Die frisch beschnittenen Linden bei Gut Horst. Foto: Thomas Merkenich

Seit Ende des 19. Jahrhunderts führt eine Lindenallee im Süden von Herkenrath zum Gut Horst. Nach Verlusten durch Unfälle und Überalterungen hatte die Eigentümer-Familie vor 20 Jahren viele Bäume nachgepflanzt – doch zuletzt kam die Stadt mit der Baumpflege nicht mehr nach. Diese Aufgabe haben jetzt ebenso fachkundige wie engagierte Ehrenamtler übernommen.

Die stolzen Alleen haben einst die Kulturlandschaft im Bergischen Land geprägt; aber ausgerechnet jetzt, wo sie als Bienenweiden und Schattenspender wichtiger denn je sind, bleibt von ihnen immer weniger übrig.

Zum Glück gibt es private Initiativen, die sich dem entgegen stellen. So zum Beispiel die Familie Maus, die Eigentümer des uralten Gut Horst zwischen Voislöhe und Herkenrath. Früher, als die Landstraße L 286 noch direkt am imposanten Fachwerkbau entlangführt, stand hier eine Lindenallee, wie das Luftbild von 1960 erkennen lässt.

Das Gut Horst um 1960. Foto: Familie Maus

Die ursprünglichen Bäume stammen aus dem letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts, berichtet jetzt Wolfgang Maus. Im Laufe der Jahrzehnte seien von den historisch angepflanzten Linden nur noch wenige Exemplare erhalten geblieben, die anderen waren dem Verkehr und später der Überalterung zum Opfer gefallen.

Vor etwas 20 Jahren habe seine Familie viele neue Linden gepflanzt. Um die Lücken zu schließen, und unabhängig davon, dass es sich beim Standort um öffentlichen Straßenraum handelt.

Allerdings müssen die Linden regelmäßig gepflegt werden, sagt Maus. Nur ein regelmäßiger Baumschnitt lasse eine Linde zu einem wertvollen Alleebaum werden und halte ihn gesund. Die Städte könnten sich aufgrund von Personal- und Budgetknappheit diese Baumpflege immer weniger leisten, und auch die Linden in Herkenrath litten darunter.

Doch am Freitag, berichtet Maus, seien plötzlich „idealistische, tatkräftige Umweltschützer“ angerückt, die auch noch über die Expertise für einen fachgerechten Pflegebaumschnitt besitzen.

Die ehrenamtlichen Baumpfleger im Einsatz: Malte Emma, Barbara Jung, Frederik Frechen, Thomas Klostermann, Beate Wiemker und Michael Müller. Foto: W. Maus

Diese Experten haben sich im Bergischen Geschichtsverein und im Bergischen Streuobstwiesenverein zusammen getan, rund sind immer wieder unterwegs – um die Streuobstwiesen zu pflegen, aber auch die Lindenallee zwischen Herrenstrunden und Unterthal oder eben jetzt in Herkenrath.

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„Einmal im Jahr müssen Seitentriebe am Stamm entfernt werden, damit ein gepflegtes Bild bewahrt bleibt und gleichzeitig ein wohl geformtes Kronendach gefördert wird“, berichtet Thomas Klostermann vom Geschichtsverein, der sich gemeinsam mit Michael Müller, Barbara Jung, Beate Wiemker, Malte Omma und Frederik Frechen in Herkenrath an die Arbeit gemacht hatte.

Wolfgang Maus ist hoch begeistert, über das Engagement dieser „professionellen und auch noch idealistische Truppe“.

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Redaktion

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