Karla Bytnarova spielt und singt Prinz Orlofsky, unser Autor Heinz-D. Haun hinter ihr rechts. Foto: Thomas Merkenich

Die bergische Inszenierung der Operette „Die Fledermaus“ wird nicht nur für die Zuschauer:innen ein besonderes kulturelles Ereignis, sondern auch für sehr viele Kulturschaffende aus der Region – die mit auf der Bühne stehen. Heinz-D. Haun berichtet, wie viel Spaß bereits die Proben machen.

Es ist schon ein besonderes Highlight für jemanden persönlich, wenn man beim mutmaßlich kulturellen Highlight des Jahres in Bergisch Gladbach dabei darf, um die „Fledermaus“, das Highlight der Wiener Operettenkultur, auf die Bühne zu bringen. Der Autor darf sich glücklich schätzen, dass das für ihn zutrifft.

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Tanja Heesen hat mich eingeladen, im Chor als einer der wenigen Männer an dieser ganzen Highlighterei beteiligt zu sein. Und ich muss sagen, wir steuern nicht nur auf ein Hochglanz-Erlebnis zu, auch „unterwegs“ bei den Proben könnte die Atmosphäre kaum besser sein.

Die Walzer- und Champagner-Seligkeit dieser Operette berauscht einfach, hebt die Laune auch dann, wenn’s bei wiederholten Proben-Dacapos zeitweise anstrengend ist.

Ich wache morgens mit Fledermaus-Melodien auf, singe sie beim Spaziergehen, Kochen, Bügeln und schlafe abends geradewegs im Dreivierteltakt ein. Das Singen macht mir unglaublich Spaß. (Einmal hörte ich mich ausrufen: Ich singe nie wieder was Anderes als Operette…!)

Gelegentlich, wenn wir im Chor bei einem der Gassenhauer auf ein Fortissimo zusteuern – und das Orchester ebenfalls die volle Dröhnung gibt -, laufe ich Gefahr, dass mir vor lauter Ergriffenheit die Stimme wegbleibt. – Rückenschauer! Himmlisch!

Sie können jedes Foto mit einem Klick großstellen. Fotos: Thomas Merkenich

In den Osterferien probten wir an sechs Tagen intensiv im Gymnasium Herkenrath – zeitweise gemeinsam mit den Solistinnen und Solisten, den Tänzerinnen und Tänzern, gelegentlich parallel zum oder mit dem Orchester, während auf Boden und Tischen Bühnenprospekte gemalt und Requisiten gestaltet und im Nebenraum Kostüme genäht wurden – eine knalldichte kreative Atmosphäre, wie ich sie lange nicht mehr erlebt habe.

„Die Fledermaus“
Operette in drei Aufzügen von Johann Strauß
26. bis 29. Mai 2022, jeweils 18 Uhr, zwei Pausen
Bürgerhaus Bergischer Löwe
Karten im Vorverkauf an der Theaterkasse (28,70 bis 45,20 Euro)

Musikalische Leitung: Roman Salyutov
Regie/Chorleitung: Tanja Heesen
Choreographie: Yvonne Fuchs
Korrepititor: Norbert Brochhagen 

Besetzung
Gabriel von Eisenstein, Rentier: Michael Sablotny
Rosalinde, seine Frau: Madeline Caine
Frank, Gefängnisdirektor: Andreas Drescher
Prinz Orlofsky: Karla Bytnarova
Frosch: Thomas Küpper
Alfred, der Gesangslehrer: Marco Antonio Riviera
Dr. Falke, Notar: Andreas Elias Post / Lars Conrad
Dr. Blind, Advokat: Volker Spiekermann
Adele, Rosalindes Kammerjungfer: Ronja Weyhenmeyer
Ida, Adeles Schwester: Silke Weisheit

Das Powerteam mit Norbert Brochhagen, Yvonne Fuchs, Tanja Heesen und Roman Salyutov steuert uns mit viel Begeisterungsfähigkeit und in stets guter Stimmung nun in die Endphase des Projekts und auf die Momente zu, da auch das Bergisch Gladbacher Publikum sich berauschen darf. Welch eine Freude! – Wir sehen uns zum Nachglühen beim Britzelwasser…

Heinz-D. Haun

ist Theatermacher und Theaterpädagoge.

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1 Kommentar

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  1. Großartig, Herr Haun, man spürt die Walzer- und Champagnerseligkeit dieser Operette förmlich durch Ihre Zeilen! Ich glaube, ich muss mein Verhältnis zu Fledermäusen überdenken. Viel Spaß bei den weiteren Proben.