Die Gierather Straße während des Hochwasser im Sommer 2021.

Mit einem Vorschlag zum Hochwasserschutz in Gierath hatte der örtliche Bürgerverein im Ausschuss für Anregungen und Beschwerden Erfolg – doch der Planungsausschuss wies das Ansinnen, über die Erweiterung der Psychosomatischen Klinik am Schlodderdicher Weg noch einmal nachzudenken, ohne weitere Debatte ab. Daher bringt der Verein seine Argumente noch einmal vor.

Der Bürgerverein Gierath Schlodderdich hat am 25. Mai im Ausschuss für Anregungen und Beschwerden einen umfangreichen Vorschlag zum Hochwasserschutz im Stadtteil eingebracht. Diese Anregung wurde im Ausschuss einstimmig angenommen und zur weiteren Bewertungen an die verantwortlichen Ausschüsse verwiesen.

Umso befremdlicher ist nun, dass im Stadtplanungsausschuss vom 8. Juni die Erweiterung der Psychosomatischen Klinik auf der Schlodderdeichswiese positiv beschieden wurde. Der Vorschlag des Bürgervereines beinhaltet die Nutzung auch dieser Fläche für Hochwasserschutz sowie diverse ökologische Funktionen.

Der Bürgerverein hätte hier zunächst eine Neubewertung der PSK Erweiterung vor allem in Kenntnis der gravierenden Auswirkungen des Starkregens vom 14. Juli 2021 erwartet.

Unsere Recherchen haben ergeben, dass die Regenwasser-Einleitungen in den rechtsrheinischen Randkanal zu gravierenden Überschwemmungen auf Kölner Stadtgebiet geführt haben. Die aktuellen Pläne von Politik und Verwaltung sehen vor diese Einleitungen im Rahmen des „Strunde hoch 4“ Projekts sogar noch weiter zu erhöhen, um Hochwasserrisiken auf Bergisch Gladbacher Stadtgebiet zu reduzieren. Dieser Plan muss dringend hinterfragt werden. 

Die Lösung kann aus Sicht des Bürgervereines nur in einer Strategie liegen, die die alle noch vorhandenen Regenwasser-Retentionspotentiale auf Bergisch Gladbacher Stadtgebiet optimal ausnutzt. Eine solche Vorgehensweise sollte Hochwasserrisiken sowohl in Gierath und Gronau als auch in Kölner Stadtteilen reduzieren und sich darüber hinaus auch positiv auf die ebenfalls an Intensität zunehmenden Dürreperioden auswirken.

Auf die sich im Zeichen des Klimawandels dynamisch erhöhende Wahrscheinlichkeit von Extremwetterereignis muss reagiert werden. Neben den steigenden Auftrittswahrscheinlichkeiten müssen auch die existentiellen Ängste bereits betroffener Bürger, die teils gravierenden Auswirkungen, sowie Aufwände für Schutzmaßnahmen stärker in Entscheidungsprozesse einfließen. 

Ökologisch nachhaltiges Handeln darf nicht aufhören, wenn es unbequem wird. Die kommenden Generationen erwarten dies von uns!

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1 Kommentar

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  1. Ein Relikt aus Urbachs Zeiten beschäftigt die Stadt, mehr noch die Bevölkerung vor Ort immer weiter. Damals hatte man wohl dem Betreiber der psychiatrischen Klinik versprochen, im Zuge des entstehenden, neue FNP auch die Schlodderdischer Wiese zum Bebauungsgebiet zu erklären, ja sogar mit einem auftragsbezogenen Antrag in die Planung aufgenommen. Mal wieder hatte die Politik die Rechnung ohne die Bevölkerung gemacht.

    Es wurde erheblich protestiert. Schon die damaligen Einwände aus umwelttechnischen Gründen, der naheliegenden Behindertenwerkstatt und des daraus reszultierenden, zusätzlichen Verkehrs wegen, der Belastung der seit Jahrzehnten dort ansässigen Bewohner durch das Gebaren von Süchtigen incl. gebrauchter Spritzen auf den Straßen etc., etc.

    Selbst die neuen Erkenntnisse der Anrainer was die Hochwassergefahr anbelangt, scheint die Verwaltung nicht zu kümmern. Dabei ist sie es, die seit Jahren überall – sinnvoll oder nicht – Überlaufbecken in die Erde graben lässt, weil es ihre Pflicht ist, sich um solche Belange zu kümmern. Geht es aber um ein Objekt wie in Schlodderdich, haben alte Versprechen von Bürgermeistern Vorrang, gleichgültig, dass damit Gefahren herbeigeholt werden, die es früher nicht gab. Dass die aber sehr viel öfter vorkommen können, scheint vorprogrammiert.