707 unserer Leserinnen und Leser zahlen freiwillig einen monatlichen Beitrag, um die Arbeit der Redaktion zu unterstützen. Damit ermöglichen sie es uns unter anderem, mit Holger Crump einen Kulturreporter zu beschäftigen, der die Kunst- und Kulturszene in Bergisch Gladbach immer wieder in aufwendigen Beiträgen vorstellt, ergänzt durch Fotos von Thomas Merkenich.

Sie sind noch nicht dabei? Unterstützen Sie uns mit einem freiwilligen Abo!

Konzentrierte Arbeit und geballte Freude herrschen während der vier Aufführungen der „Fledermaus“ hinter den Kulissen. Hier ein schneller Kostümwechsel, da ein neues Bühnenbild. Fast 100 Leute haben seit Monaten daran gearbeitet, dass das Stück reibungslos über die Bühne geht.

Unser Fotograf Thomas Merkenich hat die Produktion von den ersten Proben über die Generalprobe bis zur emotionalen letzten Zugabe im Bergischen Löwen begleitet – und nimmt Sie mit hinter den Vorhang und in den Orchestergraben.

Die heiligen Hallen: die Garderobe

Vor den Auftritten brummen die Garderoben der Künstlerinnen und Künstler vor Betriebsamkeit. Einige Darsteller:innen nutzen den Moment, um sich einzusingen oder sich auf ihren Einsatz zu konzentrieren. Andere vertreiben sich die Zeit mit einem kurzen Pläuschchen. An den Schminkplätzen werden Kajal und Lippenstift aufgetragen, die Haare frisiert.

Dabei ist die Stimmung in der Garderobe der Tänzerinnen und Tänzer auf dem Höhepunkt. Hier liegt Partylaune in der Luft und man spürt regelrecht, wie viel Lust alle haben, gleich rauszugehen und die Bühne zu „rocken“.

Sie können jedes Bild mit einem Klick groß stellen und sich dann durch die Galerie bewegen. Dafür lohnt es sich, die Fotos auf einem großen Bildschirm anzuschauen. Wenn Sie ihr Handy dafür benutzen empfiehlt sich das Querformat.


Warten auf den Auftritt

Die beiden Seitengänge neben der Bühne sind dunkel und werden nur von ein paar Notleuchten und vom Licht, das durch die schweren Vorhänge von der Bühne strahlt, beleuchtet.

Während sie auf ihre Auftritte warten, haben die Künstlerinnen und Künstler hier noch einmal die Möglichkeit, durchzuatmen, ein letztes Mal die Kostüme zu überprüfen – oder ein Tänzchen aufs Parkett zu legen.


Während es draußen läuft …

Hält es kaum jemanden in der Garderobe. Die ganze Entourage wirkt wie eine große Familie. Selbst bei der vierten Aufführung fiebern alle mit, schauen durch den Vorhang auf die Bühne, lachen und bejubeln die besonderen Szenen.

„Da war einfach eine coole Stimmung im Team“, wird Tanja Heesen später im Gespräch mit Holger Crump zurückblicken, „fast wie auf einer Klassenfahrt“.


In der Pause

Kaum ist der Vorhang unten, wird es spannend. Das Publikum verlässt für eine Weile den Saal und die Bühne gleicht einem Ameisenhaufen. Ein Techniker ruft „Auf Seite!“, während er eine große Lichttrasse herunterfährt.

Auf der anderen Seite wird das alte Bühnenbild hochgezogen und die neue Szenerie kommt zum Vorschein. Waren wir gerade noch in einem rauschenden Ballsaal, finden wir uns wenige Augenblicke später im Gefängnis wieder.

Zu hören sind jetzt nur noch das Geklapper von Requisiten und Anweisungen aus Funkgeräten. Ein Tyrannosaurus Rex braucht noch schnell frische Batterien für das aufblasbare Kostüm. Die Darsteller eilen herbei und stürzen an ihren Platz – Vorhang Auf!


Das Orchester

In den „Graben“ zwischen Bühne und Publikum gelangt man durch einen langen Gang im Keller. Gerade begleitet das Orchester Rosalinde ruhig durch den zweiten Akt, als plötzlich die Bewegungen des Dirigenten größer und fordernder werden.

„Eins“, „zwei“, „drei“, „vier“, „fünf“, „sechs“. Jetzt treiben die Musikerinnen und Musiker den ganzen Saal mit Dynamik und Wucht zum finalen Höhepunkt des zweiten Satzes. Gänsehaut pur!

 „Operette ist leichte Muse, aber nicht leicht zu spielen“, wird Dirigent Roman Salyutov später im Gespräch mit Holger Crump erläutern. Durch die hohen Sprechanteile galt es, das Orchester fokussiert und konzentriert zu halten. Zudem habe man in Agogik (Tempiwechsel) und Dynamik den Vorgaben der Solist:innen folgen müssen.

Eine Operette war auch für das Sinfonieorchester GL Premiere. „Wir haben immer wieder verschiedene Optionen geübt: Was geschieht, wenn ein Solist auf einem hohen Ton verweilt. Was machen wir, wenn eine Solistin eine Kadenz einbaut,“ erklärt Salyutov.


Der letzte Applaus

Rosalinde, nur der Champagner war an allem schuld.“ Das Stück endet frenetisch und man spürt das Adrenalin aller Beteiligten förmlich. Überall liegen Luftballons, es donnert Applaus – auch für die Techniker und alle anderen (siehe unten), die mitgewirkt haben.


Der Vorhang ist gefallen

Nachdem sich der Vorhang zum allerletzten Mal gesenkt hat, scheint allen klar zu werden, dass es nun vorbei ist. An vier Abenden haben sie den Bergischen Löwen zum brodeln gebracht. In den Gesichtern liest man Freude, Stolz und ein wenig Wehmut. Es laufen auch einige Tränchen.

Schnell werden noch ein paar Erinnerungsfotos gemacht, ehe man sich zum Feiern zurückzieht. Maaht et jot, bes demnächst…


Rezension, Bilanz und Ausblick

Mit dem, was vor dem Vorhang zu sehen war, hat sich Holger Crump in seiner Rezension beschäftigt, zudem hat er gemeinsam mit Tanja Heesen und Roman Salyutov eine erste Bilanz gezogen und einen Blick auf weitere Auftritte und Produktionen geworfen:

Nach dem Kraftakt: Fledermaus-Team blickt nach vorne

Riesiger Applaus beim Publikum und eine schwarze Null: Das ist das Resümee von Tanja Heesen und Roman Salyutov der Operette „Die Fledermaus“, die sie mit großem Team vier Mal im Bergischen Löwen gezeigt haben. Die beiden wollen jetzt nachhaltige Strukturen aufbauen, für weitere Musiktheater-Produktionen. Dafür wünschen sie sich eine breitere und flexiblere Unterstützung – und auch der öffentlichen Hand.

Die Fledermaus hebt ab: Operette bringt „Karneval für die Augen“

Großes Musiktheater im Bergischen Löwen: Gut vier Jahre nach „Don Giovanni“ kommt „Die Fledermaus“, wiederum produziert und aufgeführt von Bergisch Gladbacher Künstlern und Gästen. Regie führt Tanja Heesen, die jetzt einige Details der Inszenierung verrät. Ihre Fledermaus wird nicht modern und karg sondern prunkvoll, überbordend und sinnlich. Noch sind Restkarten erhältlich.


Dokumentation

An der Produktion der „Fledermaus“ des Musiktheaters Rhein-Berg waren auf und hinter der Bühne fast 100 Personen beteiligt.

Leitungsteam Musiktheater Rhein-Berg

Musikalische Leitung: Roman Salyutov
Regie/Chorleitung: Tanja Heesen
Choreographie: Yvonne Fuchs
Korrepititor: Norbert Brochhagen 
Bühnenbild: Gisela Werner, Philipp Henneke
Kostüme: Renate Lehmenkühler
Assistenz: Brigitte Brons, Heide Heesen

Solist:innen

Gabriel von Eisenstein, Rentier: Michael Sablotny
Rosalinde, seine Frau: Madeline Caine
Frank, Gefängnisdirektor: Andreas Drescher
Prinz Orlofsky: Karla Bytnarova
Frosch: Thomas Cüpper
Alfred, der Gesangslehrer: Marco Antonio Riviera
Dr. Falke, Notar: Andreas Elias Post / Lars Conrad
Dr. Blind, Advokat: Lars Conrad / Andreas Elias Post
Adele, Rosalindes Kammerjungfer: Ronja Weyhenmeyer
Ida, Adeles Schwester: Silke Weisheit

Chor

Rheinischer Motettenchor

Sopran:
Brigitte Völzke
Doris Rehlen-Badura
Rosi Kupke
Gudrun Dahmann

Alt:
Barbara „Babsi“ Becker
Heide Heesen
Britta Djemour
Lise Becker
Sofie Bodemann

Tenor:
Gisela Werner
Ortrun Haupt
Karla Sommer

Bass:
Bernd Becker
Manfred Becker
Karlheinz Kupke

Projektchor Fledermaus Bergisch Gladbach:

Sopran:
Andrea „Heidi“ Weigt
Kim Morales
Karina Kübitz
Kerstin Mally
Monika „Moni“ Ungerer
Sofia Rocha Reuver
Renate Beisenherz-Galas
Elgin Hennecke

Alt:
Gabriele „Gabi“ Berger
Susanne Dierschke

Bass:
Hein Haun

Tanzkompanie

Isabelle Bützler
Michael Fankhauser
Yvonne Fuchs
Pauline Hahn
Paula Hörig
Christina Kofer
Sabrina Letzner
Gina Meier
Pia Möbus
Eileen Neumann
Doris Reiff
Benjamin Schäfer
Janina Sempell
Annika Stolle

Kulissen

Jürgen Heesen
Philipp Hennecke
Gisela Werner
Kim Morales 
Michael Berger
Lea und Diego Berger
Brigitte Brons
Heide Heesen
Lilo Eder
Gabriele „Gaby“ Berger
Jürgen Brons
Bernd Becker

Kostüme

Renate Lehmenkühler

Ausstattung und Transporthilfe

Markus Hetzenegger (Edeka)
Matthias Werner (Gartenbau MW)

Fotografie, Licht, Technik

Ivan Toscanelli

Das Team des Bürgerhaus Bergischer Löwe

Volkmar Müller, Bühnenmeister
Marcel Teitscheid, Bühnenlicht
Jonas Ollefs, Hausmeister
Gerrit Cürten
Norbert Pfennings

Haustechnikerteam Gymnasium Herkenrath

Herr Andes
Herr Lemancyk
Herr Brass
Herr Schilling (Raumplanung)

Schulleitung der Otto-Hahn-Realschule

Felix Bertenrath

image_pdfPDFimage_printDrucken

Thomas Merkenich

ist der Fotograf des Bürgerportals. Mittlerweile wohnt er „im schönen Kürten" und liebt das Bergische Land. Aber das sieht man seinen Fotos ja auch an. Mehr Infos auf seiner Website www.thomasmerkenich-fotografie.de, mehr Foto im Bildershop: https://www.pictrs.com/thomasmerkenich-fotografie

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

2 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Fledermaus war einfach suuuuuper, die Stimmen der Frauen toll, die Aufführung spritzig. Die Bühnenbilder sehr passend. von Eisenstein etwas schwache Stimme aber ein toller Schauspieler.

    Mit einem Satz: Ich war begeistert, ein sehr schöner Abend.