Thomas Cüpper alias „Et Klimpermännche“ entert nun auch die Operettenbühne, Foto: Holger Crump

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Thomas Cüpper ist als „Et Klimpermännche“ eine feste Größe im traditionellen Karneval. In der bergischen Operette „Die Fledermaus“, die Ende Mai im Bergischen Löwen zu sehen ist, gibt er nun den Frosch. Die Besetzung der Rolle mit humoresken, lokalen Charakteren ist eine Tradition. Cüpper, so viel ist klar, wird dem Frosch eine ganz eigene Prägung mit viel Lokalkolorit verleihen.

„Natürlich kenne ich die Fledermaus, an Sylvester sieht man das Werk ja regelmäßig“, sagt Cüpper. Er sitzt in seinem Haus und blättert vergnügt in der Partitur der Operette. „Die Musik spricht für sich, die Handlung ist gleichwohl komplex!“

Irgendwann im vergangenen Jahr habe man ihn angerufen. Ob er nicht den Frosch in der Fledermaus geben wolle.

Operette? Damit hatte er bislang noch nichts zu tun. Er ist „Et Klimpermännche“. Und damit als Solist im Kölner Karneval unterwegs. Musikalisch ausgebildet, aber eher bei Ostermann statt bei Stockhausen zuhause.

Foto: Holger Crump

Frosch sorgt für Lacher

Der Frosch, das ist der Gefängniswärter in der Operette „Die Fledermaus“. Und obwohl es eine reine Sprechrolle ist, ist die Figur ungemein bekannt und populär. „Der Frosch sorgt für humoreske Akzente, redet viel mit sich selbst, fast im Stile eines Hans Moser. Und stellt lokale Bezüge her“, erzählt Cüpper.

Das garantiere in der Regel einige Lacher im ansonsten doch eher komplexen Libretto.

Es ist Tradition, den Frosch mit lokalen Charakterköpfen zu besetzen. Hans Moser hat ihn gegeben, aber auch Kabarettist Jochen Busse. Und nun Thomas Cüpper.

Die Besetzung mit einem waschechten Karnevalisten macht auch inhaltlich Sinn. „Die Ballszene beim Prinzen mit all den Kostümen und Verkleidungen trägt Züge von Karneval. Und auch das Verwechslungsspiel der Protagonisten mit ihren falschen Namen und Masken – das ist doch Fastelovend par excellence!“, freut sich Cüpper.

De kölsche Höppekrad

An Cüpper als Frosch geht kein Weg vorbei: „Ech mache de kölsche Höppekrad“, amüsiert er sich. Und gibt damit die Richtung vor, wie er die Rolle interpretieren will.

Höppekrad – das ist Kölscher Dialekt für: Eben – Frosch!

Wie er die Rolle im Detail anlegen werde, das wisse er heute selbst noch nicht. Cüpper wird zum Schluss der Produktion in die Proben integriert. Er müsse sich zunächst einmal die Inszenierung und das Bühnenbild anschauen. Man lasse ihm aber alle Freiheiten, den Charakter individuell zu prägen, meint er.

„Die Fledermaus“

Operette in drei Aufzügen von Johann Strauß
26. bis 29. Mai 2022, jeweils 18 Uhr, zwei Pausen
Bürgerhaus Bergischer Löwe
Karten im Vorverkauf an der Theaterkasse (28,70 bis 45,20 Euro)

Musikalische Leitung: Roman Salyutov
Regie/Chorleitung: Tanja Heesen
Choreographie: Yvonne Fuchs
Korrepititor: Norbert Brochhagen 

Besetzung
Gabriel von Eisenstein, Rentier: Michael Sablotny
Rosalinde, seine Frau: Madeline Caine
Frank, Gefängnisdirektor: Andreas Drescher
Prinz Orlofsky: Karla Bytnarova
Frosch: Thomas Cüpper
Alfred, der Gesangslehrer: Marco Antonio Riviera
Dr. Falke, Notar: Andreas Elias Post / Lars Conrad
Dr. Blind, Advokat: Volker Spiekermann
Adele, Rosalindes Kammerjungfer: Ronja Weyhenmeyer
Ida, Adeles Schwester: Silke Weisheit

Der Champagner ist schuld

Klar, es solle bei ihm lustig zugehen. Kommentare zu lokalen Begebenheiten werde er sich kaum verkneifen. Fünfzehn Minuten hat der Frosch in der Operette – da passt einiges an Seitenhieben hinein.

Vielleicht gibt er den Frosch ja im Gewand des Klimpermännchens. Mit Bibi (der Melone) oder Kreissäge (dem Strohhut) auf dem Kopf.

Und vielleicht wird er den Frosch auch musikalisch anlegen? Mit Quetschebüggel (Akkordeon)? Vielleicht mit einer Ostermann-Einlage? Vielleicht. Am Schluss ist eh der Champagner schuld.




Holger Crump

ist Reporter und Kulturkorrespondent des Bürgerportals.

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