Sabine Lorentz (li) und Monika Gippert leiten die Stadtbücherei. Foto: Holger Crump

Die Stadtbücherei beschränkt ihr Angebot längst nicht mehr auf die Ausleihe von Büchern. Stetig kommen digitale Dienste dazu: Von E-Books über anspruchsvolle Kino-Filme bis zu Online-Nachschlagewerken und Sprachkursen. Alles das ist im Mitgliedsbeitrag inbegriffen. Am bundesweiten Digitaltag wird die Bücherei über ihr Angebot vor Ort informieren. Wir geben schon jetzt einen Überblick.

„Mit Corona kam der Schub bei unseren digitalen Angeboten“, erklärt Monika Gippert. Sie leitet gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Sabine Lorenz die Bergisch Gladbacher Stadtbücherei. Mit ihren drei Standorten im Forum an der Hauptstraße, in Bensberg und in Paffrath.

Zwar habe man schon vor der Pandemie mit der Bergischen Onleihe begonnen und E-Books verliehen. Aber in der Pandemie sei die digitale Auswahl nochmals deutlich gewachsen. Und all dies ist, das machen Gippert und Lorenz immer wieder deutlich, im Mitgliedsbeitrag bereits enthalten.

21 Euro zahlen Erwachsene für zwölf Monate, Kinder bis 17 Jahre nutzen die Dienste kostenlos. Für 21 Euro – da bekommt man noch nicht einmal drei Monate Netflix im Basistarif.

Die Online-Medien der Stadtbibliothek Bergisch Gladbach
Bergische Onleihe: E-Books, E-Audio, E-Magazines, E-Learning
Filmfriend: Filme und Serien zum Streamen
Rosetta Stone: Online Sprachkurse für 30 Sprachen
Tigerbooks: Kinderbuch-App mit 6.000 Titeln
Duden Basiswissen für Schüler:innen
Munzinger: Biografien, Länderinfos
Brockhaus: Enzyklopädie
Bildungsportal NRW: Bildstelle für Lehrer:innen
Deutsche Digitale Bibliothek: Texte, Archivalien, Tondokumente, Fotografien, Handschriften von Kultureinrichtungen aus ganz Deutschland

Für Zugriff und Nutzung ist in der Regel ein Konto bei der Stadtbücherei erforderlich

E-Books, Filme, Sprachen

Rund 20.000 E-Books, E-Magazines und Kurse für digitales Lernen stehen in der Bergischen Onleihe bereit. Sie bringt digitale Bücher auf E-Book-Reader, auf Tablet oder Handy. Das macht zum Beispiel den Urlaubskoffer leichter, man muss keine Bücher mehr schleppen: Der Lesestoff liegt als Datei auf dem mobilen Endgerät.

Mit Filmfriend haben Cineasten Zugriff auf hochwertige Arthouse-Filme und Dokus.

Rosetta Stone stellt intuitiv zu nutzende Sprachkurse in 30 Sprachen bereit – für Anfänger und Fortgeschrittene. Der Clou: Das Programm checkt online auch die Aussprache.

Die Tigerbook-App

Kleine Leseratten können über die App Tigerbooks auf animierte Kinderbücher, Lese- und Lernspiele und einen Audiorekorder zugreifen. 6.000 Titel stehen zur Auswahl.

„Zehn Kinder können Tigerbooks parallel nutzen“, verdeutlicht Monika Gippert, die Warteliste sei gut gefüllt. Mehr Teilnehmer würden die Lizenzen nicht hergeben. Man halte ein umfangreiches Angebot bereit, Lizenzen und Kosten müssten sich da die Waage halten.

Digitale Bildung

Breiten Raum bei den digitalen Services nehmen Bildungsangebote ein. So stellt Duden Basiswissen Fachthemen für Schüler:innen der Sekundarstufe I und II bereit. „Das wird besonders gerne zur Prüfungsvorbereitung genutzt“, schildert Sabine Lorenz. So wie die Tipps für die Google-Suche, Referate, Facharbeiten und die themenspezifischen Links, welche die Stadtbücherei anbietet.

Was früher in Leder gebunden im Schrank verstaubte, gibt es nun per Klick bei der Stadtbücherei: Der gute, alte Brockhaus. „Das ist das Nachschlagewerk schlechthin. Redaktionell aufbereitet, stellt der Brockhaus immer noch eine zuverlässigere Informationsquelle dar als Wikipedia“, sagt Gippert.

Weitere Infos
Links und weitere digitale Services der Stadtbücherei
– für Schüler:innen
– für Lehrer:innen
– für alle Bildungshungrigen
Allgemeine Infos zur Stadtbücherei

Ergänzt wird dies durch ein Jugendlexikon und den Munzinger. Früher eine Loseblatt-Sammlung, heute ein Online-Nachlagewerk für Biografien und Infos über die Länder dieser Erde.

Die „Bildstelle“ von einst heißt heute Bildungsportal NRW. Lehrer:innen nutzen dies, um digitale Medien für den Unterricht auszuleihen. „Vor allem durch den Distanzunterricht während Corona hat die Nachfrage nach dem Angebot deutlich zugenommen“, berichtet Sabine Lorenz.

Digitale Services

Corona hat zudem dazu geführt, dass die digitalen Services der Stadtbibliothek ausgebaut wurden. Monika Gippert: „Die Menschen konnten wegen Corona ja nicht mehr zu uns in die Bibliothek. Neben der Online-Anmeldung für den Bibliotheksausweis haben wir so auch die Recherche, das Vormerken und Verlängern von Titeln im Online-Katalog eingeführt“.

Dies seien Leistungen, die längst nicht jede Bibliothek bieten würde, macht die Leiterin klar.

Zudem könne man sich nun auch Online für Veranstaltungen anmelden: Am 20. Juni startet beispielsweise der Sommerleseclub für Kinder. Erstmals mit einem Online-Logbuch, in dem die jungen Leseratten Notizen zur Lektüre im Internet hinterlegen können.

Die Stadtbücherei am Forum. Foto: Thomas Merkenich

Digitale Pläne

Für den Herbst 2022 habe man sich eine Seniorenkulturwoche vorgenommen: „Dann wollen wir in die verschiedenen Online-Angebote einführen“, sagt Lorenz. Für Kinder seien zudem Bibliotheksführungen mit Tablets und digitaler Ralley in Planung.

Lehrer:innen können sich auf eine Digitalwerkstatt freuen, die in Zusammenarbeit mit dem Bildungsbüro des Rheinisch-Bergischen Kreises durchgeführt werde. Und auch eine digitale Schreibwerkstatt für Jugendliche könne man sich vorstellen.

Ein E-Circle soll im Herbst zudem die Ausleihe vereinfachen: Per Touchscreen können die Nutzer:innen verfügbare Titel betrachten und aus dem virtuellen Angebot ausleihen.

Moderate Fördermittel

Die digialten Angebote der Stadtbücherei: All dies habe man mit vergleichsweise geringem Mitteleinsatz realisieren können, erläutert Monika Gippert. Viele Projekte wie „Filmfriend“ oder „Rosetta Stone“ seien mit moderaten Beiträgen der Bundesförderung Wissenswandel finanziert worden.

Eine Landesförderung habe den Erwerb des Soundsessels im Gaming-Room ermöglicht. Hier können junge Bilbiotheksbesucher ihre Online-Playlisten relaxed streamen und anhören.

Auch personell stemme man die digitalen Angebote eher mit „Bordmitteln“. Der Zuwachs von 1,5 Stellen sei eher für das Anwachsen bei Veranstaltungen gedacht, heißt es.

Digitales sichtbar machen

Das nächste Event steht bereits vor der Tür: Am 24. Juni präsentiert die Stadtbücherei ihre digitalen Angebote im Rahmen des bundesweiten Digitaltages. Die Mitarbeiter:innen der Stadtbibliothek werden über den Tag verteilt Einführungen in die Digitalangebote machen. Testgeräte werden gestellt, eigene Geräte können aber ebenfalls mitgebracht werden.

Niveauvolle Filme und Dokus bietet der Streaming-Dienst Filmfriend

Kinder ab 13 Jahren können in einem Augmented Reality-Spiel zudem einen kniffligen Fall rund um das Thema Fake News lösen.

Das digitale Angebot der Stadtbücherei ist üppig, günstig – und ein Stück weit unsichtbar. Die große Herausforderung für die Mitarbeiter:innen wird es sein, die vielen Services für die Nutzer:innen sichtbar und auffindbar zu machen.

Holger Crump

ist Reporter und Kulturkorrespondent des Bürgerportals.

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