beider Beigeordneter bei der „Einrichtung“ Überzeugungen hervorrufen soll, dann scheint mir das ein Trugschluss zu sein. Die Leserbriefe im Bergischen Teil des KSTA, ausschließlich gegen den Fahrradphanatismus gerichtet, zeugen von der tatsächlichen Meinung der Bevölkerung.

  14. Ich finde es gut, dass mehr für Radfahrer gemacht wird. Ich selber fahre am liebsten mit dem Fahrrad in die Stadt. Das geht meistens schneller als mit dem Auto.
    Aber noch besser als weitere Radstreifen, fände ich tatsächlich an vielen Stellen besseren Fahrbahnbelag noch wichtiger. Viele Straßen in Bergisch Gladbach sind eine Zumutung und mit dem Rad ist man von dem Flickenteppich auf der Straße noch mehr betroffen als im Auto.

    Trotzdem ein Lob an die Stadt, dass sie bemüht sind es Stück für Stück besser zu gestalten :)